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Aktuelles Tagesschach 15/09 - Endspurt der Kellerkinder
Wang und Radjabov können es doch noch!
02.03.2009 - XXVI Ciudad de Linares - Wang Yue und Teimour Radjabov mit Siegen +++ Aeroflot-Nachspiel - Nachdem Shakhriyar Mamedyarov öffentlich behauptet hat, Igor Kurnosov habe ihn in der 6. Runde beim Aeroflot betrogen, reagierte der Russe nun ebenso öffentlich mit einer Stellungnahme, die wir Ihnen auch in deutscher Sprache präsentieren möchten, damit sich wirklich jeder selbst ein Urteil bilden kann. +++ Schach im TV - Von Klassikern bis zur Modernen, Dramen oder Krimis - viele Genres nutzen die einmalige Ausstrahlung des königlichen Spiels

Linares (ESP) - Nach der 10. Runde beim XXVI Ciudad de Linares 2009 darf sich Alexander Grischuk mehr und mehr mit dem Gedanken anfreunden, auch nach der 14. Runde noch ganz oben zu stehen. Mit den weißen Steinen hielt der Russe heute den Angriffsversuchen von Vassily Ivanchuk stand und steuerte nach 41 Zügen und einigen kritischen Momenten dennoch sicher ins Remis. Will der Weltmeister auch noch ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden, dann wird Viswanathan Anand für die verbleibenden vier Runden nochmals alle Kräfte sammeln müssen, denn heute gelang ihm auch gegen Leinier Dominguez mit Weiß kein Sieg. Anand setzte den Kubaner zwar beständig unter Druck und verfügte so über einen leichten Vorteil, aber Dominguez behielt die Übersicht und wird nach dem Remis sicherlich zufriedener als der Inder sein. Endlich mal Grund zur Freude hatten heute Teimour Radjabov und Wang Yue (Bild). Beide Kellerkinder liessen heute ihre Extraklasse aufblitzen und konnten sich volle Punkte gutschreiben lassen. Radjabov konnte Levon Aronian nach einem recht frühzeitigen Bauerngewinn in ein Turmendspiel zwingen, welches der Armenier nicht zu halten vermochte. Wang hatte Schwarz gegen Magnus Carlsen, und eigentlich sah es nach 25 Zügen eher danach aus, als wären sich an diesem Tag beide Spieler ebenbürtig, aber dann gestattete Carlsen der gegnerischen Dame plötzlich, seinen König in die Brettmitte zu treiben. Dafür hatte der Norweger zwar eine Qualität mehr, aber die taktischen Möglichkeiten des Chinesen waren so mannigfaltig, dass sich dieser an einer Stelle sogar leisten konnte, den direkten Gewinn auszulassen. Die beständigen Drohungen um den weißen Monarchen forderten alsbald ihren Tribut und brachten Wang Yue nach Wijk aan Zee den nächsten Sieg über Carlsen in einem Top Turnier.

Homepage XXVI Ciudad de Linares 2009 / Partien (PGN)


Runde 10 - Montag, 02. März 2009

T. Radjabov - L. Aronian
1-0
V. Anand - L. Dominguez
½
M. Carlsen - W. Yue
0-1
A. Grischuk - V. Ivanchuk
½

Runde 11 - Dienstag, 03. März 2009

A. Grischuk - T. Radjabov
---
V. Ivanchuk - M. Carlsen
---
W. Yue - V. Anand
---
L. Dominguez - L. Aronian
---

Platz

Spieler Punkte
1. Alexander Grischuk (RUS, 2733) 6.5
2. Vassily Ivanchuk (UKR, 2779) 5.5
3. Levon Aronian (ARM, 2750) 5.0
Magnus Carlsen (NOR, 2776) 5.0
Viswanathan Anand (IND, 2791) 5.0
6. Wang Yue (CHN, 2739) 4.5
Teimour Radjabov (AZE, 2760) 4.5
8. Leinier Dominguez (CUB, 2717) 4.0


Skandal mit Folgen - Dass die schweren Vorwürfe, welche die aktuelle Nr. 18 der Weltrangliste, Shakhriyar Mamedyarov, beim jüngst beendeten Aeroflot Open in Moskau gegen Igor Kurnosov erhoben hatte, nicht ohne Konsequenzen bleiben würden, war klar. Zur Erinnerung, der Aserbaidschaner hatte den Russen nach ihrer Begegnung in Runde 6, die mit einer 21-zügigen Niederlage für den Elo-Favoriten endete, öffentlich des Betrugs bezichtigt und war daraufhin vom Turnier zurückgetreten. Der von Hauptschiedsrichter Guert Gijssen angesprochene Kurnosov leerte freiwillig seine Taschen, die ausser einer Schachtel Zigaretten, einem Feuerzeug und eines Stiftes nichts Verdächtiges zum Vorschein brachten. Wer mit diesen Utensilien betrügen kann, sollte mit dem Schach aufhören und sich bei Pro7 als "The Next Uri Geller" bewerben. Um der Ungeheuerlichkeit noch die sprichwörtliche Krone aufzusetzen, lancierte Mamedyarov flugs auf diversen Schachseiten folgende für Sie aus dem Englischen übersetzte Stellungnahme:

"Während der Partie verließ mein Gegner nach jedem Zug den Spielsaal, nahm seinen Mantel mit und verschwand auf der Toilette. Nachdem ich unfaires Spiel vermutete, bot ich im 14. Zug das Remis an - er lehnte ab. Wir spielten schnell 11 Züge, im 12. Zug spielte ich einen Zug, der meinen Gegner verwirrte. Seine nächsten Züge waren allesamt erste Wahl bei Rybka, was ihm schnell erlaubte, die Partie zu gewinnen."
(Original-Text bei chessninja.com)

Am 28.02. reagierte Igor Kurnosov auf Chessdom.com mit einem offenen Brief nebst kurzer Analyse der betreffenden Partie auf die Vorwürfe und schilderte den Sachverhalt aus seiner Sicht. So gibt er an, dass er erst das Brett verließ, als Mamedyarov an seinem 15. Zug 40 Minuten nachdachte. Er sei zu der nicht weit entfernten Raucherzone gegangen, wo natürlich ein beständiges Kommen und Gehen herrschte, und habe zwei Zigaretten geraucht. Ja, auch auf der Toilette sei er mal gewesen, um sich das Gesicht mit kaltem Wasser zu erfrischen, habe aber dabei mit niemandem Kontakt gehabt. Wie eine Unzahl an Kollegen bevorzuge er bei längerem Nachdenken des Gegners, das Herumlaufen und gleichzeitige Rechnen an der Stellung. Kursonov sah sich verständlicherweise für den weiteren Verlauf des Aeroflot durch den Rummel um seine Person benachteiligt und fordert, dass nicht nur Cheater sondern auch jene, die öffentlich falsche Anschuldigungen verbreiten, hart bestraft werden müssen. Etwas abwegig scheint sein zweiter Vorschlag, Organisatoren von Major Tournaments sollten mittels Metalldetektoren an den Zugängen zum Spielareal dafür Sorge tragen, dass niemand externe Hilfe annimmt oder selbiger beschuldigt werden kann. Da spricht natürlich auch der zornige junge Mann, der von einem 2700er schwer beleidigt wurde, weil sich dieser sein eigenes schlechtes Spiel nicht eingestehen kann oder will. Möglicherweise wollte sich Mamedyarov auch den Spott seiner Kollegen ersparen, wobei es sehr fragwürdig ist, ob er so wirklich den für ihn einfacheren Weg gewählt hat. Man wird Shak jetzt sicherlich mit mehr Vorsicht möglicherweise sogar mit Ablehnung begegnen. Ohne eine sichtbare Geste des Bedauerns und der Einsicht in einem vernünftigen Zeitrahmen, könnte er sich direkt ins Abseits befördern. Organisatoren werden dann vermutlich erwägen, künftig auf ihn zu verzichten, denn mit solchen Blackouts kann man ein Top Turnier rasch in eine Farce verwandeln, und starke Kollegen, die sich zu benehmen wissen, gibt es mehr als genug.

Den vollständigen Brief und Analysen von Igor Kurnosov können Sie zusammen mit der ominösen Partie, welche wir zudem noch mit den entsprechenden Referenzpartien und ein paar informativen Varianten komplettiert haben, unter den folgenden Links sowohl in englischer als auch exklusiv für Chess Tigers-Besucher in deutscher Sprache finden:
PGN Mamedyarov - Kurnosov, Aeroflot Open 2009 (Deutsch)
PGN Mamedyarov - Kurnosov, Aeroflot Open 2009 (Englisch)



Schach im TV - Unzählige Filme, Serien, Shows und Wissenssendungen griffen und greifen von Zeit zu Zeit auf das königliche Spiel mal mehr und mal weniger kompetent zurück. Eines der berühmtesten Beispiele ist die 1960 erschienene Verfilmung von "Die Schachnovelle" des Österreichers Stefan Zweig (*1881; †1942), in welcher unter anderem Curd Jürgens und Mario Adorf brillierten. Beraten wurde Regisseur Gerd Oswald übrigens damals von dem 2006 verstorbenen deutschen HGM (Honorary Grandmaster) Rudolf Teschner, der dafür Sorge trug, dass neben dem spannenden und nachdenklichen Plot und den brillanten Schauspielern das Spiel an sich authentisch und doch unterhaltend dargestellt wurde. 2007 rief die Lasker-Gesellschaft zum 65. Jubiläum für "Die Schachnovelle" sogar eine eigene Ausstellung ins Leben.


Eine besonders smarte Art, Schach und Krimi zu verbinden fand die deutsche Sat.1-Krimikomödie "Ein Fall für den Fuchs - Schachmatt" mit Esther Schweins, Dieter Landuris und Walter Sittler (als der Fuchs) in den Hauptrollen. Der finstere Geschäftsmann Krix (Michael Schiller) stiehlt das Schachprogramm des ehemaligen Weltmeisters Max Gosslar (Max Herbrechter), ruiniert ihn und nimmt ihm auch noch Frau und Kind weg. So viel Ungerechtigkeit lässt den „Fuchs“ natürlich nicht ruhen. Neben der spannend-witzigen Handlung glänzt der Film auch damit, dass das Schach so präsentiert wird, wie es heutzutage praktiziert wird. Sorge dafür trug kein Geringerer als der Vorsitzende der Chess Tigers, Hans-Walter Schmitt, selbst, indem er gleich einige typische Vorurteile von sachfremden Drehbuchschreibern streichen liess und durch Fakten ersetzte.


Das Krimi-Genre bedient sich ohnehin gerne der 64 Felder und der nicht nur für Aussenstehende existierende Faszination des Unbegreiflichen. Sehr gerne werden die Bösewichte, um ihre Durchtriebenheit hervorzuheben, als Kenner des Schachs dargestellt. Mitunter jedoch mit der missverständlichen Botschaft, man müsse den Gegner beim Schach so wie beim Pokern bluffen, um zu gewinnen. Aber es gibt natürlich auch die berühmten Ausnahmen, und zu denen gehört ganz sicher auch einer der Klassiker der US-Krimi-Reihe "Columbo" mit Peter Falk als schrulligen aber blitzgenialen Mordermittler, den wir schon in Kürze mal wieder auf der Mattscheibe werden sehen können. Am 08. März zeigt SUPER RTL um 22:25 Uhr die Folge "Schach dem Mörder". Der nicht mehr ganz taufrische Schachweltmeister Harvey soll nach Jahren gegen seinen alten Erzrivalen spielen. Doch rasch erkennt er, dass er mit fairen Mitteln nicht wird gewinnen können, und so muss der Gegner eben am Spielen gehindert werden ...


Wenn es überhaupt eine Steigerung zu Inspektor Columbo gibt, dann ist das Mr. Monk. Da trifft es sich natürlich prächtig, dass auch der sicherlich ängstlichste und zugleich vielleicht genialste Ermittler der bisherigen TV-Geschichte in Bälde mit einer "Schach-Folge" aufwartet. Einen Golden Globe und nicht weniger als 5 Emmys wurden Tony Shalhoub als bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie bereits verliehen. Der ehemalige Polizist des San Francisco Police Department, Adrian Monk, musste einst miterleben, wie seine über alles geliebte Trudy Anne durch eine Autobombe starb. Die zuvor schon vorhandenen "Macken" des Superschnüfflers entwickeln sich zu psychischen Störungen jeder erdenklichen Art und sperren ihn für drei Jahre in sein Haus ein. Die Serie startet nach diesen drei Jahren, und die Störungen sind soweit im Griff, dass Monk mit ständiger psychatrischer Unterstützung und einer persönlichen Assistentin an seiner Seite sogar wieder Mordfälle lösen kann. Im Vordergrund steht natürlich immer wieder der Mord an seiner großen Liebe, den er die ganze Serie über immer wieder vergeblich zu lösen versucht. Besonders tragisch, da Monk ansonsten scheinbar nach Belieben Mord für Mord in San Francisco aufklärt - nicht immer zur Freude der zuständigen Cops. Seine unglaubliche kombinatorische Gabe ist nach eigener Aussage ein Segen und ein Fluch zugleich, wäre er doch so gerne wieder ein ganz normaler Polizist. Monk läuft aktuell dienstags immer um 22:15 Uhr auf RTL. Am 10. März ist die Folge "Mr. Monk und der angekündigte Mord" an der Reihe. Die Ehefrau eines Schachmeisters, die zuvor Monk um Hilfe gebeten hatte, kommt zu Tode, und alles sieht nach einer natürlichen Ursache aus. Doch wie immer weiß es Monk besser. Aber um den Mörder zu überführen, muss er gegen dessen trainiertes Schachgehirn bestehen.




Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de

Chess Tigers

Published by Mike Rosa

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