Nachrichten Aktuelles Tagesschach 69/09 - Ivanchuk dominiert in Bázna Cheparinov triumphiert in Zafra
21.06.2009 - Vassily Ivanchuk mit einem Punkt Vorsprung in Führung beim III Kings' Tournament in Bázna / Teimour Radjabov mit erstem Sieg nach sechs Remisen +++ Ivan Cheparinov gewinnt Magistral Ruy López 2009 in Zafra +++ Polonia Wroclaw's 4th International Chess Tournament vom 20. bis 26. Juni mit zahlreichen Großmeistern und ein paar Schlümpfen +++ 116th Scottish Chess Championship 2009 vom 11. bis 19. Juli in Edinburgh offen für Jedermann +++ FM Robert Schlamp und Igor Zuyev mit 100% bei Frankfurter Stadtmeisterschaft 2009 / Spitzenduell in der 6. Runde
Bázna (ROM) - Mit seinem gestrigen Sieg über Lokalmatador Liviu-Dieter Nisipeanu hatte Vassily Ivanchuk die Führung beim III Kings' Tournament übernommen und heute baute er sie auf einen vollen Zähler aus. Nach einer langen Partie mit einem sehr interessanten und lehrreichen Endspiel schlug er Alexei Shirov und liegt nun schon bei einer Performance von 2946. Daher hätte Boris Gelfand auch mit einem Sieg nicht mehr gleichziehen können, doch der Israeli hatte heute als Schwarzer schon genug damit zu tun, sich - letztlich erfolgreich - den Gewinnbemühungen Nisipeanus zu widersetzen. Der zweite volle Punkt der siebten Runde gelang dem bisherigen Remiskönig Teimour Radjabov. Sein Gegner Gata Kamsky verlief sich - nicht zum ersten Mal bei diesem Turnier - im taktischen Irrgarten und verlor erst die Qualität und kurz darauf auch die Partie. Damit hält der Amerikaner nun alleine die rote Laterne, doch schon morgen könnte er diese im Kellerduell gegen Nisipeanu diesem zurückgeben. Derweil stellen die Paarungen Shirov vs. Radjabov und Gelfand vs. Kamsky die Spitzenpaarungen mit vielleicht schon vorentscheidendem Charakter.
Zafra (ESP) - Der Bulgare Ivan Cheparinov (2678) hat das Magistral Ruy López 2009 im spanischen Zafra mit glänzenden 5/7 für sich entschieden. Der Sekundant und Busenkumpel von Veselin Topalov blieb als einziger Teilnehmer ungeschlagen und hielt so auch den britischen Top GM Michael Adams (2703) mit einem halben Zähler auf Distanz. Damit zählt er zu den heißen Anwärtern, die sich auf dem Sprung über die 2700 befinden. Eine herbe Enttäuschung musste Humpy Koneru (2612) mit dem letzten Platz hinnehmen. Während sie auf Frauenturnieren gerne und oft nach Belieben dominiert, hat sie mit den männlichen Vertretern des Öfteren noch Probleme. Dennoch, die junge Inderin wird sich mit Sicherheit auf ihrem Weg, möglicherweise die erste Frau nach Judit Polgar zu werden, welche die ELO 2700 knackt, nicht beirren lassen.
Breslau (POL) - Seit dem 20. und noch bis zum 26. Juni findet im polnischen Breslau ein stark besetztes Open-Event statt. Das Polonia Wroclaw's International Chess Tournament wird zum vierten Mal ausgetragen und lockte zahlreiche Titelträger - u. a. Sergei Tiviakov (2697), Evgeny Postny (2648) und den Deutschen Daniel Fridman (2646) - in die Hauptstadt Schlesiens. Neben dem A-Open, in welchem nur Spieler mit einer ELO über 2000 zugelassen sind, werden noch drei weitere Open gespielt. Im B-Open sind Spieler von ELO 0 bis 2100 willkommen und natürlich hat sich dafür ein glücklicher Teilnehmer mit exakt 2099 eingefunden. Es ist schon beeindruckend, welcher Aufwand mitunter betrieben wird, um die Rating entsprechend des zu spielenden Turniers punktgenau herunterzuspielen, wobei wir das hier natürlich nicht unterstellen möchten. Das C-Open ist offen für Kinder bis zum 13. Lebensjahr. Neben den vielen polnischen Bambinis haben sich neben einem Russen auch ein paar Deutsche eingefunden. Im D-Open - Smerfy spielen - will man dem Namen des Turniers glauben - nur Schlümpfe. Denn das polnische Smerfy und das englische Smurfs bedeuten im Deutschen Schlümpfe - gemeint sind in diesem Fall allerdings nicht die kleinen, blauen Kerle im Verwunschenen Land sondern Kids, die nicht älter als 9 Jahre sind. In den ersten drei Open werden 9 Runden Schweizer System gespielt, während die Schlumpflinge derer nur 7 spielen.
Alle weiteren Informationen, aktuelle Ergebnisse und Tabellenstände entnehmen Sie der offiziellen Veranstaltungsseite. ChessBase überträgt im Übrigen täglich live.
Edinburgh (SCO) - Wer an Schottland denkt, dem kommen eher Whisky, Golf, alte Burgen, traumhafte Landschaften und die Highlander-Saga in den Sinn, doch Schach scheint dagegen kaum Tradition zu haben. Das ist ein Trugschluss! Und falls doch nicht, dann soll sich das ab sofort ändern! Zwar finden sich in der schottischen Eloliste nur drei Spieler, mit einer Rating über 2500, GM Jonathan Rowson (2589), GM Jacob Aagaard (2535) und GM Paul Motwani (2501) gefolgt von Schottlands bester Frau, WGM Ketevan Arakhamia-Grant (2492), doch das hindert die Schotten nicht daran, bereits zum 116. Mal ihre Landesmeisterschaft auszurichten. Die erste Meisterschaft soll bereits 1884 stattgefunden haben. Unter der Leitung von Jonathan Grant soll die diesjährige Auflage vom 11. bis 19. Juli das stärkste Event in der Geschichte werden. Dafür hat man die Tore zur Welt geöffnet und das Turnier zu einem internationalen Open umfunktioniert. Ein Blick auf die bisherige Teilnehmerliste verrät zwar, dass sich bisher noch recht wenige Ausländer angemeldet haben und sich das Feld fast nur aus Schotten und Engländern zusammenstellt, doch das ist sicherlich der richtige Weg, das schottische Schach zu fördern.
In diesem Jahr feiert Schottland das Homecoming Scotland 2009 zu Ehren des 250. Geburtstags von Robert Burns, seines Zeichens größter schottischer Schriftsteller, Poet und Volksheld. Zu diesem Anlass hat die Stadtverwaltung der Hauptstadt Edinburgh in ihre Kasse gegriffen und dafür gesorgt, dass man für die 116th Scottish Chess Championship 2009 einen Preisfonds von über £ 5.000,- (ca. € 6.000) ausloben konnte. Gespielt werden 9 Runden im Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 2 Stunden für 40 Züge und 1 Stunde für den Rest der Partie. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie der offiziellen Turnierseite.
Frankfurt a. M. - Am Montag geht es bei der laufenden Rekord-Stadtmeisterschaft in Frankfurt in die möglicherweise vorentscheidende sechste von sieben Runden. Noch immer haben zwei Spieler die maximale Punktzahl vorzuweisen. FM Robert Schlamp, der das Gefühl des Triumphes seit seinem Titelgewinn 2001 kennt, und Igor Zuyev führen das Turnier an und müssen folgerichtig in der sechsten Runde gegeneinander ran, während beispielsweise die zuvor als Top-Favoriten gehandelten IM Erik Zude, IM Stefan Reschke und IM Sven Telljohann bereits einen ganzen Zähler Rückstand haben. Die besten Chancen, die beiden Entsprungenen einzufangen, haben mit 4,5 Punkten FM Christian Schramm, Erwin Kaliski, FM Jacek Dubiel und FM Behrang Sadeghi. Freuen wir uns auf zwei packende Finalrunden!
Die vollständige Tabelle sowie sämtliche Ergebnisse, Partien und Bilder finden sich auf der Homepage der FSM 2009.
Top 30 nach 5 Runden
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