Nachrichten OSG Baden-Baden gut in die Bundesligasaison 09/10 gestartet Vorfreude auf den 1.Heimkampf im neuen Kulturhaus LA8 - Lichtenthaler Allee Nr.8 - am 14./15. November steigt
20.10.2009 - Der seit vier Jahren ununterbrochen amtierende Deutsche Meister, OSG Baden-Baden, lag am Sonntag gegen den SC Remagen nach gut 3½ Stunden Spielzeit mit 2:3 zurück, konnte dann aber mit drei beeindruckend herausgespielten Weißsiegen von Arkadij Naidisch und Alexei Shirov, beziehungsweise dem Schwarzsieg von Peter Heine Nielsen den SC Remagen auf der Zielgeraden in die Schranken weisen. Selbst knappe Niederlagen, beziehungsweise spannende Verläufe der Wettkämpfe, elektrisieren die Heimzuschauer trotz besseren Wissens über das schachliche Restpotenzial der laufenden Partien sowie der Restbedenkzeit. Aber genau dieses Prinzip Hoffnung, beziehungsweise die Möglichkeit, dass der "Krug nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht" zeigt den besonderen Reiz des Baden-Badener Bundesliga Ensemble bei Auswärtsspielen.
Gelungener Saisonstart 2009/2010 der OSG Baden-Baden in Solingen
Schon beim European Team Club Cup wurde die Mannschaft des Deutschen Meisters nicht vom hauptamtlichen MF Sven Noppes betreut, sondern vom OSG Urgestein in Diensten der Grenke Group Christian Bossert, wobei die Mannschaft mit großem Abstand die meisten Brettpunkte erzielte, aber zwei entscheidende Wettkämpfe gegen Mitfavoriten 2½:3½ verlor und schlussendlich nur den 5.Platz belegte. Das Erzielen von vielen Brettpunkten wollte der stellvertretende MF Hans-Walter Schmitt, für Sven Noppes in Solingen eingesprungen, nicht als generelle Linie in der Bundesligasaison 2009/2010 als Losung ausgeben, sondern stellte auf seine ihm naturgegebene Art und Weise nüchtern fest, dass er in jedem Wettkampf 4½ Punkte durchaus als ausreichend schätzt und wies mit einem Augenzwinkern auf die Leistungsanreize durch Mannschafts- und Individualbonus hin. Dass die Spieler die Ansage des MF offensichtlich zu wörtlich nahmen, deutet eventuell auf die geringe Ausbeute an Brettpunkten an diesem Wochenende hin. Doch weit gefehlt, die Wettkampfverläufe waren so gestrickt, dass sie optimale Spannung für die Zuschauer bedeuteten, aber keineswegs sich aufregend für den MF gestalteten - auch ein 4:4 wäre kein Beinbruch gewesen, wenn nicht wir selbst als OSG-Verantwortliche einen daraus machen wollten, Schach-Mannschaftskämpfe sind Sport und alles ist meist (wahrscheinlich) normal, aber nichts ist unmöglich. Wenn man bedenkt, dass die OSG Baden-Baden seit der Niederlage in der Saison 2004/2005 in Köln-Porz mit 3½:4½ (zwei "Black out's" von Krasenkov & Vallejo Pons) kein Mannschaftskampf mehr in der Bundesliga verloren hat, so muss man sicher auch einmal einkalkulieren, dass es irgendwann passieren kann, dass das OSG-Team einen rabenschwarzen Tag erwischt oder ein Gegner über sich hinauswächst - oder gar beides zusammen kommt! Auch die große Serie ihres Spitzenspielers und Weltmeisters Viswanathan Anand ist dieses Jahr bei der Chess Classic in Mainz nach neun hintereinander erzielten Siegen zu Ende gegangen, wobei seine Leistungsstärke sicher nicht kleiner geworden ist, aber die anderen, wie zum Beispiel Aronian, sind stärker geworden. Ein ganz normaler Prozess im Sportgeschäft. Wer jetzt glaubt, dass hier jemand psychologisch vorbaut, um zukünftige Misserfolge zu Schönen, dem sei versichert: Vishy Anand wird gegen Veselin Topalov stark sein und die 1.Mannschaft der OSG Baden-Baden wird in dieser Saison sehr stark sein.
Einige Neuerungen gab es im Vorfeld der OSG schon zu vermelden. Die OSG hat mit Jan Gustafsson vom Hamburger HSK einen wirklich guten "Typen" und starken Spieler dazu bekommen, dass er im allerersten Wettkampf gegen die SG Solingen mit dem Sieg gegen den Österreicher Markus Ragger nachhaltig unter Beweis stellte. Die OSG wird in Zukunft beim offiziellen Auftreten mit einheitlichen Hemden mit dezentem Aufdruck des Sponsors GRENKE den Zuschauern sichtbar werden und hat die Vorreiterrolle bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellungen, bereits Donnerstagabend 18:00 Uhr vorm Spieltag, gerne übernommen, damit die Interessierten die Aufstellungen der Teams bereits vor ihrem Besuch studieren können. Hierfür gebührt gleichermaßen dem Reisepartner SK Heidelberg-Handschuhsheim und den jeweiligen Gegnern, wie jetzt der SG Solingen und dem SC Remagen, ein herzliches Dankeschön. Um den Zuschauern möglichst gute Informationen an die Hand zu geben, wurde rechtzeitig zu Beginn der neuen Spielzeit das OSG Exposé (Saisonheft 2009/2010) von Patrick Bittner vorgelegt. Die 100 Exemplare waren in Solingen ruckzuck vergriffen. Doch die Krönung der Neuerungen in dieser Saison stellt die Inbetriebnahme des Bundesliga-Spielortes im Kulturhaus LA8 (Lichtenthaler Allee Nr.8) an der Museeumsmeile in Baden-Baden dar. Die OSG Baden-Baden freut sich jetzt schon auf die Gäste von Bayern München und dem Erfurter SK am 14./15.November 2009.
Wenn Donnerstagabend die Mannschaftsaufstellungen mit den Paarungen auf der Bundesliga-Homepage bekannt gegeben werden hat der Mannschaftsführer, die Zuschauer, die Schiedsrichter und die Live-Übertrager den riesigen Vorteil, die Informationen zu ihrem Nutzen zu verarbeiten. Den größten Vorteil haben allerdings die Spieler, die sich gründlich vorbereiten können, um möglichst spektakulär und zuschauerfreundlich den Gegner vor Ort am Spieltag "bearbeiten" zu können. Eine kleine gern gebrauchte Ausrede der Spieler, man habe sich auf den falschen Gegner vorbereitet, fällt allerdings dann weg! Der Wettkampf gegen Solingen bescherte den Oosern an den ungraden Brettern die weißen Steine und an den geraden die schwarzen. Im Verlauf des Wettkampfes stellte sich bald heraus, dass nur in der Begegnung Movsesian - Buhmann sich klare Vorteile für die OSG abzeichneten, aber die Schwarzspieler Shirov und Gustafsson unangenehme Schwierigkeiten hatten. Nach gut 2½ Stunden stand es dann 2½:1½. Sergei Movsesian hatte seinen Vorteil zum Gewinn realisiert, Svidler, Schlosser und Dautov hatten mit unspektakulären Remisen abgeschlossen. Jan Gustafsson hatte seine Partie in der vierten Stunde gedreht und stand besser, Peter Heine Nielsen gegen L'Ami stand auch ziemlich gut, Shirov etwas schlechter. Naiditsch spielte engagiert gegen Jan Werle auf den vollen Punkt und verzockte durch einen richtig dicken Überseher. Die Partie war weg, dem Ausgleich folgte aber umgehend der "fette" Punkt von Neuzugang Jan Gustafsson gegen Markus Ragger mit Schwarz, 3½:2½. Es ging jetzt nur noch für Alexei Shirov gegen Predrag Nikolic in Zeitnot vor dem 40.Zug seine Partie zum Remis zu stabilisieren, denn Peter Heine sollte warten, bis dies klar war, ehe ihm die Wahl Remis anzunehmen oder ein halsbrecherischen Gewinnversuch zu unternehmen als Alternative gebleiben wäre. Shirov schätzte seine Partie remis ein und Peter Heine Nielsen konnte das Remis annehmen, 4:3 der Spielstand kurz nach 18:00 Uhr. Danach begann in der Partie Nikolic - Shirov die über dreistündige Lavierungsphase, bei der Nikolic die Verteidigung von Shirov nicht überwinden konnte, trotz des für ihn günstig erscheinenden Ungleichgewichtes in der Materialverteilung: zwei Springer und Turm gegen zwei Türme von Shirov und jeweils drei verbundene Königsflügelbauern. Um 21:04 Uhr wurde die Partie durch Wiederholung der Stellung nach 94 Zügen remis: Endstand 4½:3½. Fazit: hätte Arkadij Naiditsch einfach remis gemacht, hätte es den spannenden Einteiler an Brett zwei nicht gegeben. Aber "Wäre, Wenn, & Hätte" sind ganz arme Gesellen!
Am Vorabend hatte schon der Team-Captain vom SC Remagen, Peter Noras, eine kleine Prognose abgegeben: wir wären mit einer knappen Niederlage schon sehr zufrieden, wir auch, witzelte der OSG MF respektvoll zurück. Am schönen Sonntag Morgen um 10:00 Uhr saßen alle am Brett und es begann wie immer in diesen Kämpfen: zwei Stunden nicht viel zu sehen! Der MF der OSG war von seinem Spaziergang um 12:00 Uhr mit seiner Foto-Beute zurück (siehe Solinger Impressionen unten) und konnte nach seinem Rundgang nur feststellen: Movsesian und Schlosser kritisch, Gustafsson, Svidler und Dautov nichts los und Shirov, Naiditsch und Nielsen mit Gewinnchancen unter Einbeziehung der Bedenkzeit, 5:3 für die OSG? Nach gut 3,5 Stunden führte dann Remagen mit 3:2 (siehe Bild mit Spielständen). Sergei Movsesian hatte seine Stellung zum Remis vereinfacht, Peter Svidler musste dreimalige Stellungswiederholung akzeptieren, Rustem Dautov mit totaler Blockadestellung (Maurermeister Jens Kipper mit -200 Elo kann man das nicht verübeln) und unser Held vom Vortag Jan Gustafsson hatte mit Weiß nichts, also 2:2. Danach kam die Niederlage von Philipp Schlosser gegen Klaus-Jürgen Schulz, der einen guten Tag mit einer wirklich guten Partie zelebrierte. Selbst in großer Zeitnot vom 20.Zug an konnte Philipp ihn nicht mehr in Versuchung führen und er gewann dann auch nicht mehr für die vielen Zuschauer an seinem Brett ganz überraschend, 2:3 gegen den Deutschen Meister, da kommt echt Freude auf der gegnerischer Seite auf. Doch bei cooler Betrachtung mit zwei aussichtsreichen Weißpartien bei Naiditsch und Shirov und nach einem spektakulären schwarzen Turmopfer auf f2 von Peter Heine Nielsen gegen Henrik Teske, schien alles gut zu gehen für die Badener. Vor der Zeitkontrolle gings dann Schlag auf Schlag, zuerst Naidisch und dann Shirov, 4:3 für die OSG wie am Vortag. Peter Heine Nielsen bekam dann ein Remisangebot vom Gegner Henrik Teske, der den Wettkampf für die Remagener verloren gibt, aber sein persönliches Remis retten würde. Peter Heine wollte aber seine Partie gewinnen und lehnte nach freundlichem Zunicken seines MF ab. Sein Gegner verschlechterte seine Stellung in den nächsten Zügen dermaßen, dass es ein Leichtes war für den langen Dänen im Badener Team mit dem spektakulären Schlusszug Db2 das 1.Schachwochenende der Saison 09/10 zu beschließen. 4 Mannschaftspunkte, 9,5 Brettpunkte bedeutet Rang 4-5 in der Tabelle, der aber nichts bis garnichts für die sich im Plan befindenden OSG Baden-Baden auf dem Weg zur 5.Meisterschaft hintereinander zu bedeuten hat! Aufwiedersehen am Samstag, den 14.November um 14:00 Uhr in der Lichtenthaler Allee Nr.8 in Baden-Baden.
Gelungener Saisonstart 2009/2010 der OSG Baden-Baden in Solingen Ein witziger Bilderbogen mit Solinger Impressionen.
Die Mannschaft in einheitlichem Hemden - Wochenendbilanz Jan Gustafsson (1½/2) / Peter Heine Nielsen (1½/2) / Peter Svidler (1/2) / Rustem Dautov (1/2) / Philipp Schlosser (½/2) / Sergei Movsesian (1½/2) - Früher abgereist: Arkadij Naiditsch (1/2) & Alexei Shirov (1½/2)
Matchwinner Peter Heine Nielsen (OSG Baden-Baden) wollte den vollen Punkt beim Stande von 4:3 in der letztlaufenden Partie gegen Henrik Teske (SC Remagen) ... mutig, mutig, Ersatz-Mannschaftsführer Hans-Walter Schmitt ließ ihn trotz gegnerischem Remisangebot gewähren - dies zeugt von grenzenlosem Vertrauen in den Sekundanten von Weltmeister Vishy Anand!
Matchwinner des Vortages gegen die SG Solingen Alexei Shirov schaut skeptisch Spitzenbrett Peter Svidler zu
Mannschaftsführer vom SC Remagen Peter Noras und Spitzenspieler Mircea Parligras wohlgemut nach der Führung gegen die "Unbesiegbaren" aus Baden-Baden
Gerade hatte Arkadij Naiditsch (OSG Baden-Baden) gegen Romuald Mainka (SC Remagen) zum 3:3 souverän ausgeglichen
Susan Großmann freut sich über Arkadij's Verstellung am Sonntag
Philipp Schlosser (OSG) kam gegen Klaus-Jürgen Schulz (SCR) früh unter Druck
Bei der Analyse sah es dann wieder besser aus, aber "Wäre, Wenn & Hätte" sind ganz arme Kerle!
Schachbundesliga Exposé der OSG Baden-Baden Selbst bei den jüngsten Besuchern hoch interessant und sehr beliebt "Kannst Du schon lesen"? - "Nein, ich gucke nur die Bilder"! "Interessant, kennst Du denn auch Weltmeister Vishy Anand"? - "Ja, klar"!!
Solinger Urgesteine: rechts Mannschaftsführer und Macher Herbert Scheidt
Solingens Spitzenspieler: Jan Smeets
Solingens Spielstätte: die heimische Sparkasse
Peter Svidler und Peter Heine Nielsen plauschen im Innenhof der Sparkasse
... unsere "großen" Peters verstehen sich normaler Weise blendend, ...
"War doch nicht so gemeint, zwei Remis ist doch auch gut am Spitzenbrett" ...
... "Warte ich komm' mit, muss mich ja noch um Teske kümmern".
Dieser Herr mit seinen vier Vierbeinern wollte doch tatsächlich zur Bundesliga?
"Ja, Arkadij heute kommt es auf Dich an, die Scharte von gestern auszuwetzen"
Teske gegen Nielsen - so fing es am Morgen an!
Nach gut 3 Stunden sah das dann so aus - wohl zu heiß im Spielsaal oder in der Partie?
Arkadij's Begleiterin Susan bei der Arbeit
Analysieren und Blitzen zum Ausklang es hat Spaß gemacht zweimal knapp zu gewinnen, es ist so eine Art "FC Bayern"-Gefühl, welches die OSG Baden-Baden tatsächlich in Solingen durchlebte. 15 mal 4½:3½ oder nur 5:3 zu gewinnen wäre mehr als meisterlich!
Solingen von seiner schönen Seite, die man nicht direkt vermutet!
Der Solinger "Dom" ... zum Kerzen aufstellen geeignet!
Bei den "Evangelischen" wäre das näher am Spielort gewesen
Kunst am Giebel
Raubtiere überall ...
... sogar Tiger bewachen Kostbares!
Schöne alte barocke Häuser an der Hauptstrasse ...
Moderner Backsteinbau: das Rathaus
Herbstlich mit bunter Fassade, eingetaucht in das Stadtbild Solingens