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Olympia 2010 R3 – Favoritenschreck Kroatien
Deutsche Männer siegen / Frauen trotzen Russland 2 ein 2:2 ab
23.09.2010 - Im Grunde war die dritte Runde der 39. Schacholympiade in Khanty-Mansiysk eine prächtige aus Sicht der favorisierten Teams, wenn da nicht die Kroaten wären. Gestern schlugen sie bereits Bulgarien und heute knöpften sie den Ukrainern ein 2.2 ab. Damit hat sich neben Bulgarien und Aserbaidschan ein weiterer Medaillenkandidat aus der vordersten Spitzengruppe verabschiedet. Aber bei acht noch ausstehenden Runden haben auch die genannten Teams noch gute Chancen, um die Edelmetalle mitzuspielen. Fast keine Chancen auf olympische Trophäen haben zwar die deutschen Teams, aber dafür schlagen sie sich bisher achtbar. Nach der gestrigen Niederlage gönnten sich die jungen Männer rund um Bundestrainer Uwe Bönsch ein deutliches 3,5 zu 0,5 gegen die IPCA (International Physically Disabled Chess Association). Das Team der Frauen ist sogar noch ungeschlagen, denn heute luchste man Russland 2 ein beachtliches 2:2 ab.

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Live-Übertragung im CTTC



Die Medaillenkandidaten

David Navara

14 Teams sind nunmehr noch mit einem makellosen Punktekonto versehen, wobei besonders das Team Estland als eigentlich 48. der Setzliste hervorsticht. Unter der Lupe gesehen, kann man aber sagen, dass die Esten bisher mit Guernsey, Uruguay und Belgien durchaus Losglück hatten. Morgen warten dagegen die ehrgeizigen und ungleich stärkeren Vietnamesen. Beachtlich auch die bisher blütenweiße Weste der Norweger, zumal Superstar Magnus Carlsen selbst erst ein Mal gespielt hat. Morgen wartet mit dem Georgier Baadur Jobava der erste 2700er des Turniers auf Norwegen und dem wird sich der Erste der Weltranglisten mit Sicherheit persönlich annehmen. Dass sich die Ungarn noch in der Spitzengruppe befinden, haben sie zur Abwechslung mal nicht ihrem Spitzenbrett Peter Leko zu verdanken, denn dieser unterlag heuer im Duell gegen die Tschechen David Navara. Zu seinem Glück konnten Zoltan Almasi an Brett 2 und Ferenc Berkes an Brett 4 das Ungemach an Brett 1 ausgleichen und Judit Polgar rettete sich gegen Zbynek Hracek in die Punktteilung. Drei der fünf russischen Teams haben ebenfalls alle ihre bisherigen Duelle gewinnen können, doch in der nächsten Runde warten jetzt brandgefährliche Gegner. Zwischen Russland 1 und den Vereinigten Staaten wird es zum ewig grünen Duell Ost gegen West kommen, Russland 2 wird sich mit den Indern messen und Russland 3 hat mit Armenien das vermutlich härteste Los gezogen. In bestechender Form präsentiert sich bisher deren Nummer 1 Levon Aronian, der von den absoluten Top-Großmeistern bisher den souveränsten Eindruck hinterlässt. Auf keinen Fall unterschlagen darf man die ausgezeichnet aufspielenden Chinesen. Beinahe schon zu leicht fegten sie in der dritten Runde über die Moldawier hinweg, aber morgen wird es gegen die bereits erwähnten Ungarn wesentlich schwerer werden.


Deutschland schlägt sich achtbar

Thomas Luther

Hätte Rainer Buhmann gewusst, wie sicher seine drei Kollegen heute agieren würden, vielleicht hätte er sich selbst dazu überredet, das Spitzenbrett der IPCA auf die Probe zu stellen. Leider lautete die Devise jedoch, Thomas Luther zu neutralisieren, und dieser war damit von Beginn an einverstanden. Soll heißen, dass nach nur 17 Zügen die Friedenspfeife geschmaucht wurde, was angesichts des deutlichen deutschen Elo-Übergewichts an den anderen drei Brettern auch völlig okay war. Dass Falko Bindrich, Martin Krämer und Niclas Huschenbeth gleich so streng mit ihren Gegnern waren, dass letztlich ein hoher 3,5 zu 0,5-Sieg heraussprang, durfte man nicht zwingend erwarten, doch die Gegner machten es ihnen teils auch sehr einfach. Besonders für Krämer wird dies ein erhebender Moment gewesen sein – der erste Sieg im nicht vorhandenen Nationaldress, wird ihm bestimmt in Erinnerung bleiben. Der nächste Gegner ist bekanntlich immer der schwerste, doch mit den Chilenen hat man in der vierten Runde erneut eine lösbare Aufgabe erwischt.

Freude bereiten aktuell auch die deutschen Frauen. Russland 2 hieß der heutige Gegner und nach zweimal 4:0 zum Auftakt ließen Elisabeth Pähtz, Sarah Hoolt, Elena Levushkina und Melanie Ohme ein respektables 2:2 folgen. Immerhin ist die zweite russische Auswahl in der Setzliste an 5 geführt und hat berechtigte Medaillenambitionen. Nächster Gegner der deutschen Auswahl wird Slowenien sein und nach der heutigen Runde ist klar, dass man mit diesen durchaus mithalten kann.


Live-Übertragung im CTTC

Wenn Sie die weiteren Ereignisse bei Olympia live verfolgen möchten, dann gibt es dafür viele Möglichkeiten, doch den deutschen Live-Kommentar aus meisterlichem Munde erhalten Sie nur von den Chess Tigers in Zusammenarbeit mit der Firma ChessBase. Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Sofia sitzt unser GM Klaus Bischoff täglich ab 11:30 Uhr am Mikrophon im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus und kommentiert für Sie die Toppartien aus Khanty-Mansiysk, wobei er natürlich stets auch das Geschick des deutschen Teams verfolgt. Hören können Sie ihn, wenn Sie über einen Zugang zu dem Fritzserver von ChessBase verfügen, aber sehen und anfassen – na ja, letzteres natürlich nur in Maßen – können Sie Bischoff nur, wenn Sie persönlich bei uns in der Brunnenstraße 9 vorbeischauen. Beachten Sie dabei bitte, dass am 26. September und am 02. Oktober nicht gespielt wird!

Sowohl im Internet als auch live im CTTC kann
man den Kommentaren von Klaus Bischoff folgen

In Khanty-Mansiysk werden sowohl im Open als auch bei den Frauen elf Runden Schweizer System gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Theoretisch wird die geistige Fehlkonstruktion namens „Null Toleranz-Regel“ angewendet, man hat sie jedoch merklich entschärft. So beginnt die Runde nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit sondern dann, wenn der Hauptschiedsrichter das Zeichen gibt. Das erlaubt ihm, auf unvorgesehene Verzögerungen zu reagieren. Sollten Spieler bereits vor dem Beginn der Runde am Brett gewesen sein, dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen nochmals verlassen müssen, kann dies der jeweils für das entsprechende Match zuständige Schiedsrichter gestatten. Aus "Null Toleranz" wurde also wenigstens "Etwas Toleranz".

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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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