Nachrichten Herzlichen Glückwunsch, Hans-Walter Schmitt! Der Vorstandsvorsitzende der Chess Tigers wird 57
03.04.2009 - Hoch soll er leben unser Hans-Walter, denn heute feiert er seinen 57. Geburtstag, zu welchem die Chess Tigers-Familie ihrem Vorsitzenden von ganzem Herzen auch an dieser Stelle gratulieren möchten. Seit nunmehr 15 Jahren mischt der geborene Pfälzer mit seiner Chess Classic im Weltschach mit, seit 10 Jahren leitet er den von ihm gegründeten Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. und fördert ebenso lange das einst von Bobby Fischer erdachte Chess960 mit zuletzt Bahnen brechendem Erfolg. 2007 haben wir Ihnen den im hessischen Bad Soden a. Ts. lebenden Weltschachmacher bereits in einem kleinen Portrait vorgestellt, welches wir in der Folge in aktualisierter Version nochmals aufleben lassen möchten. Ein Muss für jeden Fan aber auch für alle Kritiker, die wissen möchten, wer Hans-Walter Schmitt wirklich ist.
Beruflicher Werdegang
"HWS", wie ihn viele nennen, ist
ein gebürtiger Rheinland-Pfälzer aus der Nähe von Trier. Seine Eltern bewirtschafteten einen Hof in Oberzerf (ca. 20km von
Trier), hatten zudem eine eigene Gastwirtschaft und ein
Kolonialwarengeschäft. Als ältester Sohn von insgesamt fünf Kindern
(drei Schwestern und ein Bruder) hatte HWS ursprünglich den logischen
Gedanken, mal die Geschäfte des Vaters zu übernehmen, doch dieser hatte
andere Pläne mit dem offenkundig begabten Filius. So kam es, dass er
sich, nachdem er erfolgreich eine Lehre als Landmaschinen-mechaniker
abgeschlossen hatte, alsbald in der Großstadt Frankfurt am Main am Technischen Gymnasium
wiederfand und über den zweiten Bildungsweg ein 1,4er-Abitur hinlegte.
1974 begann er in der Main-Metropole zunächst mit dem Studium der Medizin, machte sogar das
Physikum sowie das erste und zweite Staatsexamen, doch er musste sich
selbst eingestehen, dass dies nicht das war, was ihm wirklich für seine
Zukunft vorschwebte. Er selbst sagt: "Ich bin kein Helfer, sondern ein
Macher!" Wie es so oft ist, konnte die eigene Familie nicht
nachvollziehen, warum er das Studium abbrach, doch mit Cornelia traf er
nicht nur die Liebe seines Lebens, er hatte fortan jemanden an seiner
Seite, der ihn verstand und zusätzliche Kraft verlieh, um seinen
weiteren Werdegang in die richtigen Bahnen zu führen. Er eignete sich an
der European Business School und am Control Data Institute Wirtschafts-
und Computerwissen an und entschied sich letztlich für Siemens als
Arbeitgeber, wo er recht rasch ins obere Management aufstieg. Heute lebt
Hans-Walter Schmitt als Unternehmensberater mit seiner Frau Cornelia in
Bad Soden am Taunus.
Frankfurt-West, Chess
Classic, Chess Tigers und der Weltmeister
Wer mit HWS Schach spielt wird
feststellen, dass der Mann durchaus eine Ahnung hat, wo die Klötzchen
hingehören. Aber - ohne ihm damit zu nahe zu treten - ein Meister auf den 64 Feldern wird
er wohl nicht mehr werden, wenngleich er mit einer DWZ von 2059 und einer ELO von 2130 schon mehrfach nachgewiesen hat, dass er an guten Tagen auch für Meisterspieler eine Gefahr darstellt.
Seit über 35 Jahren frönt HWS dem Schach, war zwischenzetilich der Vorsitzende des SC
Frankfurt-West und hatte 1994 ursprünglich nur die Idee, zum 70.
Vereinsjubiläum ein besonderes Turnier zu veranstalten. Was daraus wurde,
kennt die Schachszene heute als die größte Schnellschachveranstaltung
der Welt. Die Chess Classic war geboren und fortan lenkte HWS nicht mehr die Geschicke der Westler, er brachte die besten Schachspieler der Welt nach Frankfurt a. M., was im Jahre 2000 darin seinen Höhepunkt fand, indem er die damalige Top 10 der Weltrangliste, Garry Kasparov, Viswanathan Anand, Vladimir Kramnik, Alexei Shirov, Alexander Morozevich, Peter Leko, Michael Adams, Vassily Ivanchuk, Evgeny Bareev und Veselin Topalov gegeneinander spielen ließ. Umso schwieriger ist es bis heute nachzuvollziehen, wieso es die Stadt Frankfurt schon im Folgejahr gestattete, dass sich für die weitere Zukunft die Stadt Mainz mit Oberbürgermeister Jens Beutel (links im Bild) die Chess Classic sicherte und bis heute zu einem Aushängeschild der rheinland-pfälzischen Hauptstadt machte. Bis heute, dies sei all jenen gesagt, die der Utopie erliegen, das Veranstalten von Weltklasseturnieren müsse doch unweigerlich die Kassen klingeln lassen, hat Hans-Walter Schmitt nicht im Entferntesten zu seinem persönlichen Nutzen immer wieder aufs Neue die stärksten Schnellschachspieler und die größten Massen in seine Hallen gelockt.
Wirklich gute Freunde gibt es nur wenige im Leben. Hier sehen wir zwei, die sich gefunden haben.
Bild: Christian Bossert
Von einer derartigen Ideologie und unbedingten Liebe zum Schach dürften sich viele angebliche Schachförderer hierzulande bis hin zu den FIDE-Schergen in Chess City beherzt ein Scheibchen abschneiden, anstatt denen, die es tatsächlich ehrlich meinen, beständig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Doch nicht zuletzt die schier unbändige Energie, mit welcher der Obertiger allen Gegenwinden trotzt, hat den Chess Tigers neben den nimmermüden Spöttern im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts viele Freunde beschert. Allen voran der Weltmeister aller Klassen Viswanathan Anand, der nicht nur Mitglied bei uns ist, sondern auch zu den engsten Freunden und Vertrauten von Hans-Walter Schmitt zählt. Dass Vishy das Zugpferd der Chess Classic wurde, liegt einigem Irrglauben zum Trotz nicht an Vetternwirtschaft sondern ist der Tatsache geschuldet, dass der Inder einfach nicht zu schlagen ist. Bei der Chess Classic ruht die Männerfreundschaft jedoch, alle Teilnehmer werden absolut gleich behandelt, und es hat auch noch niemand gewagt, diese Tatsache anzuzweifeln. Anders sieht es da schon aus, wenn HWS seinen Freund zu einem Turnier oder gar zu einer Weltmeisterschaft begleitet. Kein Wunder, dass ihn der Weltmeister in sein WM-Team berief, als es 2008 in Bonn galt, den Titel gegen Vladimir Kramnik zu verteidigen, was ja in beeindruckender Manier gelang.
Chess Tigers Universität
Um noch effektiver an der
Weiterentwicklung des Schachs arbeiten und die immer gigantischeren
Ausmaße der Chess Classic besser kontrollieren zu können, gründete Hans-Walter Schmitt am
09.09.1999 mit 9 Gleichgesinnten den Schachförderverein Frankfurt Chess
Tigers. Der Verein hat das Hauptziel, die Förderung und Pflege des
Schachsports als kulturelles Gut und als sportliche Disziplin. Zusammen
mit einem ausgewählten Trainerstab stellte er die Chess Tigers Universität
auf die Beine. Diese verfügt nach nunmehr vier Jahren harter Arbeit über ein gigantisches Angebot an hochwertigem Trainingsmaterial für sämtliche Spielstärken bis hin zum Fidemeister. Die Bezeichnung "Universität" verpflichtet, und so haben wir nicht einfach nur Material gesammelt und in irgendeine verkaufbare Form gepackt, wir haben mit GM Artur Jussupow das Beste an Bord geholt, was der deutschsprachige Sprachraum in Sachen Trainer zu bieten hat. Ohne Zweifel kann Jussupow als Schachprofessor bezeichnet werden, der seit fast 30 Jahren den Titel des Großmeisters hält und neben ungezählten Erfolgen auf dem Schachbrett auch dadurch bekannt wurde, ein ausgezeichneter Coach und Sekundant zu sein. Selbst Viswanathan Anand ließ sich schon von dem Deutschen trainieren, und Sie sehen ja selbst, wohin das geführt hat.
Entsprechend groß war die Freude bei den Chess Tigers, als Artur Jussupow zu uns stieß und zusagte, sein gigantisches Wissen für ein einmaliges Trainingswerk zur Verfügung zu stellen. Nur so waren wir in der Lage, ein Lehrsystem zu entwickeln, welches vorsieht, wirklich jeden, der sich für Schach interessiert, mit exakt dem Studienmaterial auszustatten, welches die Person benötigt, um ihr Schach sofort zu verbessern. Jeder Kurs beinhaltet 40 Lektionen im Portable Document Format (PDF), welches sich leicht und gratis mit dem aktuellen Acrobat Reader 9.0 öffnen lässt.
Der perfekte Anfang, um als völliger Neuling den ersten Kontakt mit dem königlichen Spiel herzustellen, ist beispielsweise der Kurs Grundelemente aus dem Jahrgang 2005 von Timo Schönhof, der aktuell die Chess Tigers-Abteilung im Siegerland" leitet und dort mit großem Erfolg das hauseigene Trainingsmaterial anwendet. Nach dem Erlernen der Grundregeln folgt meistens der Drang, auch eine Wertungszahl zu erspielen. Auch da hilft Ihnen wieder Timo Schönhof mit seinem Kurs DWZ 1100. Sie erlernen Grundsätzliches zum besseren Verständnis für das Geschehen auf dem Brett, Sie unternehmen erste Schritte im Dschungel der Eröffnungen, und mit einfachen Taktikenaufgaben werden Sie gezielt darauf vorbereitet, dass Sie schon bald kein leichtes Kanonenfutter mehr für stärkere Spieler sind.
Ab dem Kurs DWZ 1200 von mir, Mike Rosa, werden dann die ersten komplexen Gesetzmässigkeiten gelehrt, welche Sie auf die nachfolgenden Kurse von Artur Jussupow vorbereitet. Nachdem anhand von zahlreichen Beispielen die individuelle Kraft jeder einzelnen Figur beleuchtet wurde, werden Sie mit einem Eröffnungsrepertoire und grundlegenden Mittel- und Endspieltechniken ausgestattet. Ab DWZ 1300 greift dann Artur Jussupow persönlich in Ihr Training ein. Diesen Kurs haben Jussupow und ich gemeinsam entworfen, um den (Tiger-)Sprung zu seinem Kurs DWZ 1500 leichter zu machen. Jeder Spieler, der zwar schon die DWZ 1300 passiert hat, aber irgendwie die 1500 nicht knacken kann, sollte sich vorbereitend erst diesen Kurs und dann den 1500er vornehmen.
Wie bereits erwähnt, mit dem Kurs DWZ 1500 übernimmt Artur Jussupow (Bild) das Ruder alleine, und das merkt man umgehend. Die Menge der Informationen nimmt zu, und der Meister schaut nicht mehr zurück. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie ein gesundes Basiswissen mitbringen, auf welchem der Kurs nun Lektion für Lektion in vier Jahrgängen aufbaut. Unbedingt sei Ihnen empfohlen, nicht nur einen sondern alle vier Kurse zu bearbeiten, denn im Endeffekt sind sie in sich ein geschlossenes Werk, welches Sie wiederum auf den nächsten Kurs DWZ 1800 vorbereitet. Jetzt sind sie auf jeden Fall ein gestandener Vereinsspieler, und so werden Sie auch behandelt! Ab hier geht es richtig ins Detail, und Sie werden feststellen, wie wenig Sie doch vorher wussten. Wer diese vier Jahrgänge komplett durchgearbeitet hat, dem gebe ich das große Tiger-Ehrenwort, dass die DWZ 2000 fast von selbst kommt. Und dann sind Sie bereit für das große Finale, den Kurs DWZ 2100. Ohne jegliche Übertreibung, ich habe Internationale Meister an der einen oder anderen Aufgabe schier verzweifeln sehen. Jetzt bereitet Sie Artur Jussupow auf alles Nötige vor, um die DWZ 2100 zu überschreiten und Kurs Richtung Fidemeister aufzunehmen. Nochmals vier knallharte Jahrgänge, die von Ihnen den Beweis verlangen, dass Sie ein erfahrener Turnierspieler sind, der in der Lage ist, ohne grobe Vergehen eine Partie von der Eröffnung über das Mittelspiel bis ins Endspiel durchzuspielen, sie anschließend kritisch zu analysieren und aus eventuellen Fehlern zu lernen.
Und zu guter Letzt bieten wir Ihnen noch die weltweit einzige Möglichkeit, sich mit dem stetig populärer werdenden Chess960 näher zu beschäftigen. Sowohl für schwächere Spieler als auch wieder für den erfahrenen Turnierspieler zeigen Artur Jussupow, GM Klaus Bischoff und ich, wie man jenseits der Eröffnungstheorie erfolgreich Schach spielt. Aber auch Stars, wie der ehemalige Chess960-Weltmeister Peter Svidler, die amtierende Chess960-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk und Top-GM David Navara trugen ihren Teil zu einer einmaligen Sammlung an Wissen rund um das neue Schach bei.
Zu all diesen Kursen gibt es jeweils zwei kostenlose Probelektionen, an denen Sie ausgezeichnet testen können, welche Stufe die für Sie richtige ist. Alle weiteren Informationen - z. B., welche weiteren Vorteile das Studium an der Chess Tigers Universität mit sich bringt - erhalten Sie über die folgenden Links.
Hans-Walter Schmitt bittet vor der ersten Runde des FiNet Chess960 Open der CCM8 um eine Gedenkminute für Robert James Fischer
Bild: Fred Lucas
Selbst einige enge Freunde von Hans-Walter Schmitt werden an dieser Stelle leicht die Augen verdrehen, denn, wie soll es anders sein, wenn wir über HWS sprechen, dann wäre es grob fahrläßig, nicht auch genauer auf Chess960 einzugehen. Mehr oder weniger freiwillig bescherte ihm nämlich der Weltschachverband FIDE kürzlich ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, indem man Chess960 in die offiziellen Schachregeln integrierte und damit ein über Jahre dauerndes Ringen um Akzeptanz beendete. Von Herzen gerne hätte Hans-Walter Schmitt erlebt, dass Robert James Fischer (*9. März 1943; †17. Januar 2008) diesen Moment mit allen Anhängern des neuen Schachs hätte genießen können. Neben seinen Erfolgen im traditionellen Schach geht der Amerikaner nun endgültig auch mit seiner Idee, die Figuren in der Grundstellung nach konkreten Regeln auszulosen, und damit die bisherige Eröffnungstheorie des Schachspiels zu umgehen, in die Geschichte des Schachs ein. Am 27.04.2008 gründete Hans-Walter Schmitt für die künftige Förderung von Chess960 den 1. Chess960 Club Frankfurt-Mainz, und wer sich gerne mal persönlich mit dessen Vorsitzenden im Chess960 messen möchte, der hat schon am 26. April beim 5. Waldbronner Chess960 Open die Gelegenheit dazu. Bei maximal 80 Teilnehmern und 7 Runden Schweizer System ist die Chance schon recht hoch, auf ihn zu treffen. Ansonsten würden Sie ihm natürlich eine große Freude machen, wenn Sie in dem Zeitraum vom 27. Juli bis 02. August diesen Jahres zur Chess Classic Mainz kommen und sich so richtig wohlfühlen würden. Seriensieger Viswanathan Anand verteidigt bei der 14. GRENKELEASING Rapid World Championship seinen Schnellschachtitel gegen Levon Aronian, Arkadij Naiditsch und Ian Nepomniachtchi, und Chess960-Weltmeister Levon Aronian wird selbiges mit seinem Titel auch gegen Viktor Bologan, Hikaru Nakamura und Sergei Movsesian bei der 6. Chess960 Rapid World Championship versuchen. Bei der 5. Livingston Chess960 Computer-Weltmeisterschaft wird Vasik Rajlich mit seiner Deep Rybka auf die Titelverteidigung aus sein und sich dabei neben zwei Qualifikanten erneut mit Stefan Meyer-Kahlens Deep Shredder messen. Doch natürlich wollen wir auch Sie herzlich an unsere edlen Holzbretter bitten. 40 von Ihnen dürfen sich im Standard Simultan der aktuellen Nr. 7 der Weltrangliste Levon Aronian stellen, bevor dann die beiden Mini-Open starten, zu denen wir alle Spieler unter 16 Jahren (Stichtag: 01.01.1993) einladen. Nach dem Nachwuchs dürfen auch die Großen ran. Wir beginnen mit dem 8. FiNet Chess960 Open und krönen wie immer am Wochenende mit dem gigantischen 16. ORDIX Open.
Das alles und noch viel mehr hat das heutige Geburtstagskind für Ihren Schachsommer organisiert, und nicht zuletzt dafür wollen wir es heute hochleben lassen.