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Aktuelles Tagesschach 63/09 - Anand schlägt Leko mit 5:3
Carlsen gewinnt XXII Ciudad de Leon
07.06.2009 - Weltmeister Viswanathan gewinnt Rapid Chess Match gegen Peter Leko in Miskolc mit 5:3 +++ Magnus Carlsen (wahrscheinlich) mit Finalsieg im Blitz-Tiebreak gegen Vassily Ivanchuk beim XXII Ciudad de Leon +++ Arkadij Naiditsch mit einzigem Sieg der fünften Runde beim 10. Karpov Memorial in Pojkovsky / Alexander Motylev und Vugar Gashimov weiterhin führend +++ Nigel Short gewinnt 17. Sigeman & Co Chess Tournament in Malmö +++ Boris Grachev gewinnt 1. Lublin International Chess Tournament in Polen


Miskolc (HUN) - Möglicherweise war den Veranstaltern in Miskolic das Schnellschach-Match zwischen Peter Leko und Viswanathan Anand nach der klaren Führung des Inders nicht mehr spannend genug, jedenfalls gab es heute für die komplette siebente und die erste Hälfte der achten Partie keine Live-Übertragung. Das wäre jedenfalls eine unterhaltsamere Erklärung als die Tatsache, dass man offenbar gravierende technische Probleme hatte. Selbstverständlich kann das immer mal vorkommen, aber peinlich ist es allemal. Im Besonderen, wenn es nur um eine einzige Partie geht! Wie auch immer, zum Glück der enttäuschten Zuschauer an den heimischen Bildschirmen, wurde es auf dem Brett zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht mehr wirklich spannend, nachdem Leko in der siebten Partie von dem mit Weiß spielenden Anand routiniert in den Remishafen bugsiert wurde. Damit hatte die achte Partie nur noch symbolischen Wert. Sie endete nach durchaus interessantem Verlauf ebenfalls unentschieden und machte Anand zum klaren Sieger des Matches.

Somit hat der amtierende Weltmeister sowohl im langsamen als auch im Schnellschach erneut eindrucksvoll seine Dominanz unter Beweis gestellt und seinen Gegnern der kommenden Schnellschach-Weltmeisterschaft in Mainz den freundlichen aber deutlichen Gruß geschickt, dass er bereit ist für Titel Nr. 12!

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Partien (PGN)


Peter
Leko 2751
½ 0 ½ ½ 0 ½ ½ ½ 3
Viswanathan
Anand 2783
½ 1 ½ ½ 1 ½ ½ ½ 5





León (ESP) - Das Finale beim XXII Ciudad de Leon zwischen Magnus Carlsen und Vassily Ivanchuk hielt voll und ganz, was man angesichts der großen Namen erwarten durfte. Frisch von der Leber weg spielten beide munter auf Sieg, doch in den ersten beiden der vier Partien neutralisierten sie sich völlig. Erst in der dritten Partie geriet das Gleichgewicht ernsthaft ins Wanken und schlug schließlich zu Gunsten des Ukrainers aus. Somit musste Carlsen in der vierten Partie unbedingt gewinnen und es gelang ihm auch, den Holländer seines Gegners zu knacken, aber dann verpasste er eine ganze Reihe von guten Zügen. Während die Fans des Norwegers mit ihren laufenden Schachprogrammen schier verzweifelten, glich Ivanchuk die Stellung nahezu aus. Doch dann erwischte ihn einer seiner berühmten Blackouts und er rannte Carlsen in eine taktische Falle und verlor die Partie.

Somit musste erneut der Blitz-Tiebreak entscheiden. Die erste Blitzpartie endete relativ unspektakulär unentschieden, doch die zweite Partie hatte es in sich. Carlsen wählte auf Ivanchuks 1.e4 den Sveshnikov-Sizilianer und erhielt mit einem bekannten Bauernopfer gutes Spiel. Als Ivanchuk beinahe ausgeglichen hatte, brachte er sich selbst mit 36.h4?? an den Rand des Abgrunds. Zunächst sah es auch so aus, als hätte der Norweger den richtigen Weg entdeckt, aber im letzten Moment entging ihm die entscheidende Taktik. So rettete sich sein Gegner in das Endspiel Turm & Springer gegen Turm, welches nach 100 Zügen mittels eines Pattmotivs remis endete. Eine dritte Blitzpartie im gefürchteten Armageddon-Modus musste entscheiden. Carlsen erhielt die weißen Steine und fünf Minuten, während Ivanchuk als Schwarzer derer nur vier erhielt, dafür allerdings nur ein Remis benötigte, um das Match zu gewinnen. Hach, wie herrlich spannend, doch - Sie ahnen es vielleicht - die Übertragung bzw. das DGT-Brett nebst Software versagte den Dienst und die Zuschauer im Internet bekamen nur Nonsens-Züge präsentiert. Nach einigem Rätselraten meldeten verschiedene Quellen, dass Magnus Carlsen diese Partie tatsächlich gewonnen habe, weshalb wir an dieser Stelle einfach mal davon ausgehen, dass das wahr ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, entschuldigen wir uns schon vorab für die Falschmeldung.

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Partien (PGN)

1. Halbfinale

Vassily Ivanchuk 2746 1 ½ ½ ½ 2.5
Alexander Morozevich 2751 0 ½ ½ ½ 1.5


2. Halbfinale

Magnus Carlsen 2770 ½ 0 1 ½ 2
Wang Yue 2738 ½ 1 0 ½ 2

Blitz-Tiebreak: Carlsen - Wang 1,5:0,5



Finale

Vassily Ivanchuk 2746 ½ ½ 1 0 2
Magnus Carlsen 2770 ½ ½ 0 1 2

Blitz-Tiebreak: Ivanchuk - Carlsen 1:2





Pojkovsky (RUS) - Arkadij Naiditsch nutze die heutige Remisflaute beim 10. Karpov Memorial und machte den einzigen vollen Punkt der fünften Runde. Mit den weißen Steinen besiegte er Zahar Efimenko und ist nun wieder bis auf einen halben Zähler an die beiden Führenden, Alexander Motylev und Vugar Gashimov, herangekommen. Alexei Shirov, der heute mit einem recht kurzen Schwarzremis gegen Viktor Bologan nach vier Niederlagen die psychologische Notbremse zog, ziert weiterhin das Ende der Tabelle.

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Partien (PGN)




Malmö (SWE) - 1,5 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten in einem fünfrundigen Turnier mit einem Schnitt von immerhin 2619, das ist schon eine mehr als beachtliche Leistung. Gelungen ist dieses Kunststück just dem charismatischen Briten Nigel Short beim 17. Sigeman & Co Chess Tournament in Malmö. Natürlich profitierte er in der heutigen Schlussrunde auch dadurch, dass sein Gegner Ivan Sokolov mit offenem Visier zu Werke ging. Das muss man dem Niederländer hoch anrechnen, denn so sorgte er nicht nur für eine spannende Unterhaltung, er bewies auch, dass er ein echtes Kämpferherz besitzt. Nur mit einem Sieg konnte er Short noch abfangen, der seinerseits mit einem Remis durch gewesen wäre. Zum Leidwesen Sokolovs nahm Short den Kampf voll an und erspielte sich nach und nach die bessere Stellung, welche er letzten Endes zum verdienten Partiegewinn und Turniersieg nutzte.

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Partien (PGN)




Lublin (POL) - Zum ersten Mal fand im polnischen Lublin das International Grandmasters' Chess Tournament statt, doch trotz der Teilnahme von fünf einheimischen Meistern, sicherte sich der Russe Boris Grachev (2652) den alleinigen Sieg vor dem insgesamt zehnköpfigen Feld. Bereits nach acht der neun Runden hatte Grachev den Turniersieg in der Tasche und so tat die Niederlage in der Schlussrunde gegen den Polen Bartosz Socko (2637) sicherlich nicht wirklich weh. Platz zwei geht an den Israeli Michael Roiz (2635) vor dem punktgleichen Polen Radoslaw Wojtaszek (2630). Der einzige Deutsche, Igor Khenkin (2630), wurde Sechster.

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Published by Mike Rosa

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