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Die Grünen von der Küste im stürmischen Aufwind
Mit einem nicht unverdienten 5:3 Sieg gegen die OSG Baden-Baden macht der SV Werder Bremen die Saison wieder spannend
03.03.2010 - "Nichts ist erledigt, alles bleibt offen" Werder Bremens Schachabteilung und die OSG Baden-Baden haben gemeinsam tatkräftig für Höchstspannung in den letzten vier Runden der 1.Bundesliga gesorgt. Die SG Solingen, nur im ersten Wettkampf der Saison vom amtierenden Meister OSG Baden-Baden, knapp und mit etwas Glück geschlagen, könnte der lachende Dritte sein und der SV Mühlheim-Nord zum entscheidenden Königsmacher avancieren. Oft ist es so, dass bei hochklassigen wichtigen Wettkämpfen zwischen gleichwertigen Gegnern der erste Fehler, beziehungsweise der Verlust der ersten Partie entscheidet. Unfreiwillig, vielleicht aber auch ein wenig übermotiviert hat der schwarzspielende deutsche Spitzenspieler Arkadij Naiditsch in der Zeitnotphase zwischen dem 30. und 40.Zug die ganze Verantwortung für den Wettkampf übernehmen wollen, die Remisofferte des Gegners ausgeschlagen und dann leider verloren. Nur noch seine Begegnung mit Michael Roiz, das skandinavische Duell Peter Heine Nielsen gegen Tomi Nyback und der Kampf des routinierten Engländers Mickey Adams gegen den jungen Ukrainer Alexander Areshchenko bewegten sich auf die Zeitkontrolle im 40.Zug zu. Diese Phasen mit übergreifenden Beurteilungen des Rest-Matches sollte niemals der noch spielende Wettkämpfer übernehmen, der von hohem Adrenalinspiegel gelenkt und von einem rasendem Herzschlag begleitet wird. Seine Konzentration, Kraft und Brainpower sollten sich nur noch seiner Partie und ausschließlich seiner Partie widmen, bis endlich die Zeitkontrolle geschafft ist! Für den Gesamtwettkampfstand sollten in dieser Situation die Kollegen die ihre Partien beendet haben und der Team-Käptain Sorge und Rechnung tragen.

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Spannende Endphase eines 4-Punkte-Kampfes

Die Chronologie eines unterhaltsamen Schachnachmittags ist nicht so einfach zu interpretieren. Gut 250 Zuschauer hatten sich im repräsentativen Kongresshaus der Universitätsstadt Heidelberg eingefunden. Sie wollten die eigene Mannschaft gegen Hamburg unterstützen und natürlich den Bundesligaknaller Bremen gegen Baden-Baden miterleben. Der organisatorische Riesenunterschied zu der letzten Bundesligabegegnung im Olympiastützpunkt Heidelberg war unübersehbar. Klasse was die Organisatoren hier leisteten! Zum Wettkampf: Die ersten fünf Bretter hatten routiniert und unspektakulär ihre Partien im stärkbesetzten Bundesliga-Wettkampf aller Zeiten in den Remishafen gesteuert. Zuerst war es Etienne Bacrot (BAD) der gegen Zahar Efimenkov (SWB) einer Zugwiederholung im 19.Zug nicht ausweichen wollte. Danach bot Laurent Fressinet (SWB) im 21.Zug Sergei Movsesian (BAD) in leicht vorteilhafter Stellung remis an. Die dritte Partie beendeten Peter Svidler (BAD) und Shakhriyar Mamedyarov (SWB) völlig ausgeglichen im 28.Zug remis. Es folgte der ausgekämpfte Friedensschluss zwischen Vugar Gashimov (SWB) und Weltmeister Anand (BAD) nach 40.Zügen. Auch Pavel Eljanov (SWB) und Alexei Shirov (BAD) beendeten mit einem korrekten Remis nach 28 Zügen einen bis dahin ruhigen Samstagnachmittag.

So weit so gut. Die OSG Baden-Baden hatte als Vorteil im heißen Finale zwei Weißpartien, nämlich Adams gegen Areshchenko und Nielsen gegen Nyback. Die aufregendste Partie allerdings spielte sich zwischen dem Israeli Michael Roiz (SWB) und dem deutschen Spitzenmann Arkadij Naiditsch ab. Mit Schwarz konnte Arkardij souverän die Stellung ausgleichen und versuchte dann Zug um Zug mehr aus seiner Stellung zu machen, was ihm aber überhaupt nicht gelingen wollte und so landete er in einer trostlosen Stellung nach dem 27.Zug. Hätte hier Roiz in höchster Zeitnot (1 min : 8 min) mit dem Springer auf e3 wiedergenommen, anstatt mit dem f-Bauern, wäre Arkardij in höchste Verlegenheit geraten; +2,04 sagte der Rechenknecht Fritz12. So konnte er aber mit einem Springerscheinopfer auf e3 die Stellung wieder gut ausgleichen. Mit Txg1 konnte er letztmalig im 36.Zug ausgleichen, verzockte aber mit Th4 dann endgültig seine durchaus haltbare Stellung. Im festen Selbstglauben und in edler und tiefer Verantwortung für die Mannschaft - seine Einschätzung war, dass die beiden anderen Partien kritisch bis verloren seien - lehnte er die Remisofferte seines Gegners ab. Er spielte Verbanque in der irrigen Annahme, dass er den im vorhergegangenen Duell von ihm geschlagenen Gegner wieder in Zeitnot über den Leisten ziehen könne. Leider ist dies gründlich daneben gegangen und so musste er einsehen, dass die Partie nach 39. ... g6 und 40. ... Dh3 völlig über die Wupper war. Ärgerlich für den Team-Käptain Sven Noppes war, dass er alles aus der Ferne beobachten musste ohne eingreifen zu können, hatte doch Peter Heine Nielsen ganz locker seine Partie gegen Tomi Nyback im 31.Zug bei gegenseitigem Respekt und Zeitnot remis gestalten können. Mit dem 40.Zug erreichte Mickey Adams eine etwas gedrückte aber durchaus haltbare Stellung (-0,21) und konnte kein Remis mehr annehmen, weil damit der Wettkampf beim Stande von 3:4 gegen die Ooser verloren wäre. Es kam wie es kommen musste. Im irrwitzigen Ansinnen die Remispartie mit "Gewalt" gewinnen zu müssen, übersah Adams ein fünfzügiges Matt und musste nach 51.... Te1+ die Segel streichen. Die Enttäuschung auf Baden-Badener Seite war deutlich spürbar und der Jubel auf Werders Seite hielt sich bei der Mannschaft und beim Teamverantwortlichen Ingo Meyer-Siebert in Grenzen, hatte man doch wirklich das Glück ein bisschen auf seiner Seite. Unverdient sind allerdings auch solche Siege nicht, weil sie doch letztendlich situationsbezogen vom Gegner verursacht sind. Der Hamburger SK gegen SK 1879 HD-Handschuhsheim 5:3. Das heißt: Norddeutschland gegen Süddeutschland 10:6 - bleibt nur die Hoffnung, dass es beim nächsten Aufeinandertreffen besser wird!

"Mund abputzen und weiter" kann nur die Devise der Badener lauten. Jetzt schon von Stichkämpfen zu sprechen, muss gelinde gesagt als unprofessionell wirken, hat doch vorher jeder der Mannschaften noch 40 von 120 Partien (ein Drittel der Gesamtzahl einer Saison) zu spielen und das gegen wirklich gute Gegner. Der 11. Spieltag sah dann gelöst spielende Spitzenteams, wobei sich Baden-Baden gegen den Hamburger SK gütlich tat und Weltmeister Anand mit einem ebenso kraftvoll, wie spektakülär wirkenden Weißsieg in 28 Zügen, in seine Weltmeisterschaft in der Höhle des Löwen nach Sofia gegen Herausforderer Veselin Topalov verabschiedete. Nichtsdestotrotz ist anzumerken, dass einige Partien der OSGler bei stärkster Gegenwehr der Hamburger durchaus ein anderes Resultat hätte bringen können, so aber endete der Wettkampf standesgemäss 6½:1½. Im zweiten Sonntagsmatch ließen die Norddeutschen dem hervorragend organisierenden Veranstalter unter ihrem Vorsitzenden Reimund Schott nicht den Hauch einer Chance und crashten die Heidelberg-Handschuhsheimer 7½.:½. Das Kongresshaus/Stadthalle bot ein würdiges Ambiente, die Organisation gute Services und die Akteuere nicht immer hervorragendes, aber sehr spannendes Schach, beziehungsweise Wettkämpfe. Das Restprogramm für die um die Meisterschaft 2009/2010 ringenden Mannschaften.
OSG Baden-Baden: EMSDETTEN, WATTENSCHEID, MÜHLHEIM-NORD und KATERNBERG
SV Werder Bremen: MÜHLHEIM-NORD, KATERNBERG, SOLINGEN und REMAGEN
SG Solingen: KÖNIG TEGEL, BERLIN, BREMEN und HAMBURG
Aufwiedersehen im nächsten oder übernächsten Jahr in Heidelberg!

Auf dem Weg zur prachtvollen Heidelberger Stadthalle

Startpunkt des OSG-Teams: Blick aus dem Fenster des Mariott Heidelberg

Taj Mahal, Calvary Chapel oder doch zur Enterprise?

Über die kommende Niederlage der OSG wird in der 1.Schachbundesliga sich niemand beklagen - vielleicht sind die Baden-Badener ein bisschen traurig, ob der verpassten Chance?

Blick vom anderen Ufer des Neckars: Stadthalle / Kongresshaus

Der prachtvolle Haupteingang: Stadthalle/Kongresshaus

Es ist angerichtet für den stärkstbesetzten Bundesligakampf aller Zeiten
die OSG Baden-Baden seit März 2006 in 51 Mannschaftskämpfen ohne Niederlage (mehr als 3 Saisons!)
"Ruhe vor dem Sturm" ein phantastisches Ambiente stellten die Heidelberger bereit!



OSG Baden-Baden - SAbt. SV Werder Bremen 3:5

Links: Georg Nippgen, Mannschaftsführer SK 1979 Heidelberg-HSH, Veranstalter und Sponsor,
Rechts: Gert Bartmann, Leiter Amt für Sport und Gesundheit der Stadt Heidelberg

Weltmeister Viswanathan Anand (Brett 1 - OSG Baden-Baden)

Vugar Gashimov (Brett 1 - SAbt. SV Werder Bremen)

Viswanathan Anand (BAD) - Vugar Gashimov (SWB) ½

Die Spitzenbretter der OSG Baden-Baden: Anand & Svidler

Die Spitzenbretter des SV Werder Bremen: Gashimov & Mamedyarov

Das Bremer Dreigestirn Michael Roiz, Tomi Nyback und Alexander Areshchenko führten das "letzte" Gefecht gegen die Baden-Badener Arkadij Naiditsch, Peter Heine Nielsen und Michael Adams

"Drama in Drei Akten" nachdem die OSG 3:4 zurücklag und Michael Adams die undankbare Aufgabe zu teil wurde unbedingt zu gewinnen ...

... Michel Adams kniete sich voll rein und riskierte in Zeitnot alles ...

... in Zeitnot dann das bittere Ende Michael Adams (BAD) - Alexander Areschenko (SWB) 0:1

MF Sven Noppes zur Presse und Kollegen Ingo Meyer-Siebert: Vishy Anand kann beim eventuellen Stichkampf am 23./24.April 2010 nicht mitspielen, weil er in Sofia Partie 1 und 2 im WM-Kampf gegen Vesselin Topalov am gleichen Wochenende spielen muss! Aber: zuerst muß bis dahin der Punktgleichstand zwischen der SG Solingen, SV Werder Bremen und der OSG Baden-Baden beibehalten werden!

Zum Schluß des Tages: völlig zufrieden und entspannt: Gashi & Shak



Intermezzi & Impressionen

Guter Service der Gastgeber - Live-Kommentierung

Live-Kommentierung - gute Zuschauerresonanz

Von Anfang bis zum Ende Evaluierung durch Fritz11 & CB10

Grenke Group: Baden-Badens Sponsor Wolfgang Grenke mit seiner rechten Hand Christian Bossert
Chefredakteur Bundesliga: Georgios Souleidis, Live-Übertragung Chess Tiger Thilo Gubler

Grenke - Bossert: "Alle Partien völlig ausgeglichen - wahrscheinlich 4:4!"

Moritz & Christian: kleiner und großer Bossert im Gleichklang

Macauley Peterson ICC (International Chess Club) berichtet international

Hartmut Metz (Schach Magazin & Badisches Tagblatt) berichtet regional und national
lässt sich aber hin und wieder gerne von der Arbeit ablenken

Kai (Darmstadt) und Jan-Christian (Limburg) begleiteten ihren Trainer GM Gennadi Ginsburg und ließen sich kaum stören beim "Blitzen" von den herumsitzend analysierenden Großmeister



Hamburger SK - OSG Baden-Baden 1½:6½

Mannschaftsführer Reinhard Arends (HSK) & Sven Noppes (BAD)

Weltmeister Viswanathan Anand (Brett 1 - OSG Baden-Baden)

Robert Kempinski (Brett 1 - Hamburger SK)

Arkadij Naiditsch (BAD) - Niclas Huschenbeth (HSK) 1:0 nach 136 Zügen
auch am zweiten Tag musste der deutsche Spitzenspieler über die volle Distanz

Niclas Huschenbeth hatte große Chancen auf ein Remis

Mickey Adams (Bad) musste am 2.Tag gegen ChessBase Mitarbeiter Oliver Reeh (HSK)ein Remis akzeptieren - suboptimal das Wochenende für ihn!

Peter Heine Nielsen hatte gegen Dirk Sebastian gut zu tun ...

Peter Heine Nielsen ist an den Schallgrenze von 2700 dran - 2697 2/2010

Der indische Weltmeister Viswanathan Anand scheint ein bisschen gelangweilt bei der Analyse seines Sekundanten



Impressionen der altehrwürdigen Universitätsstadt Heidelberg

Die alte Brücke (Karl-Theodor-Brücke) über den Neckar

Ein Wahrzeichen: Eingangstor zur alten Brücke

Die Plastik des Brückenaffens von Gernot Rumpf stammt aus dem Jahre 1978 und ist eine Nachbildung des Affen, der davor jahrhundertelang die Karl - Theodor - Brücke zierte. Er befindet sich neben dem Aufgang zum mittelalterlichen Tor, einen Spiegel in der Hand haltend, mit der hübschen Inschrift:

"Was thustu mich hie angaffen?/ Hastu nicht gesehen den alten Affen?/ Zu Heydelberg sieh dich hin und her,/ Da findestu wol meines gleichen mehr."!

Hochoben: das Heidelberger Schloss

Hochoben: das Heidelberger Schloss

Am Marktplatz/Hauptstraße: Hotel zum Ritter



Die Hauptstraße - Fußgängerzone & Prachtstraße

Die Heiliggeistkirche am Marktplatz

Allerlei Gehölz fiel bei Sturmböen von bis zu 150km/h am Sonntag auf die Straßen und wühlte den Neckar auf und ließ auch den Chaufeur zum Frankfurter Flughafen recht vorsichtig fahren!



Hans-Walter Schmitt

Published by HWS

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