Nachrichten 13. Int. Neckar-Open bricht erneut Rekorde 710 Teilnehmer, Top 10 mit 2600er-Schnitt - Da lacht nicht nur der Osterhase!
10.04.2009 - "Ich wünsche Euch viel Spaß, fünf tolle Tage, und ich bin stolz, dass Ihr alle gekommen seid. Vielen Dank!", damit beendete der Organisator des Int. Neckar-Open, Sven Noppes, seine Eröffnungsrede vor der schachhungrigen Masse und gab damit zugleich den Startschuss für die erste Runde. Wer den stets umsichtig und professionell agierenden Schwaben kennt, der weiß, dass die letzten Worte beinahe schon ein mittelschwerer Gefühlsausbruch waren, und er hat auch wahrlich Grund genug dazu. Mit nach der ersten Runden bereinigten 710 Teilnehmern wird die 13. Auflage seinem Ruf und Anspruch, das größte Turnier Deutschlands mit klassischer Bedenkzeit zu sein, aufs Neue mehr als gerecht. Doch nicht nur die Masse sondern auch die Klasse spielt eine gewichtige Rolle, und mit einem für Open-Verhältnisse gigantischem Schnitt von 2600 der zehn besten Spieler dürfte auch das einen neuen Rekord bedeuten. Keine Frage, dass die Chess Tigers da nicht nur das edle Spielmaterial stellen, sondern auch berichten und Ihnen die ersten (bewegten) Bilder und Partien liefern.
Video der Eröffnung und der ersten Runde
von Georgios Souleidis
Der Herr der Massen, Sven Noppes (33), hat auch in diesem Jahr mit seinen Deizisauern allen Grund zur Freude
Neben den starken Meistern ist Arkadij Naiditsch als 2700er natürlich der Superstar der Veranstaltung, und so bat ihn IM Georgios Souleidis nicht etwa um eine Partie Schach sondern um ein Video-Interview, welches die deutsche Nr. 1 bereitwillig gab. Man merkt Naiditsch deutlich die noch immer anhaltende Freude über das Durchbrechen der 2700-Schallmauer an, doch auch, dass er noch lange nicht satt ist. Um neben Dortmund und Mainz weitere Einladungen zu Top Turnieren zu erhalten, strebt Naiditsch nicht etwa das Halten seiner Zahl an, er will mehr! Und das Funkeln in den Augen bei der Frage des Interviewers, wie es denn irgendwann mal mit einer Weltmeisterschaft wäre, verrät deutlich, dass wir von ihm noch so Einiges zu erwarten haben.
Interview mit Arkadij Naiditsch
von Georgios Souleidis
Doch natürlich wurde gestern nicht nur geredet, die Figuren wurden auch bewegt. Zumindest an den acht übertragenen Spitzenbrettern ereigneten sich dabei keine Wunder. Sämtliche Großmeister besiegten ihre rund 500 Punkte schwächeren Gegner, ohne sich übermäßig ins Zeug legen zu müssen. Obwohl, sind wir ehrlich, mit etwas mehr Fortune hätte Robert Herzwurm (2127) aus Euskirchen ausgerechnet am ersten Brett gegen Naiditsch für die erste Sensation sorgen können. Ein Remis war zumindest in Reichweite! Sehen Sie selbst:
Arkadij Naiditsch - Robert Herzwurm, 13. Int. Neckar-Open (1)
Schwarz ist am Zug und wählte in schlechterer Stellung 32...d3??, um nach 33.Txf4+ Ke5 34.Tcc4! +- glatt auf Verlust zu stehen.
Wie hätte er besser spielen können?
Finden Sie die Antwort in den herunterladbaren Partien!