TopTurniere Kramnik schlägt Carlsen und führt in Dortmund Jakovenko mit Endspielsieg gegen Bacrot
10.07.2009 - Ungefährlich sah die russische Dame in der Nähe des norwegischen Königs zwar nicht aus, aber erst das wahrscheinliche Übersehen des Einschlages Txe6 kostete Magnus Carlsen in der achten Runde des Sparkassen Chess-Meeting die Partie gegen Vladimir Kramnik. Damit nimmt der Dortmunder Rekordsieger zum ersten Mal seine gewohnte Position an der Tabellenspitze ein. Die längste Schlacht lieferten sich Dmitry Jakovenko und Etienne Bacrot. Beim Versuch, dem gegnerischen König mit Turm und zwei Leichtfiguren beizukommen, verhaspelte sich der Franzose und musste schließlich in ein Turm- und ungleichfarbiges Läuferendspiel mit Minusbauer abwickeln. Die Chancen auf ein Remis waren gut, doch nun begann Jakovenko seine Massage Royal und knetete seinen Gegner so lange, bis er noch einen letzten Trick entdeckte und probierte. Bis dahin fehlerfrei agierend stand Bacrot im Läuferendspiel im 76. Zug scheinbar vor der Wahl, wohin er seinen Läufer stellen konnte, doch in Wahrheit sicherte nur das Feld b8 das Remis. Aber er zog ihn nach g3 und mit einem Mal war der weiße c-Bauer nicht mehr aufzuhalten. Man weiß gar nicht, ob man mehr Jakovenko für diese kämpferische Leistung bewundern oder eher den unglücklichen Bacrot bedauern soll. Deutlich weniger spannend ging es bei dem 27-zügigen Remis zwischen Peter Leko und Arkadij Naiditsch zur Sache. Somit wird Kramnik nun von dem Trio Carlsen, Leko und Jakovenko verfolgt. Um 15 Uhr startet morgen die vorletzte Runde mit dem russischen Topduell Jakovenko gegen Kramnik.