Nachrichten 13. Int. Neckar-Open, Runde 7 - Fernando Peralta führt alleine Aber hat er das auch wirklich verdient?
12.04.2009 - Nach der sechsten Runde führte er dank der Buchholz, und nun sogar mit einem halben Punkt Vorsprung. Der Fernando Paralta (2559) hatte seinen aufreibenden und auch etwas mysteriösen Zeitnotsieg gegen Sergey Fedorchuk offenbar bestens verkraftet und legte in der siebten Runde gegen Alexander Graf (2601) gleich noch einen Sieg zur alleinigen Tabellenführung nach. Keiner seiner zuvor mitführenden Kollegen konnte ihm folgen und machten den Argentinier so zum heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg vor dem morgigen Finaltag.
Allerdings schwebt ein Schatten über dem aktuellen Erfolg des jungen Großmeisters, denn nach Ansicht des Videos, welches das Zeitnotduell zwischen ihm und Fedorchuk dokumentiert, ist klar zu sehen, dass er nicht nur ein Mal Züge mit beiden Händen ausführte, um Zeit zu sparen. Mit einer Hand nahm er die zu schlagende Figur und führte mit der anderen Hand die eigene Figur auf das Feld. Dies untersagen die FIDE Regeln jedoch deutlich:
Artikel 4: Die Ausführung der Züge
4.1 Jeder Zug muss mit einer Hand allein ausgeführt werden.
Obwohl Fedorchuk das Fehlverhalten seines Gegners auch gleich nach der Partie reklamierte - wie hätte er es während der Partie tun sollen? - und auch Fürsprecher fand, entschied Schiedsrichter Dr. Holger Moritz auf Partieverlust durch Zeitüberschreitung gegen den Ukrainer. Ob es sich nun wirklich um eine handfeste Fehlentscheidung handelt, darüber soll an dieser Stelle noch nicht gerichtet werden, aber Zweifel bleiben auf jeden Fall. Das Beste wird sein, Sie schauen sich selbst mal an, wie es Peralta anstellte, mit nur einer Sekunde auf dem Display noch drei Züge zu machen und so zu gewinnen:
Video der Zeitnotphase Fedorchuk - Peralta der 6. Runde
von Georgios Souleidis
Die entscheidende Situation. Mit einer Sekunde auf der Uhr greift Peralta eindeutig mit beiden Händen zu.