TopTurniere Corus Chess 2010 - Shirov gönnt Kollegen Atempause Kramnik macht Boden gut / Giri dominiert B- und Robson die C-Gruppe
22.01.2010 - Kurz bevor sämtlichen Berichterstattern die Superlativen ausgehen konnten, hat Alexei Shirov seine beeindruckende Siegsserie beendet und in der sechsten Runde des 72. Corus Chess in Wijk aan Zee gegen Nigel Short ein Remis eingestreut. Das gab der Konkurrenz die dringend benötigte Möglichkeit, aufzuholen, die Vladimir Kramnik mit seinem zweiten Sieg in Folge nutzte. Der Russe hielt sich an Loek van Wely schadlos und befindet sich nun mit Magnus Carlsen, Hikaru Nakamura und Vassily Ivanchuk in Lauerposition, wenn man davon bei 1,5 Punkten Rückstand auf den Führenden sprechen darf. Für van Wely war dies nach seinem Auftaktsieg bereits die fünfte Niederlag in Serie. Die weiteren Siege der A-Gruppe gingen heute an Peter Leko gegen Fabiano Caruana und Leinier Dominguez gegen Sergey Tiviakov. In der B-Gruppe dominiert mit Anish Giri (Bild) weiterhin ein Youngster das Geschehen. Erneut konnte der Wahl-Niederländer siegen - dieses Mal gegen Tomi Nybäck - und so langsam darf sich Giri bei 5/6 und einer Performance von 2926 mit dem Gedanken anfreunden, beim nächsten Corus die A-Gruppe zu bereichern. Wage aber dennoch vorhanden sind die Chancen auf den Turniersieg für Arkadij Naiditsch. Nach langem Kampf gelang es ihm heute nicht, Dmitri Reinderman zu besiegen, sodass der Deutsche aber unbedingt einen Leistungs-Boost benötigt, um noch ganz oben mitmischen zu können. Im Vergleich zu Shirov und Giri nicht minder beeindruckend ist die derzeitige Leistung von Ray Robson in der C-Gruppe. Nach nunmehr sechs Runden hat er erst einen halben Zähler abgegeben und führt mit 5,5 Punkten und einer Performance von 2804 beinahe ungefährdet die Tabelle an. "Beinahe" deshalb, weil Chao Li nur einen halben Zähler zurückliegt. Noch ist beim Corus nichtmal Halbzeit und schon hat sich in jeder Gruppe ein Spieler vom Feld distanziert, bereit Schachgeschichte zu schreiben. Noch sind jedoch sieben lange Runden zu absolvieren, in denen wir hoffentlich weiter so interessantes und spannendes Schach geboten bekommen Die Zahl der (kurzen) Remisen jedenfalls hält sich bisher in einem erfreulich moderaten Rahmen, was mit Sicherheit an dem gesunden Mix aus Weltstars und Talenten liegt, für welchen das Corus mittlerweile weltberühmt ist.