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Aktuelles Tagesschach 28/09 - Aronian & Moro in Monaco vorne
Naiditsch mit Sieg in Spitzengruppe bei EM
15.03.2009 - Levon Aronian und Alexander Morozevich führen beim 18. Amber Blindfold and Rapid Tournament in Monaco die Gesamtwertung an / Vladimir Kramnik bester Blindspieler / Top-GMs im Blindflug - Die "besten" Aussetzer des laufenden Amber +++ Ernesto Inarkiev, Ivan Sokolov und Baadur Jobava führen bei der 10. Europäischen Einzelmeisterschaft 2009 in Budva / Arkadij Naiditsch nach Sieg mit Tuchfühlung zur Spitze / Georg Meier nach Niederlage auf Platz 21 zurückgefallen +++ Chess Tigers & Friends - Happy Birthday, Christian Bossert!

Monaco - Nur vier der zwölf Partien der 2. Runde des 18. Amber Blindfold and Rapid Tournament in Monaco endeten unentschieden. Nach diesem heftigen Blutvergießen wurden natürlich auch die Tabellen kräftig gemischt, wobei sich Levon Aronian trotz Niederlage in der Blindpartie gegen Peter Leko weiter an der Spitze behaupten kann. Allerdings ist nun Alexander Morozevich zu ihm gestoßen, denn der Russe legte heute ein blitzsauberes 2-0 gegen Wang Yue aufs edle Parkett. Der beste Spieler ohne Ansicht der Figuren ist aktuell Vladimir Kramnik, während sich manche seiner Kollegen auf diesem Gebiet scheinbar besonders schwer tun. Doch dazu weiter unten mehr. Besonders heftig attackierten sich heute auch Veselin Topalov und Sergey Karjakin. In der Blindpartie lieferte der Bulgare die bisher vielleicht beste Partie des laufenden Wettbewerbs ab, doch in der Schnellpartie zeigte ihm der Youngster, wo der Frosch die Locken hat. Das war nicht von schlechten Eltern, wie der junge Ukrainer mit der Nr. 1 der Weltrangliste umsprang und sich dabei, wie wir ebenfalls weiter unten sehen werden, sogar den Luxus leistete, seinen Gegner nicht bei der erstbesten Gelegenheit zu matten.

Offizielle Turnierseite / Partien (PGN)



Tabelle Rapid & Blind nach 2 Runden

Platz

Spieler Punkte
1. Levon Aronian (2750) 3.0
Alexander Morozevich (2771) 3.0
3. Viswanathan Anand (2791) 2.5
Vladimir Kramnik (2759) 2.5
5. Magnus Carlsen (2776) 2.0
Veselin Topalov (2796) 2.0
Peter Leko (2751) 2.0
Sergey Karjakin (2705) 2.0
9. Teimour Radjabov (2761) 1.5
Gata Kamsky (2725) 1.5
11. Vassily Ivanchuk (2779) 1.0
Wang Yue (2738) 1.0


Tabelle Rapid nach 2 Runden

Platz

Spieler Punkte
1. Levon Aronian (2750) 2.0
Alexander Morozevich (2771) 2.0
3. Sergey Karjakin (2706) 1.5
4. Viswanathan Anand (2791) 1.0
Teimour Radjabov (2761) 1.0
Peter Leko (2751) 1.0
Gata Kamsky (2725) 1.0
8. Veselin Topalov (2796) 0.5
Vassily Ivanchuk (2779) 0.5
Vladimir Kramnik (2759) 0.5
Magnus Carlsen (2776) 0.5
Wang Yue (2738) 0.5


Tabelle Blind nach 2 Runden

Platz

Spieler Punkte
1. Vladimir Kramnik (2759) 2.0
2. Viswanathan Anand (2791) 1.5
Magnus Carlsen (2776) 1.5
Veselin Topalov (2796) 1.5
5. Levon Aronian (2750) 1.0
Alexander Morozevich (2771) 1.0
Peter Leko (2751) 1.0
8. Vassily Ivanchuk (2779) 0.5
Teimour Radjabov (2761) 0.5
Wang Yue (2738) 0.5
Sergey Karjakin (2706) 0.5
Gata Kamsky (2725) 0.5


Top-GMs im Blindflug

Jedes Jahr zum Frühlingsanfang verfolgen kleine und auch große Meister, wie die Weltelite schnell und blind spielt und lechzt förmlich danach, zu erleben, wie die Idole auch mal schrecklich patzen. Und wie es nunmal ist, wenn man zwar das Brett aber weder Figuren noch die Notation sieht, selbst die Besten der Besten sind nicht gegen das "Vergessen" immun. "Hat der weiße a-Bauer schon gezogen oder steht er noch auf a2??", hätte sich beispielsweise in der gestrigen ersten Runde Gata Kamsky fragen sollen, bevor er gegen Magnus Carlsen 15...Lb3?? zog. Zu seinem Leidwesen hatte der a-Bauer noch nicht gezogen und kassierte die Figur dankend. Ähnlich erging es in der gleichen Runde auch Vassily Ivanchuk gegen Levon Aronian. Erst hatte der Ukrainer eine beinahe schon gewonnene Stellung zum Remis verdorben und dann übersah er die weiße Verteidigung gegen sein nur scheinbar geniales Opfer.

Levon Aronian (2750) - Vassily Ivanchuk (2779)
18. Amber Blindfold and Rapid Tournament, Runde 1 (Blind)

Hier spielte der Ukrainer 36...Txb2?? und hatte dabei vermutlich nicht etwa den Springer vergessen, sondern "übersehen", dass nach 37.Sxb2 a3 einfach 38.Lc4! +- folgt. Der Bauer wird abgefangen und Weiß gewinnt.

Und auch Kombinationen, welche Weltklassespieler sonst höchstens in horrender Zeitnot mal zulassen, kommen ohne Ansicht der Figuren vermehrt vor. In der folgenden Stellung erwischt es Peter Leko in allerdings ohnehin schlechter Stellung gegen den Weltmeister.

Viswanathan Anand (2791) - Peter Leko (2751)
18. Amber Blindfold and Rapid Tournament, Runde 1 (Blind)

Bereits seit einigen Zügen hätte sich Anand auf f7 bedienen können, doch jetzt ist es besonders effektvoll. Nach 35.Lxf7! Txf7 folgte vernichtend 36.Dh8+!! +- und ließ den Ungarn umgehend aufgeben. Klar, König schlägt Dame, Springer schlägt Turm nebst Schach und Gabel auf die Dame!

Doch nicht jeder Lapsus in Monaco rührt automatisch von dem Nicht-Sehen der Figuren! Natürlich, die Fehler in den Schnellpartien haben automatisch ein deutlich höheres Niveau, doch anspruchsvoll, wie wir nunmal sind, erwarten wir doch wohl, dass ein Weltklassespieler eine "einfache" Mattkombination sieht, oder? Dann fragen Sie doch mal Sergey Karjakin, was er, wenn er nochmals die Chance hätte, im folgenden Diagramm anstatt seines 25.T8b6?? ziehen würde! Oder noch besser, finden Sie es selbst heraus. Weiß zieht und Schwarz kann sofort aufgeben. Die Lösung finden Sie in den Partien zum Turnier. Zu seinem Glück konnte Karjakin die Partie nach einem neuerlichen Bock Topalovs kurz darauf doch noch für sich entscheiden.

Sergey Karjakin (2705) - Veselin Topalov (2796)
18. Amber Blindfold and Rapid Tournament, Runde 2 (Rapid)


Am Rande bot die Live-Übertragung des Ambers auf dem ChessBase-Server heute ein Schauspiel der besonderen Art. Der mittlerweile überall bekannte und beliebte Kommentator von Top Turnieren, GM Yasser Seirawan (2634), und der russisch-nepalesische Jung-GM Anish Giri (2469/Bild) - mit seinen 14 Jährchen aktuell jüngster Großmeister weltweit - lieferten sich ein amüsantes Analyseduell. Hauptgegenstand war die Blindpartie Topalov - Karjakin, in welcher der erfahrene GM stets vom Spiel des Bulgaren angetan war, und der angehende Teenager an nahezu jeder Variante Seirawans etwas auszusetzen hatte. Während Yasser Seirawan nur noch gelegentlich spielt, ist Anish Giri derzeit in aller Munde, und so freut sich verständlicherweise auch der Stellv. Vorsitzende der Chess Tigers, Sven Noppes, darauf, den möglicherweise kommenden Star vom 09. bis 13. April bei seinem 13. Int. Neckar-Open in Deizisau begrüssen zu dürfen. Allzu oft werden Sie nicht mehr die Gelegenheit haben, mit diesem Jungen in einem Turnier zu spielen. Daher sei Ihnen nochmals wärmstens die umgehende Meldung zu dem größten Schachopen mit klassischer Bedenkzeit in Deutschland empfohlen!


Budva (Montenegro) - Zwei Runden vor Ende der 10. Europäischen Einzelmeisterschaft in Budva hat sich ein Trio an der Spitze gebildet, welches nun die allerbesten Chancen hat, die Medaillen unter sich auszumachen. Ernesto Inarkiev (2656), Ivan Sokolov (2657) und Baadur Jobava (2669) führen mit einem halben Zähler vor einem 17-köpfigen Verfolgerfeld, zu welchem auch Arkadij Naiditsch (2693) gehört. Doch der Reihe nach: Der nach der gestrigen Runde drittplatzierte Georg Meier (2608) musste heute seine erste Niederlage einstecken. Zu groß war der Druck, den Ivan "der Schreckliche" Sokolov mit den weißen Steinen auf den Deutschen ausübte, und ihn nach 41 Zügen zur Aufgabe zwang. Arkadij Naiditsch (2693) dagegen konnte im zweiten bis dritten Nachfassen gegen den Israeli Victor Mikhalevski (2608) gewinnen und damit seine Medaillenchancen wahren. Igor Khenkin (2644) remisierte gegen den Spanier Josep Manuel Lopez Martinez (2540) und Vitaly Kunin (2546) verlor gar gegen den israelischen Fidemeister Ido Porat (2354). Einziger Lichtblick neben Naiditsch war damit heute aus deutscher Sicht lediglich Igor Solomunovic (2416), der mit seinem Sieg gegen den makedonischen GM Zvonko Stanojoski (2493) einen schönen Satz in der Tabelle machte. Bei Maik Kopischke (1910) dürfte nach seiner achten Niederlage so langsam die Sehnsucht nach seinem Berliner Heimatverein dem SC Zugzwang 95 e.V. unerträglich sein. Von Vereinsmeisterschaft und Berliner Feierabendliga zur Europameisterschaft, das zeugt schon von einer gewissen Respektlosigkeit vor der Bedeutung des Events, aber letztlich muss jeder selbst wissen, ob er die lange Reise nach Montenegro auf sich nimmt, um sich mal zünftig verhauen zu lassen.

Damit lautet die interne deutsche Reihenfolge nach neun Runden nun: 1. Naiditsch (6,5/9), 2. Meier (6,0), 3. Khenkin (5,0), 4.-5. Kunin (4,5) / Solomunovic (4,5), 6. Kopischke (1,0)

Während Naiditsch morgen auf Jobava trifft, wird sich Meier mit dem 2700er Vladimir Akopian auseinandersetzen müssen. Eine gute Gelegenheit für eine weitere Heldentat von "Euro-Meier".

Alle Ergebnisse nebst der vollständigen Tabelle und der nächsten Paarungen erhalten Sie durch das Klicken auf die unten stehenden Top 30. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die offizielle Homepage eher wie die eines Reiseveranstalters daherkommt, und sich gerne auch mal eines dieser nervigen Werbe-Popups öffnen möchte. Dafür ist der sich beständig aktualisierende Ergebnisdienst auf chess-results.com ausgezeichnet. In sechs Sprachen erhält man dort alle Zahlen und Fakten, die man sich nur wünschen kann.

10th European Individual Chess Championship

Top 30 nach 9 Runden



Chess Tigers & Friends - Der profunde Kenner der Schachszene, Fidemeister Christian Bossert, von der OSG Baden-Baden feiert heute seinen 43. Geburtstag. Und was macht der Vater von zwei ebenfalls eifrig Schach spielenden Söhnen ,Felix und Moritz, am Sonntag? Er spielt für seinen Verein in der 2. Bundesliga mit den schwarzen Steinen und fährt einen vollen Punkt gegen seinen Bad Mergentheimer Gegner Michael Pfleger ein – die Mannschaft siegt mit 5:3 und übernimmt damit die Tabellenführung in der 2. Bundesliga Süd aus der sie natürlich nicht aufsteigen dürfen, weil die OSG Baden-Baden schon eine Mannschaft in der 1. Schachbundesliga hat. Seine Frau Julia, seine Eltern und Schwiegereltern werden dennoch hoch begeistert sein. Gottseidank beginnen die Wettkämpfe am Sonntag um 10:00 Uhr, sodass der Abend wenigstens für eine gemeinsame Geburtstagfeier gerettet ist. Der Schachexperte und -enthusiast Christian Bossert ist wirklich ein Schwergewicht, nicht nur im badischen Schach, sondern weit über diese Grenzen hinaus: lizenzierter A-Trainer, Geschaftsführer des Schachzentrums Baden-Baden und Bundesstützpunktes, Berater des Vorsitzenden des Sponsors GrenkeLeasing AG, Wolfgang Grenke, in schachlichen Angelegenheiten und natürlich auch im Führungskreis der Chess Tigers als kompetenter Berater und geschätzter Fotograf bei der Chess Classic tätig – ein Tausendsassa halt! Die Chess Tigers wünschen Dir, lieber Christian, alles Gute zum Geburtstag und noch eine schöne Feier im Kreise Deiner Lieben!

Wer mehr über Christian Bossert erfahren möchte, sollte ab und an mal schauen, ob dessen persönliche Homepage (endlich) fertig ist, und auch ein Besuch beim Schachzentrum Baden-Baden lohnt sich immer: Persönliche Homepage / Homepage Schachzentrum Baden-Baden e. V.




Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de

Chess Tigers

Published by Mike Rosa

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