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Olympia 2010 R4 – Russland schlägt USA
Deutsches Team siegt erneut / Frauen weiter unbesiegt
24.09.2010 - Nach vier von elf Runden haben sieben Teams alle ihre Matches gewonnen und führen entsprechend die Tabelle der laufenden Schacholympiade an. Mittendrin nicht überraschend die erste Auswahl Russlands, welche heute deutlich mit 3:1 gegen die USA siegte. Neben Russland 1 führen nun Russland 2, Georgien, Vietnam, Ungarn, Niederlande und Armenien. Das garantiert für die fünfte Runde weitere Leckerbissen. Es gab in der vierten Runde zahlreiche spannende Duelle, doch für viele Fans war die Niederlage von Superstar Magnus Carlsen gegen den Georgier Baadur Jobava (Bild) die größte Sensation. Keine sensationelle aber eine ausgezeichnete Leistung lieferte der deutsche Vierer gegen Chile ab. Mit 2,5 zu 1,5 gewann man denkbar knapp, aber völlig verdient. Noch immer ungeschlagen sind die deutschen Frauen. Sie wiederholten das Ergebnis der dritten Runde und erzielten gegen die etwa gleichwertigen Sloweninnen ein gerechtes 2:2.

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Live-Übertragung im CTTC



Die Spreu trennt sich vom Weizen

Hikaru Nakamura

Der Klassiker der vierten Runde war natürlich das Duell zwischen Russland 1 und den USA. Der Matchverlauf war nicht sonderlich spannend, zu überlegen waren die Russen. An Brett 2 schlug Alexander Grischuk den amtierenden Schnellschachweltmeister Gata Kamsky und Sergey Karjakin hatte gegen Alexander Onischuk vergleichsweise leichtes Spiel. Während zeitgleich Vladimir Malakhov und Yuri Shulman remisierten, lieferten sich an Brett 1 Vladimir Kramnik und Hikaru Nakamura ein packendes Königsindisch-Duell. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit stand Kramnik lange Zeit nicht nur besser, sondern nahezu auf Gewinn. Zwischenzeitlich hatte er vier Bauern mehr, doch Nakamura fand immer wieder Mittel und Wege, taktische Drohungen gegen den weißen König aufzubauen und wurde letztlich mit einem Dauerschach belohnt.

Russland 2 schlug heute Indien mit 3:1 und würde im Augenblick nach Wertung Gold gewinnen, aber das Turnier ist ja noch jung. Morgen trifft das Team um Europameister Ian Nepomniachtchi, der heute am Spitzenbrett gegen Krishnan Sasikiran siegte, allerdings auf die armenische Auswahl. Diese hatte gegen Russland 3, wenn man will, beim 2,5 zu 1,5 schon ausreichend Gelegenheit, sich für die zweite Garnitur Russlands warm zu spielen. Umgangssprachlich regelrecht hot ist bereits das Spitzenbrett der Armenier, Levon Aronian, denn dieser notiert aktuell 3 aus 3 und steuerte heute gegen Dmitry Jakovenko den entscheidenden Sieg bei. Auf dem Silberrang weilen zurzeit die Georgier, welche mit 3,5 zu 0,5 über das norwegische Team hinwegfegten. Glück im Unglück für Magnus Carlsen, seine Niederlage gegen Baadur Jobava war nicht entscheidend.

Ganz stark war der heutige Auftritt der Ungarn, die mit China einen erklärten Goldkandidaten schlagen konnten, wobei Judit Polgar den entscheidenden Sieg gegen Bu Xiangzhi beisteuerte. Ohne einen einzigen 2700er treten die Niederländer bei Olympia an, doch dafür sind sie in der Breite mit aufstrebenden 2600ern bestens bestückt. Das brachte ihnen heute gegen die Spanier ein 3:1, wobei Frontmann Loek van Wely mit Alexei Shirov ein wahres Elo-Schwergewicht auf die Bretter schickte. Die einfachste Aufgabe der nun führenden Teams hatten ganz klar die Vietnamesen. Sie schlugen Team Estland deutlich mit 3,5 zu 0,5.

Die Spitzenpaarungen der fünften Runde sind:

Armenien (8) – Russland 2 (8)
Vietnam (8) – Georgien (8)
Ungarn (8) – Russland 1 (8)
Polen (7) – Niederlande (8)


Bei den Frauen sind es nur noch vier Teams, welche die volle Punktzahl vorweisen können. Neben den glasklaren Favoritinnen aus Russland, der Ukraine und China, hat sich die bulgarische Auswahl bisher ebenfalls an sämtlichen Gegnern schadlos gehalten. Die nächsten Spitzenpaarungen lauten:

Ukraine (8) – Bulgarien (8)
China (8) – Russland 1 (8)
Rumänien (7) – Ungarn (7)
USA (7) – Slowenien (7)


Weiter so!

Niclas Huschenbeth

Quelle: DSB

Das möchte man den deutschen Teams nach vier Runden ins ferne Sibirien zurufen. Unsere „Jugendmannschaft“ behauptet sich bisher ausgezeichnet und legte heute gegen Chile nach gestern den zweiten Sieg in Serie drauf. Rainer Buhmann ließ beim Remis gegen Fernandez Ivan Morovic nichts anbrennen und die Niederlage von Sebastian Bogner machten Martin Krämer und Niclas Huschenbeth mit ihren Siegen mehr als wett. Letzterer kann mit seiner bisherigen Olympia-Premiere zu hundert Prozent zufrieden sein, denn das ist zugleich auch seine aktuelle Punktausbeute (3/3). Und auch vor dem morgigen Gegner braucht sich die deutsche Auswahl beileibe nicht zu fürchten. Es werden die Esten sein, und die kann man durchaus ebenfalls besiegen.

Sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Olympiade dürfen auch die deutschen Frauen sein. Das heutige 2:2 gegen Slowenien geht völlig in Ordnung. Elisabeth Pähtz trennte sich von Anna Muzychuk frühzeitig mit einem Remis, was Sarah Hoolt am zweiten Brett nachmachte. Leider verlor Melanie Ohme am dritten Brett, übrigens die erste(!) verlorene Partie für das gesamte Team im laufenden Wettbewerb, aber das bügelte Judith Fuchs mit einer starken Leistung und ihrem dritten Sieg in der dritten Partie wieder aus.


Live-Übertragung im CTTC

Wenn Sie die weiteren Ereignisse bei Olympia live verfolgen möchten, dann gibt es dafür viele Möglichkeiten, doch den deutschen Live-Kommentar aus meisterlichem Munde erhalten Sie nur von den Chess Tigers in Zusammenarbeit mit der Firma ChessBase. Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Sofia sitzt unser GM Klaus Bischoff täglich ab 11:30 Uhr am Mikrophon im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus und kommentiert für Sie die Toppartien aus Khanty-Mansiysk, wobei er natürlich stets auch das Geschick des deutschen Teams verfolgt. Hören können Sie ihn, wenn Sie über einen Zugang zu dem Fritzserver von ChessBase verfügen, aber sehen und anfassen – na ja, letzteres natürlich nur in Maßen – können Sie Bischoff nur, wenn Sie persönlich bei uns in der Brunnenstraße 9 vorbeischauen. Beachten Sie dabei bitte, dass am 26. September und am 02. Oktober nicht gespielt wird!

Sowohl im Internet als auch live im CTTC kann
man den Kommentaren von Klaus Bischoff folgen

In Khanty-Mansiysk werden sowohl im Open als auch bei den Frauen elf Runden Schweizer System gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Theoretisch wird die geistige Fehlkonstruktion namens „Null Toleranz-Regel“ angewendet, man hat sie jedoch merklich entschärft. So beginnt die Runde nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit sondern dann, wenn der Hauptschiedsrichter das Zeichen gibt. Das erlaubt ihm, auf unvorgesehene Verzögerungen zu reagieren. Sollten Spieler bereits vor dem Beginn der Runde am Brett gewesen sein, dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen nochmals verlassen müssen, kann dies der jeweils für das entsprechende Match zuständige Schiedsrichter gestatten. Aus "Null Toleranz" wurde also wenigstens "Etwas Toleranz".

Partien Open zum Nachspielen und Downloaden

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Weitere Links rund um Olympia:

www.europe-echecs.com u. a. Videos aus Khanty-Mansiysk

Deutscher Schachbund Berichte zu den Nationalmannschaften plus Bilder

www.jan-gustafsson.de Olympia-Blog des Kapitäns der Dänen


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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