TopTurniere Corus Chess 2010 - Shirov nicht zu stoppen? Carlsen, Ivanchuk und Nakamura bereits einen Zähler zurück
19.01.2010 - Eigentlich ist es nach vier von dreizehn Runden verfrüht, einen Spieler zum Top-Favoriten auf den Gesamtsieg zu bezeichnen, wenn dieser Spieler allerdings mit 4/4 durchs Feld pflügt, dann kommen unwillkürlich Erinnerungen an alte Zeiten auf, als Garry Kasparov noch mit von der Partie war. Nein, es ist mal nicht Magnus Carlsen, der das Geschehen in der A-Gruppe des Corus Chess 2010 in Wijk aan Zee dominiert, es ist Alexei Shirov. Der gebürtige Lette präsentiert sich heuer in bestechender Form, was jüngst Jan Smeets zu spüren bekam. Der Niederländer war ohne Chance und verhalf Shirov unfreiwillig zu einer aktuellen Performance von 3483. Da können selbst seine bisherigen Verfolger Carlsen und Nakamura nicht mehr folgen. Beide kamen heute nicht über ein Remis hinaus, wobei der Norweger gegen Nigel Short gute Chancen ausließ, während der Amerikaner gegen Weltmeister Viswanathan Anand mit dem halben Punkt sicherlich zufrieden war. Eingereiht in die Riege der Verfolger hat sich Vassily Ivanchuk. Der Ukrainer, der vor Kurzem noch die Brocken hinwerfen wollte, überspielte einen viel zu riskant agierenden Loek van Wely und wird vielleicht jetzt schon wieder anders über seine Rücktritts-Ankündigung denken. Bereits zwei Punkte Rückstand auf Shirov haben unter anderem die bisher sieglosen Vishy Anand und Vladimir Kramnik. In der B-Gruppe führen weiterhin Anish Giri und Ni Hua. Sie spielten heute gegeneinander und gaben mit ihrem Remis der Konkurrenz die Chance, den Abstand zu verkürzen. Leider konnte Arkadij Naiditsch die Gelegenheit nicht nutzen und verlor gegen Pentala Harikrishna, welcher sich nun ebenso wie Erwin L'Ami in Lauerstellung befindet. In der C-Gruppe ist aus dem Führungstrio ein Duo geworden. Sowohl Ray Robson als auch Li Chao konnten heute erneut gewinnen, doch Daniele Vocaturo verlor gegen Kjetil Lie. Für die "Bruchlandung des Tages" sorgte Nils Grandeluis. Der junge schwedische Großmeister hatte einen Totalaussetzer und ließ sich als Weißer von dem niederländischen FM Benjamin Bok in nur 21 Zügen hinrichten. Morgen können sich alle Spieler in Wijk aan Zee regenerieren, bevor am Donnerstag die fünfte Runde ansteht.