Nachrichten Aktuelles Tagesschach 99/09 - Kramnik siegt, Carlsen verschenkt Sieg gegen Howell Remis in der ersten Finalpartie des World Cup
10.12.2009 - In der dritten Runde der London Chess Classic 2009 konnte nur Vladimir Kramnik seine Partie gegen Luke McShane gewinnen und sich so den alleinigen zweiten Rang sichern. Magnus Carlsen verpasste es gegen David Howell, den Sack zuzumachen und ließ den jungen Briten ins dennoch nicht unverdiente Remis entkommen. Auch die beiden anderen Partien endeten friedlich. In der ersten Finalpartie des FIDE World Cup trennten sich Boris Gelfand und Ruslan Ponomariov ebenfalls remis. Bevor die Schachbundesliga in die lange Winterpause bis Februar 2010 geht, finden vom 11. bis 13. Dezember die Kämpfe der 5. und 6. Runde sowie zwei vorgezogene Begegnungen der 7. Runde statt. Der Bericht von Georgios Souleidis informiert über die Paarungen an den Spielorten Erfurt, Heidelberg, Berlin-Tegel und Hamburg. Und zu guter Letzt möchten wir Ihnen den "Schach in Hessen"-Newsletter Nr. 31 von Hans-Dieter Post zum Download anbieten.
London (ENG) - Vladimir Kramnik hat sich offensichtlich noch nicht damit abgefunden, dass Magnus Carlsen einen Start-Ziel-Sieg hinlegen könnte und legte nach gestern in der heutigen Partie gegen Luke McShane gleich den nächsten Sieg nach. Dabei scheute der Russe kein Risiko und wurde dafür von seinem Gegner belohnt. Magnus Carlsen brachte sich im Gegenzug nach einer starken Partie gegen David Howell selbst um die Früchte seiner Arbeit, als er im entscheidenden Augenblick eine relativ einfache taktische Lösung übersah. Danach kämpfte Howell wie ein echter Tiger und wurde nach 79 Zügen verdient mit einem Remis gegen die Nummer 1 der Weltrangliste belohnt. Zwischen Ni Hua und Michael Adams stand mal wieder der spanische Marshall-Angriff zur Diskussion, welcher bekanntlich eine recht hohe Remiswahrscheinlichkeit birgt, sodass die Teilung der Punkte nach 36 Zügen keine große Überraschung darstellte. Für Hikaru Nakamura scheint London das Turnier der Turmendspiele zu sein. Zum dritten Mal musste er in diesen sauren Apfel beissen - dieses Mal gegen Nigel Short - und zum dritten Mal sprang "nur" ein halber Zähler heraus.
Morgen dürfen sich die Spieler von ihren teils sehr langen Partien erholen, bevor es am Samstag dann in die zweite Turnierhälfte geht.
Stand nach Runde 3
Name
Land
ELO
Punkte
1. Magnus Carlsen
NOR
2801
7
2. Vladimir Kramnik
RUS
2772
6
3. Luke McShane
ENG
2615
3
4. Hikaru Nakamura
USA
2715
3
5. Michael Adams
ENG
2698
3
6. David Howell
ENG
2597
3
7. Ni Hua
CHN
2665
2
8. Nigel Short
ENG
2707
2
Für einen Sieg gibt es drei und für ein Remis einen Punkt.
Runde
3 - Donnerstag, 10. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Luke McShane - Vladimir Kramnik
0:1
David Howell - Magnus Carlsen
½:½
Hikaru Nakamura - Nigel Short
½:½
Ni Hua - Michael Adams
½:½
Ruhetag - Freitag, 11. Dezember
Runde
4 - Samstag, 12. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Vladimir Kramnik - Michael Adams
:
Nigel Short - Ni Hua
:
Magnus Carlsen - Hikaru Nakamura
:
Luke McShane - David Howell
:
Runde
5 - Sonntag, 13. Dezember 2009, 15:00 Uhr
David Howell - Vladimir Kramnik
:
Hikaru Nakamura - Luke McShane
:
Ni Hua - Magnus Carlsen
:
Michael Adams - Nigel Short
:
Runde
6 - Montag, 14. Dezember 2009, 15:00 Uhr
Vladimir Kramnik - Nigel Short
:
Magnus Carlsen - Michael Adams
:
Luke McShane - Ni Hua
:
David Howell - Hikaru Nakamura
:
Runde
7 - Dienstag, 15. Dezember 2009, 13:00 Uhr
Hikaru Nakamura - Vladimir Kramnik
:
Ni Hua - David Howell
:
Michael Adams - Luke McShane
:
Nigel Short - Magnus Carlsen
:
Khanty-Mansiysk (RUS) - Heute spielten Boris Gelfand und Ruslan Ponomariov ihre erste von mindestens vier Finalpartien um den Sieg beim FIDE World Cup 2009. In der Vergangenheit endete jede Partie mit klassischer Bedenkzeit zwischen diesen beiden Spielern ohne einen Sieger und auch heute sollte sich daran nichts ändern. Ponomariov führte die weißen Steine und Gelfand verteidigte sich Russisch. Unter Top-GM sagt das beinahe schon alles. Der Israeli nutzte jede Gelegenheit, das Material zu reduzieren und nach 37 Zügen hatte er das angestrebte Remis unter Dach und Fach. Auf die morgige Partie darf man sehr gespannt sein, denn sollte Gelfand dort sein "Aufschlagsspiel" mit Weiß zum Sieg führen können, dürfte es für Pono gegen diesen grundsoliden Gegner nur sehr schwer einen Weg zurück ins Match geben.
"Pssst, Boris, machen wir remis?" - "Ach komm', einen Kaffee gönnen wir uns vorher noch!"
"Ich hätte so gerne noch Zucker im Kaffee ..."
"Aber der Pono hat ihn alle gemacht!!!"
"Wenn Boris wüsste, dass ich eigentlich keinen Zucker im Kaffee mag ..."
In Erfurt kommt es gleich zu drei Duellen, die abstiegsrelevant sind. Der Reigen wird am Freitag mit der vorgezogenen Begegnung aus der 7. Runde zwischen dem Gastgeber und München eröffnet. Beide Teams haben nach vier Runden jeweils einen Punkt auf ihrem Konto und ihr direktes Aufeinandertreffen verspricht spannende und ausgekämpfte Partien. Beide Mannschaften treffen im Verlauf des Wochenendes dann auf Remagen. Obwohl das Team aus dem Rheinland leicht favorisiert ist, könnte es hier zu der einen oder anderen Überraschung kommen. Solingen nimmt unter den anwesenden Teams in der thüringischen Landeshauptstadt die Favoritenrolle ein. Alles Andere als zwei Siege gegen München und Erfurt wäre eine große Überraschung, zumal sich die Klingenstädter bislang als geschlossene Einheit präsentiert haben.
Freitag, 11. Dezember, 16 Uhr, 7. Runde
Erfurter SK - Bayern München
Samstag, 12. Dezember, 14 Uhr, 5. Runde
Erfurter SK - SG Solingen
Bayern München - SC Remagen
Sonntag, 13. Dezember, 10 Uhr, 6. Runde
SG Solingen - Bayern München
SC Remagen - Erfurter SK
Der Aufsteiger SK Heidelberg-Handschuhsheim präsentiert sich zum ersten Mal vor heimischer Kulisse und bittet seine Gäste im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar an die Bretter. Gegen den deutschen Meister OSG Baden-Baden ist man in der vorgezogenen Begegnung der 7. Runde am Freitag klarer Außenseiter, genauso wie am Samstag gegen Eppingen. Im Vergleich gegen Trier am Sonntag darf sich der Gastgeber aber Chancen ausrechnen, um weitere Punkte im Abstiegskampf zu sammeln. Einer der Spitzenkämpfe des gesamten Bundesligawochendes findet am Sonntag zwischen Eppingen und Baden-Baden statt. Nach dem verkorksten Wochenende in Bremen werden die Kraichgauer hochmotiviert an die Bretter gehen, um Wiedergutmachung zu betreiben.
Spielort: Olympiastützpunkt Rhein-Neckar, Im Neuenheimer Feld 710, 69120 Heidelberg
Der Aufsteiger König Tegel steht nach vier Runden als einziges Team der Liga noch ohne Punktgewinn am Tabellenende. Das soll sich bei den Heimkämpfen gegen Mülheim und Katernberg ändern. Von der Papierform sind die West-Teams zwar favorisiert, aber Mülheim zeigte zu Beginn der Saison ungeahnte Schwankungen und die Essener haben sich in den letzten Jahren gegen nominell schwächere Teams immer mal wieder schwer getan. Dementsprechend darf sich auch das zweite Team aus der Hauptstadt, SF Berlin, Chancen ausrechnen. Der Kampf zwischen den Schachfreunden und SF Katernberg dürfte gemäß Erwartung der spannendste an diesem Spielort werden.
Spielort: Hotel am Borsigturm Betriebs GmbH (Best Western), Am Borsigturm 1, 13507 Berlin
Samstag, 12. Dezember, 14 Uhr, 5. Runde
SK König Tegel - SV Mülheim Nord
SF Berlin - SF Katernberg
Sonntag, 13. Dezember, 10 Uhr, 6. Runde
SV Mülheim Nord - SF Berlin
SF Katernberg - SK König Tegel
In Hamburg kommt es nach der jetzigen Tabellensituation zum zweiten Spitzenkampf dieses Wochenendes zwischen dem Tabellenführer Werder Bremen und SV Wattenscheid. Diese Teams treffen in der 6. Runde aufeinander und da sie bekannt sind für ihr kompromißloses Spiel, können sich die Zuschauer auf einen langen Sonntag gefasst machen. Kompromißlos und spannend dürften auch die restlichen Begegnungen an diesem Ort ausfallen, denn auch die Spieler des Gastgebers als auch Emsdettens sind nicht bekannt dafür, sich mit schnellen Unentschieden aufzuhalten.
Spielort: Kasino der Signal Iduna Versicherungen, Kapstadtring 8, 22297 Hamburg
Samstag, 12. Dezember, 14 Uhr, 5. Runde
Hamburger SK - SV Wattenscheid
Werder Bremen - SK Turm Emsdetten
Sonntag, 13. Dezember, 10 Uhr, 6. Runde
SV Wattenscheid - Werder Bremen
SK Turm Emsdetten - Hamburger SK
Schach in Hessen - Hier erhalten Sie den Newsletter von Schach in Hessen aus der Feder unseres Hans-Dieter Post im PDF-Format. So können Sie sich jeden Newsletter wahlweise bequem direkt anschauen und/oder herunterladen und sich so eine chronologische Sammlung aller hessischen Schach-Wichtigkeiten 2009 anlegen. Heute erscheint Newsletter Nr. 31.
Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de