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Aktuelles Tagesschach 93/09 - Tiviakov gewinnt in Hoogeveen
Unnötige Niederlage des deutschen Teams bei der Euro in Novi Sad
24.10.2009 - Sergei Tiviakov hat das 13. Univé Schaaktoernooi Hoogeveen gewonnen. In der Schlussrunde genügte ihm ein Remis gegen Anish Giri, da auch Judit Polgar und Vassily Ivanchuk remisierten. Insgesamt war das Turnier mit elf Unentschieden aus zwölf Partien eine Enttäuschung. Und wo wir gerade bei schlechten Nachrichten sind, das deutsche Team hat sich in der dritten Runde der laufenden 17. European Team Chess Championship 2009 gegen Aserbaidschan selbst mit 1,5:2,5 geschlagen. An der Spitze stehen noch vier Teams mit einem makellosen Mannschaftspunkte-Konto: 1. Serbien, 2. Aserbaidschan, 3. Georgien und 4. Israel

Hoogeveen (NED) - Bereits kurze Zeit nach dem Start der letzten Runde beim 13. Univé Schaaktoernooi Hoogeveen stand Sergei Tiviakov so gut wie sicher als alleiniger Turniersieger fest, denn nach nur 17 Zügen teilten Judit Polgar und Vassily Ivanchuk den Punkt. Da klar war, dass Anish Giri - wie das komplette Turnier über - jederzeit ein Remisangebot annehmen würde, versuchte Tiviakov noch eine Zeit lang, seinen Landsmann zu einem Fehler zu verleiten, doch nach 56 Zügen nahm er das gegnerische Friedensangebot doch an. Ganz sicher wird es Experten geben, die selbst bei einer Schwindel erregenden Remisquote von 91,6 Prozent noch Gutes an diesem Turnier sehen, doch für den Zuschauer war es über weiteste Strecken schlichtweg langweilig.

Das parallel ausgetragene und deutlich spannendere Open konnte der britische GM Stewart Haslinger mit einem Zähler Vorsprung vor GM Michail Brodsky und GM Friso Nijboer gewinnen.

Offizielle Turnierseite

Partien (PGN)


Runde 1
Sonntag, 18. Oktober
Anish Giri - Vassily Ivanchuk ½
Judit Polgar - Sergei Tiviakov ½

Runde 2
Montag, 19. Oktober
Judit Polgar - Vassily Ivanchuk ½
Anish Giri - Sergei Tiviakov ½

Runde 3
Dienstag, 20. Oktober
Judit Polgar - Anish Giri ½
Sergei Tiviakov - Vassily Ivanchuk ½

RUHETAG
Mittwoch, 21. Oktober

Runde 4
Donnerstag, 22. Oktober
Sergei Tiviakov - Judit Polgar 1-0
Vassily Ivanchuk - Anish Giri ½

Runde 5
Freitag, 23. Oktober
Anish Giri - Judit Polgar ½
Vassily Ivanchuk - Sergei Tiviakov ½

Runde 6
Sonntag, 24. Oktober
Judit Polgar - Vassily Ivanchuk ½
Sergei Tiviakov - Anish Giri ½




Novi Sad (Serbien) - Was gestern noch eine mittlere Sensation gewesen wäre, war heute bei der 17. European Team Chess Championship 2009 für das deutsche Team zum Greifen nahe. Vielleicht kein Sieg aber ein 2:2 wäre nach rund der Hälfte der Spielzeit allemal drin gewesen. Am Spitzenbrett stand Arkadij Naiditsch mit Schwarz gegen Teimour Radjabov solide, an Brett 2 hatte Georg Meier gegen Vugar Gashimov sogar leichte Initiative, an Brett 3 stand Daniel Fridman gegen Shakhriyar Mamedyarov bedenklich, doch an Brett 4 hatte Jan Gustafsson gegen Rauf Mamedov bereits klaren Positionsvorteil. Wenig später hatte Naiditsch das Remis unter Dach und Fach und musste dann zuschauen - oder hat er gar zusammen mit Bundestrainer Uwe Bönsch dafür votiert? -, wie Gustafsson urplötzlich Remis machte. Sicherlich, der Deutsche hatte nicht optimal gespielt und zuvor einen Teil seines Vorteils verspielt, doch er stand auf gar keinen Fall schlechter. Angesichts der Tatsache, dass bei Meier mittlerweile ein Remis immer wahrscheinlicher wurde und Fridman schwer zu kämpfen hatte, löste Gustafssons Handeln auch bei den zahlreichen Kiebitzen im Internet Entsetzen aus.

Endstellung Gustafsson - Mamedov nach 28.La4-b3

Bewerten Sie selbst, ob Sie diese Stellung mit dem Läuferpaar,
dem Freibauer auf der d-Linie und dem eventuell anfälligen
schwarzen Bauer auf e4 als Weißer remis gegeben hätten ...

Gustafsson hatte recht wenig Bedenkzeit übrig, aber dieses Argument wird so beständig bemüht, dass man es nicht mehr hören mag. Gehört es nicht auch zum Job eines Profis, im Laufe der Zeit den Umgang mit selbiger zu lernen? Zugleich stand zu diesem Zeitpunkt ganz einfach der Mannschaftskampf auf der Kippe und da muss man auch mal über seinen Schatten und kopfüber in die Zeitnotschlacht springen! Es kam, wie es kommen musste. Georg Meier war nun in einer Stellung, die es nicht mehr hergab, zum Spiel auf Sieg verdammt, da er nicht darauf warten konnte, ob Fridman mit Minusbauer überleben würde und überreizte mit fliegenden Fahnen. Vugar Gashimov brauchte sich nur noch auf den weißen König zu stürzen und ihm den Garaus zu machen. Da war Fridmans zäher Kampf um das Remis gegen Mamedyarov, der letztlich sogar belohnt wurde, nur noch von statistischem Wert beziehungsweise gut für die Brettpunkte. Schade, mit etwas mehr Cleverness in den entscheidenden Phasen war heute defintiv ein 2:2 gegen eines der besten Teams der Europameisterschaft möglich!

Wie es richtig geht, zeigten beispielweise die Serben bei ihrem 2,5:1,5 gegen die Favoriten aus Armenien. Da konnte auch das armenische Spitzenbrett Levon Aronian mit einem weiteren glanzvollen Endspielsieg gegen Ivan Ivanisevic nicht mehr helfen. Sein Freund Gabriel Sargissian verlor gegen den rund hundert ELO-Punkte leichteren Dragan Solak und auch Arman Pashikian unterlag seinem Gegenüber Robert Markus. Am vierten Brett kam Tigran Petrosian gegen Milos Perunovic nicht über ein Remis hinaus und schon war die Sensation und die Tabellenführung für Serbien perfekt. Ebenfalls ohne Punktverlust sind die Teams aus Aserbaidschan, Georgien (2,5:1,5 gegen Ungarn) und Israel (2,5:1,5 gegen Spanien).

Der einstige Mitfavorit auf den Titel, das Team aus Bulgarien mit Veselin Topalov am Spitzenbrett, musste heute seine zweite Niederlage hinnehmen. Mit 1,5:2,5 unterlag man überraschend gegen England, obwohl Topalov gegen Michael Adams siegte. Doch Ivan Cheparinov unterlag Luke McShane und an Brett 3 soll bei dem Bulgaren Aleksander Delchev nach dessen erstem Zug das Handy geklingelt haben ...

Die Europameisterschaft bei den Frauen sieht nach drei Runden nur noch ein Team, welches alle möglichen Punkte einheimsen konnte. Die Georgierinnen liessen gegen unsere deutschen Mädels nichts anbrennen und fegten diese mit 3,5:0,5 gekonnt vom Brett. Lediglich Marta Michna erreichte gegen Nino Khurtsidze einen halben Ehrenpunkt, der immerhin bedeutet, dass Deutschland noch in den Top 10 ist. Es führt also Georgien mit 6 vor gleich sechs Teams mit 5 Punkten.

Alle Ergebnisse und Fakten bei Chess-Results.com

Offizielle Veranstaltungsseite der ETCC 2009

Homepage European Chess Union




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Published by Mike Rosa

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