Nachrichten Aktuelles Tagesschach 07/10 - Grischuk ersetzt Morozevich Naiditsch an der Spitze bei EM *** Khenkin auf Titelkurs bei DEM *** Sfr. Schöneck gewinnen Hessische Blitzmeisterschaft
09.03.2010 - In Kürze startet das berühmte 19. Amber Blindfold and Rapid Tournament, doch kurz vorher musste Top-GM Alexander Morozevich seinen Platz an Namensvetter Alexander Grischuk abtreten. Unterdessen läuft im kroatischen Rijeka die 11. Europäischen Einzelmeisterschaft und Arkadij Naiditsch hat sich nach drei Runden an die Spitze der Tabelle begeben! Bei der 81. Deutschen Einzelmeisterschaft hat sich in Abwesenheit der besten nationalen Spieler Igor Khenkin mit 4/4 die beste Ausgangslage für die zweite Turnierhälfte geschaffen. Und im hessischen Langen konnten die Schachfreunde Schöneck souverän die Hessische Blitzmannschaftsmeisterschaft 2010 gewinnen. Chess Tiger Hans-Dieter Post berichtet.
Nizza (FRA) - Vom 13. bis 25. März findet an der Côte d’Azur wieder das beliebte Amber Chess Tournament statt. Gesponsert von dem niederländischen zweimaligen Fernschachweltmeister, Unternehmer und Schachmäzen Joop van Oosterom, lockt dieses weltweit einmalige Schachereignis wieder zwölf Weltklassespieler, sich sowohl im Schnell- als auch im Blindschach zu messen. Bei diesem Turnier, benannt nach der Tochter des Veranstalters, Melody Amber, ist es einfacher aufzuzählen, welcher Top Ten-Spieler nicht dabei ist, als umgekehrt. Aus verständlichen Gründen werden beispielsweise weder Weltmeister Vishy Anand noch sein Herausforderer Veselin Topalov antreten, worüber Magnus Carlsen, Vladimir Kramnik, Vorjahressieger Levon Aronian & Co sicherlich nicht allzu traurig sein werden. Dafür werden Vugar Gashimov, Ruslan Ponomariov, Leinier Dominguez und Jan Smeets ihr Debüt geben. Weil Alexander Morozevich recht kurzfristig aus persönlichen Gründen auf seine Teilnahme verzichten muss, springt die aktuelle Nummer 7 der Weltrangliste, Alexander Grischuk, für seinen Landsmann ein. Zunächst werden Schnell- und Blindschach getrennt gewertet, doch der wahre Champion wird eben der sein, der in der Addition beider Disziplinen das beste Ergebnis vorzuweisen hat. Schon jetzt dürfen wir uns auf rasantes Schnellschach und auch schlimme Überseher im Blindschach freuen - eben alles, was Schach neben dem normalen Turnieralltag unterhaltsam macht.
Rijeka (CRO) - Drei Runden sind mittlerweile bei der 11. Europäischen Einzelmeisterschaft gespielt und die deutsche Schachseele darf sich balsamiert fühlen, denn - und sei es nur für den Augenblick - Arkadij Naiditsch führt die Tabelle nach Wertung an! Doch verfallen wir nicht gleich wieder in unangemessene Euphorie! Erstens sind noch ganze acht Runden zu spielen und zweitens hatte Naiditsch in jüngster Vergangenheit immer wieder mal gute Starts, konnte diese aber nicht in bemerkenswerte Erfolge ummünzen. Heute trifft unsere Nummer 1 auf den Ukrainer Zahar Efimenko, der neben Naiditsch und noch elf weiteren Spielern bisher ebenfalls alle seine Partien gewinnen konnte. Deutlich unzufriedener dürfte die deutsche Nummer 2 Georg Meier mit seinem Auftakt in Rijeka sein, denn er liegt aktuell nur bei 50% und wird froh sein, dass ihm noch ein paar Runden zum Korrigieren bleiben. Jeweils nur einen halben Zähler hinter der Spitze haben sich Daniel Fridman und Jan Gustafsson in Lauerstellung begeben. Insgesamt nehmen bei den Männern vierundzwanzig Deutsche teil, während bei den Frauen vier die schwarz-rot-goldenen Farben vertreten. Bei Elisabeth Pähtz wartet und hofft man seit Ewigkeiten, dass nochmals ein merklicher Leistungsschub erfolgen möge, aber seit Jahren hält sie sich zwischen 2400 und 2500 auf und die Titel gewinnen andere. Zuletzt zeigte die Erfurterin jedoch tatsächlich aufsteigende Tendenzen und konnte sich an die Spitze der deutschen Frauen und auf Rang 22 der Frauen-Weltrangliste schieben. Bei der EM liegt sie aktuell mit zwei Punkten auf dem 47. Rang.
11. Europäische Einzelmeisterschaft 2010 Top 25 - Männer nach Runde 3
11. Europäische Einzelmeisterschaft 2010 Top 25 - Frauen nach Runde 3
Igor Khenkin
Bad Liebenzell (BW) - Bei der 81. Deutschen Einzelmeisterschaft sind (erst) vier von neun Runden absolviert und schon steht für viele Experten fest, wer den Titel einheimsen wird. Spätestens seit der gestrigen Runde, in welcher Igor Khenkin gegen den bis dahin ebenfalls verlustpunktfreien Falko Bindrich einen relativ leichten Sieg erreichte, ist der gebürtige Russe heißester Anwärter auf den Alleinsieg. Man sollte jedoch nicht unter den Tisch kehren, dass Khenkin der einzige(!) Spieler aus der deutschen Top 10 ist, der überhaupt in Bad Liebenzell am Start ist und selbst von den Top 20 ist nur noch Leonid Milov vertreten! Kein Wunder, wenn man eine nationale Meisterschaft parallel zu einer Europameisterschaft ansetzt ...
81. Deutsche Einzelmeisterschaft Top 10 nach Runde 4
Alle weiteren Informationen, Ergebnisse und Partien von der 81. Deutschen Einzelmeisterschaft und dem ausrichtenden SC Neuhausen erhalten Sie über die folgenden Links:
Langen - Zum zweiten Mal nach 2007/08 wurden die Schönecker Schachfreunde Blitz-Mannschaftsmeister des Hessischen Schachverbandes und haben sich damit den einzigen für den hessischen Verband reservierten Qualifikationsplatz zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gesichert. Angeführt vom Internationalen Großmeister Slavko Cicak an Brett 1, IM Sven Telljohann an Brett 2, Moritz Nazarenus an Drei und Michael Stockmann an Brett 4, setzen sie sich mit deutlichem Vorsprung gegenüber Vizemeister VSG Offenbach durch.
Herzlichen Glückwunsch!
Auf dem dritten Platz landeten die Schachfreunde Neuberg und ihr Team 1, und machten damit die Meisterschaft zu einem Triumphzug der Mannschaften aus Hessens größtem Bezirk, dem MVS. Rang 4 wurde belegt vom SC Steinbach, die nun auch schon wieder über 10 Jahre auf einen Titel im Mannschaftsblitzen warten. Die vorderen Vier sind für die Meisterschaft im kommenden Jahr in Kassel bereits vorqualifiziert. Nur weitere 17 Teams komplettierten das Feld und es fehlten neben den Meldungen der Bezirke 2 und 7 auch die starken Blitzer aus Hofheim, Oberursel und Gießen, die in den Jahren zuvor immer für einen Platz auf dem Siegertreppchen gut waren.(Text von Hans-Dieter Post)
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