Nachrichten Snowdrops besiegen Old-hands denkbar knapp Czech Coal Chess Match endet 16,5-15,5 für die Ladies
07.12.2009 - Im tschechischen Marienbad (oder auch Mariánské Lázně) endete am Samstag das Czech Coal Chess Match zwischen vier jungen und bezaubernden Damen und vier betagten aber erfreulich rüstigen Altmeistern des Schachs. Zur Halbzeit dieses Duells hatte es noch so ausgesehen, als würden die Mädels langsam aber stetig davonziehen, aber in der zweiten Hälfte zeigten Viktor Korchnoi, Vlastimil Hort, Jan Timman und Robert Hübner, dass sie nicht nur perfekte Gentlemen (zumindest gegnüber dem schönen Geschlecht) sind, sondern dem weiblichen Nachwuchs durchaus noch etwas beibringen können. Besonders Korchnoi zeigte sich nach schlechtem Start ehrgeizig und holte 3/4 in der zweiten Turnierhälfte, wobei er in der Schlussrunde die beste Spielerin des Turniers, Humpy Koneru (5,5/8), besiegte. Am Ende reichte es aber doch zu einem knappen 16,5 zu 15,5 für Koneru, Kateryna Lahno, Anna Muzychuk und Jana Jacková.
Die schwangere Kateryna Lahno ging es ruhig an und wurde mit acht Unentschieden Remis-Königin
Jana Jacková war mit ihren 2,5/8 sicher weniger glücklich, aber auf der Abschlussfeier strahlte sie trotzdem
Viktor Korchnoi verlor zwei Partien auf Zeit, doch in der zweiten Turnierhälfte kämpfte er sich noch auf 3,5/8
Besser machte es mit 4,5/8 Jan Timman
Dr. Robert Hübner erzielte bei einem Sieg und einer Niederlage 4/8
Vlastimil Hort holte wie Korchnoi 3,5/8
Die siegreichen Snowdrops
Die besiegten Old-hands
Begleitet wurde die Abschlussfeier von den zarten Klänge einer Harfe
Da war auch Robert Hübner bestens gelaunt und "Vlasti" bekam glänzende Augen
Und auch Viktor Korchnoi amüsierte sich königlich
Doch die Königin von Marienbad war eindeutig Humpy Koneru
"Tschüssi!", sagt auch der Herr Papa - Vielleicht bis zum nächsten Jahr!
Noch ein paar Impressionen rund um das Turnier ...
Immer wieder fanden sich interessante Analysegrüppchen - Hier beispielsweise der ehemalige FIDE Präsident Fridrik Olafsson (1978-82), DER Trainer schlechthin Mark Dvoretsky, die niederländische Legende Jan Timman und Weltmeister Boris Spassky
Fridrik Olafsson - hier im Gespräch mit Hauptschiedsrichter Pavel Votruba - gab am Rande des Events ein kleines Simultan. Der isländische Großmeister konnte 1980 in einem Turnier in Argentinien als FIDE-Präsident den damaligen Weltmeister Anatoly Karpov besiegen, was wohl einzigartig in der Schachgeschichte sein dürfte.
Robert Hübner versunken in die Partien seiner Kolleginnen und Kollegen
In der Analyse zwischen Kateryna Lahno und Jan Timman hatte Endspielexperte Mark Dvoretzky seine Hände im Spiel ...
... während es Boris Spassky liebt, selbst den Trainer zu geben - wie hier bei Anna Muzychuk
Das Rahmenprogramm bot unter anderem den Besuch in Böhmens ältester Bibliothek
Für den promovierten Papyrologen Robert Hübner ein echtes Highlight
Und abends hatte dann oft der Barkeeper das Sagen
Der Vorsitzende der Prague Chess Society und Organisator des Events, Pavel Matocha, beim verdienten Feierabend-Drink mit seinem Team
Und wurden die Gläser mal knapp, tat es auch ein Gemeinschafts-Eimer. Während bei machen Schachturnieren Mundschutz en vouge ist, zuzelt hier gleich das halbe Team mit. Vielleicht ja nach dem bekannten Großfamilien-Motto: "Besser, es werden alle gleichzeitig krank, als nacheinander!"
Zu späterer Stunde wurde auch der Fotograf etwas kreativer und so schliessen wir mit diesem und dem folgenden gelungenen Schuss diesen Bilderreigen. Hier sehen wir Kristýna Němcová