Nachrichten Aktuelles Tagesschach 100/09 - Erste Nullrunde in London Gelfand - Ponomariov 1,5:1,5 / Baden-Baden erobert Tabellenspitze
12.12.2009 - Zum ersten Mal erlebte die London Chess Classic eine Runde ohne entschiedene Partie. Somit führt weiter Magnus Carlsen vor Vladimir Kramnik. Noch weniger Spannung will im Finale des FIDE World Cup aufkommen. Auch die dritte Partie endete unentschieden. Grund zur Freude hat indes der amtierende deutsche Mannschaftsmeister aus Baden-Baden. Die OSGler eroberten die Spitzenposition in der Schachbundesliga und führen nun mit einem Zähler vor Werder Bremen.
London (ENG) - Vier Remis in einer Runde, das sieht natürlich keiner gern, aber bisher kann man sich bei der London Chess Classic nicht über zu kurze Partien beklagen. Immerhin überschritten alle Partien die 40 Züge-Marke und zwischen Nigel Short und Ni Hua wurde sogar bis zum Patt gespielt.
Schauen wir nicht zurück sondern auf die morgigen Paarungen. Vladimir Kramnik trifft mit den schwarzen Steinen auf David Howell, welcher mit den weißen Steinen schon gegen Magnus Carlsen keine glückliche Figur machte. Der Norweger indes selbst hat auch Schwarz und zwar gegen den Chinesen Ni Hua. Allein aus ELO-Sicht muss Carlsen irgendwie versuchen, Gewinnchancen zu generieren, aber das hat er in letzter Zeit ja zu einer wahren Meisterschaft entwickelt. Im britischen Duell zwischen Michael Adams und Nigel Short könnte viel Frieden in der Luft liegen, aber genauso könnte einer die Partie nutzen wollen, um sich gesund zu stoßen - Short in der Tabelle und Adams hätte gerne endlich seine 2700+ zurück! Hikaru Nakamura ist, wenn er sich rundum wohl fühlt, für jeden Spieler der Welt gefährlich, aber er hat die Geduld nicht gerade gepachtet. Umso erstaunlicher, dass der Amerikaner bisher nur Unentschieden auf seinem Konto hat. Das wurmt ihn garantiert und morgen könnte das Luke McShane im Duell der Verfolger zu spüren bekommen.
Stand nach Runde 4
Name
Land
ELO
Punkte
1. Magnus Carlsen
NOR
2801
8
2. Vladimir Kramnik
RUS
2772
7
3. Luke McShane
ENG
2615
4
4. Hikaru Nakamura
USA
2715
4
5. Michael Adams
ENG
2698
4
6. David Howell
ENG
2597
4
7. Ni Hua
CHN
2665
2
8. Nigel Short
ENG
2707
3
Für einen Sieg gibt es drei und für ein Remis einen Punkt.
Runde
3 - Donnerstag, 10. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Luke McShane - Vladimir Kramnik
0:1
David Howell - Magnus Carlsen
½:½
Hikaru Nakamura - Nigel Short
½:½
Ni Hua - Michael Adams
½:½
Ruhetag - Freitag, 11. Dezember
Runde
4 - Samstag, 12. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Vladimir Kramnik - Michael Adams
½:½
Nigel Short - Ni Hua
½:½
Magnus Carlsen - Hikaru Nakamura
½:½
Luke McShane - David Howell
½:½
Runde
5 - Sonntag, 13. Dezember 2009, 15:00 Uhr
David Howell - Vladimir Kramnik
:
Hikaru Nakamura - Luke McShane
:
Ni Hua - Magnus Carlsen
:
Michael Adams - Nigel Short
:
Runde
6 - Montag, 14. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Vladimir Kramnik - Nigel Short
:
Magnus Carlsen - Michael Adams
:
Luke McShane - Ni Hua
:
David Howell - Hikaru Nakamura
:
Runde
7 - Dienstag, 15. Dezember 2009, 13:00 Uhr
Hikaru Nakamura - Vladimir Kramnik
:
Ni Hua - David Howell
:
Michael Adams - Luke McShane
:
Nigel Short - Magnus Carlsen
:
Khanty-Mansiysk (RUS) - Bisher ist das Finale des FIDE World Cup 2009 zwischen Boris Gelfand und Ruslan Ponomariov eine ziemlich triste Angelegenheit. Auch die dritte Partie endete, nachdem sich beide 37 Züge lang fröhlich durchgetauscht hatten, im Remishafen. Morgen hat Gelfand nochmals die weißen Steine und die letzte Chance, seinen Gegenüber unter Druck zu setzen. Sollten beide Spieler wiederum die Arbeit verweigern, folgen am Montag wieder die bekannten vier Schnellpartien nebst möglichem Blitz-Finale.
In der Schachbundesliga hat die OSG Baden-Baden den gewohnten Platz an der Sonne eingenommen. Nützlich - aber nicht entscheidend - dabei war die vorgezogene Begegnung am Freitag gegen Reisepartner Heidelberg. Mit 6:2 setzte sich der deutsche Meister gegen den Aufsteiger durch. Doch auch ohne diesen Sieg würde Baden-Baden die Tabelle hauchdünn - mit zwei Brettpunkten - vor Werder Bremen anführen, denn heute schlug man mit dem gleichen Ergebnis die SG Trier. Bremen leistete sich derweil ein knappes 4,5:3,5 gegen Emsdetten. Auf Rang drei liegt Wattenscheid nach einem 5:3 in Hamburg. Schlusslicht sind weiterhin die Könige aus Tegel. Die Berliner unterlagen Mühlheim deutlich mit 1,5:6,5.
Morgen um 10 Uhr startet die letzte Runde vor der Winterpause.
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