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Olympia 2010 R5 – Schwarzer Tag für Russland
Deutsche Männer unterliegen Estland / Frauen souverän gegen Peru
25.09.2010 - Noch ist die 39. Schacholympiade nicht mal zur Hälfte beendet, doch nach der fünften Runde zeichnen sich die ersten Tendenzen ab, welche Teams für Gold in Frage kommen. Drei Mannschaften haben bisher alle Runden ohne Punktverlust überstanden und überraschend ist kein russisches Team darunter. Topfavorit Russland 1 musste sich dank eines bärenstarken Peter Leko gegen Alexander Grischuk mit 1,5 zu 2,5 den Ungarn geschlagen geben, während Russland 2 mit dem gleichen Ergebnis den Armeniern unterlag. Dritter im Bunde der Hunderprozentler sind die Georgier, welche sich sehr souverän mit 3,5 zu 0,5 gegen Vietnam durchsetzten. Die deutsche Auswahl musste einen Rückschlag hinnehmen, man unterlag mit 1,5 zu 2,5 den Esten. Bei den Frauen machen es die Russinnen deutlich besser als die männlichen Kollegen. Team Russland 1 schlug China mit 2,5 zu 1,5 und hat somit alle bisherigen Matches gewonnen. Mithalten kann da nur die Ukraine, welche sich klar mit 3:1 gegen Bulgarien behaupten konnte. Weiter Anlass zur Freude geben die deutschen Frauen, wobei das heutige 3:1 gegen Peru eher zur Kategorie Pflichtprogramm gehörte. Dennoch, nach fünf Runden noch immer ungeschlagen, da haben sich unsere weiblichen Spitzenspielerinnen den morgigen Ruhetag redlich verdient!

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Bravo, Peter!

Peter Leko

Es ist ruhig geworden um Peter Leko. Nach wie vor ist er zwar der erfolgreichste Ungar, aber außer in Dortmund ist er kaum noch auf der Einladungsliste der Top Turniere. Das hat er nicht zuletzt seinem Spielstil zu verdanken, der selten spektakulär und zumeist ziemlich trocken ist. Im Laufe seiner Karriere hat er sich mühsam den Titel des weltbesten Verteidigungskünstlers erarbeitet, aber das möchte der gemeine Schachfan nur in gesunden Dosen genießen. Heute jedoch blitzte mal wieder die Klasse bei Leko durch, welche ihn einst zu einen WM-Kandidaten machte. Am Spitzenbrett der Ungarn traf er in der fünften Runde nicht auf seinen alten Remis-Freund Vladimir Kramnik, sondern auf Alexander Grischuk. Keine wilde Angriffspartie entstand, sondern ein Duell mit viel Getausche, welches in einem vorteilhaften Endspiel für den Ungarn endete. In diesem baute Leko sukzessive seinen Vorteil aus, gewann einen Bauern und letztlich auch die Partie. Zugleich entschied dieser Sieg auch über den Ausgang des Matches Ungarn gegen Russland 1, denn alle weiteren Begegnungen endeten unentschieden und so darf sich Leko zu Recht als Matchsieger fühlen.

Bei den Armeniern gab zur Abwechslung mal nicht Levon Aronian den Matchwinner, sondern Arman Pashikian steuerte den einzigen und entscheidenden Sieg gegen Russland 2 bei und untermauerte so nachdrücklich die Goldambitionen seiner Mannschaft. In der sechsten Runde wird man mit Georgien auf die bisherige Überraschung in der Spitzengruppe treffen. Die Georgier ließen Vietnam schlechter aussehen, als sie sind, was erneut auch an ihrem Spitzenbrett Baadur Jobava lag, der nach seinem gestrigen Coup gegen Magnus Carlsen heute mit Liem Quang Le den nächsten Jungstar über die Klinge springen ließ.

Die Spitzenpaarungen für die sechste Runde lauten:

Georgien (10) – Armenien (10)
Ukraine (9) – Ungarn (10)
Russland 2 (8) – Niederlande (9)
Russland 1 (8) – Tschechien (8)
Aserbaidschan (8) – Indien (8)
Vietnam (8) – USA (8)
Polen (8) – Estland (8)
Russland 3 (8) – Griechenland (7)


Bei den Frauen war es nur eine Frage der Zeit, wann es zum Duell Russland 1 gegen Ukraine kommen würde, und in der sechsten Runde ist es nun soweit. Möglicherweise fällt bereits am Montag zwischen diesen beiden Teams eine Vorentscheidung um Gold. Doch besonders die USA und die Ungarinnen würden da nur zu gerne noch ein Veto einlegen, sie liegen jeweils nur einen Punkt hinter den führenden Teams. Die folgenden Spitzenduelle erwarten uns am Montag:

Russland 1 (10) – Ukraine (10)
Georgien (8) – USA (9)
Ungarn (9) – Polen (8)
Russland 3 (8) – China (8)
Indien (8) – Italien (8)
Bulgarien (8) – Serbien (8)
Armenien (8) – Russland 2 (8)
Schweiz (8) – Deutschland (8)


Ernüchterung und Hoffnung auf mehr

Judith Fuchs mit 4/4 top

Von Beginn an und aus mehrfach durchgekauten Gründen tritt Deutschland im Open mit der zweiten bis dritten Garnitur an, und entsprechend gering waren die Erwartungen. Bisher haben sich die Jungs achtbar aus der Affäre gezogen, aber die heutige Niederlage gegen Estland war bestimmt auch ein Resultat der Unerfahrenheit dieser Mannschaft. Im Augenblick rangiert der deutsche Vierer mit Rang 39 im Rahmen dessen, was man erwarten darf, wobei Ihr Autor persönlich der Meinung ist, dass die Tendenz weiterhin eher nach oben als nach unten zeigt. Der nächste Gegner ist Mexiko, und ich wage die Prognose, dass trotz leichter Elo-Nachteile mindestens ein 2:2 herausspringt! Sicherlich keine ganz ungewagte Prognose, aber stattdessen auf unsere Frauenmannschaft setzen, das kann ja jeder. Zu gut in Form präsentieren sich Elisabeth Pähtz & Co in diesen Tagen. Ja, das Los hatte es in der fünften Runde wirklich gut mit ihnen gemeint – Peru war kein adäquater Gegner – und nun wartet mit der Schweiz in der sechsten Runde erneut wahrlich kein Riese auf unsere Ladies. Von den Zahlen her ist eigentlich alles klar, wenn nach der heutigen traditionellen Bermuda Party in Khanty-Mansiysk der morgige Ruhetag die Batterien wieder ordentlich auflädt. Wer weiß, vielleicht geht ja was in Sachen Medaille, aber das ist vermutlich doch noch zu vermessen.


Live-Übertragung im CTTC

Wenn Sie die weiteren Ereignisse bei Olympia live verfolgen möchten, dann gibt es dafür viele Möglichkeiten, doch den deutschen Live-Kommentar aus meisterlichem Munde erhalten Sie nur von den Chess Tigers in Zusammenarbeit mit der Firma ChessBase. Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Sofia sitzt unser GM Klaus Bischoff täglich ab 11:30 Uhr am Mikrophon im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus und kommentiert für Sie die Toppartien aus Khanty-Mansiysk, wobei er natürlich stets auch das Geschick des deutschen Teams verfolgt. Hören können Sie ihn, wenn Sie über einen Zugang zu dem Fritzserver von ChessBase verfügen, aber sehen und anfassen – na ja, letzteres natürlich nur in Maßen – können Sie Bischoff nur, wenn Sie persönlich bei uns in der Brunnenstraße 9 vorbeischauen. Beachten Sie dabei bitte, dass am 26. September (morgen) und am 02. Oktober nicht gespielt wird!

Sowohl im Internet als auch live im CTTC kann
man den Kommentaren von Klaus Bischoff folgen

In Khanty-Mansiysk werden sowohl im Open als auch bei den Frauen elf Runden Schweizer System gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Theoretisch wird die geistige Fehlkonstruktion namens „Null Toleranz-Regel“ angewendet, man hat sie jedoch merklich entschärft. So beginnt die Runde nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit sondern dann, wenn der Hauptschiedsrichter das Zeichen gibt. Das erlaubt ihm, auf unvorgesehene Verzögerungen zu reagieren. Sollten Spieler bereits vor dem Beginn der Runde am Brett gewesen sein, dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen nochmals verlassen müssen, kann dies der jeweils für das entsprechende Match zuständige Schiedsrichter gestatten. Aus "Null Toleranz" wurde also wenigstens "Etwas Toleranz".

Partien Open zum Nachspielen und Downloaden

Partien Frauen zum Nachspielen und Downloaden

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Weitere Links rund um Olympia:

www.europe-echecs.com u. a. Videos aus Khanty-Mansiysk

Deutscher Schachbund Berichte zu den Nationalmannschaften plus Bilder

www.jan-gustafsson.de Olympia-Blog des Kapitäns der Dänen


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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