Nachrichten Deutscher Meister deckt seine Karten auf Für mehr Service am Zuschauer
15.10.2009 - In der vergangenen Bundesligasaison gab es bereits die ersten, zaghaften Versuche und in dieser Saison werden die positiven Erfahrungen vom deutschen Mannschaftsmeister OSG Baden-Baden konsequent umgesetzt. Immer donnerstags um 18 Uhr werden sowohl die Badener als auch Reisepartner Heidelberg sowie die beiden anderen involvierten Vereine vor einem Bundesligawochenende ihre Aufstellungen veröffentlichen. Das geschieht seitens der OSG natürlich nicht aus der Arroganz heraus, dass man den stärksten Kader hat, sondern ist ein neuer Service für den Zuschauer der nach Möglichkeit Schule machen soll.
Wer die OSG Baden-Baden bei sich empfängt, hofft angesichts der möglichen Superstars natürlich auch immer auf einen besonderen Zuschauerstrom. Wenn man dann sogar vorher weiß, wer denn genau spielen wird, kann man das nicht nur schön ankündigen, es bietet sich auch die Chance, sich "rasch" noch auf einen bestimmten Gegner vorzubereiten. Ob Letzteres wirklich produktiv ist, wird wahrscheinlich die kommende Saison zeigen, Tatsache ist jedoch, dass sich alle Vereine einverstanden erklärt haben, diesen Test mitzumachen. Folglich werden immer dort, wo die OSG spielt, sämtliche Vereine ihre Aufstellung ebenfalls donnerstags bis 18 Uhr veröffentlichen. Die Schachbundesliga e.V. stellt es darüber allen Vereinen anheim, diesem Beispiel auch in Wettkämpfen ohne die Badener zu folgen.
Für den gemeinen Schachfreund aber auch die schreibende (Schach-)Journalie ist dieser informative Service klasse. So erfahren sie beispielsweise schon jetzt, dass weder Weltmeister Vishy Anand noch sein potentieller Kronprinz Magnus Carlsen an diesem Wochenende für ihr Team antreten werden. Carlsen, der jüngst aber noch inoffiziell die ELO-Schallmauer von 2800 durchbrochen hat, wird bei der kommenden European Team Chess Championship in Novi Sad (21. bis 31. Oktober) übrigens nicht für sein norwegisches Team antreten! Er wolle sich auf das Tal Memorial Anfang November vorbereiten. Die Begründung ist professionell und populärer als die Tatsache, dass der junge Norweger sicher sein will, in der neuen Weltrangliste am 01.November offiziell eine 2800er-ELO zu haben. Doch, Hand auf's Herz, wer kann das dem 18-jährigen ernsthaft verübeln? Schließlich wird man sich fortan in Norwegen damit rühmen können, den jüngsten 2800er aller Zeiten hervorgebracht zu haben!
Da die beiden Spitzenbretter in Solingen nicht am Start sind, werden auf OSG-Seite Peter Svidler und Alexei Shirov diese ersetzen. In Ohrid beim European Club Cup hatte Svidler für St. Petersburg noch seinen Teil dazu beigetragen, dass sein deutsches Team keine Medaille gewann, aber jetzt ist er natürlich wieder ein echter OSGler. Hinter ihm und Shirov folgen an Brett 3 beziehungsweise 4 Sergei Movsesian und Arkadij Naiditsch. An Brett 5 spielt der dänische Hüne Peter Heine Nielsen und Jan Gustaffson wird sein Debüt für den deutschen Meister an Brett 6 geben. Komplettiert wird das Team durch Rustem Dautov an 7 und Philipp Schlosser an 8. Damit spielen - mal am Rande bemerkt - bei Baden-Baden gleich vier Deutsche mit!
Von der Elbe an die Oos - Jan Gustafsson, hier als Sekundant von Peter Leko in Dortmund, wechselte vom Hamburger SK zur OSG Baden-Baden