25.02.2009 - Alexander Grischuk und Magnus Carlsen triumphieren in Runde 6 beim XXVI Ciudad de Linares 2009 +++ Etienne Bacrot und Alexander Moiseenko siegen mit Fotofinish beim Areoflot Open in Moskau - Wer darf nach Dortmund? +++ Schachbundesliga Runde 12 und 13 am kommenden Wochenende / IM Georgios Souleidis stimmt Sie darauf ein / Novum: Baden-Baden, Eppingen, Bremen und Emsdetten werden Aufstellungen vorher veröffentlichen!
Linares (ESP) - Der Mann der Stunde beim XXVI Ciudad de Linares ist Alexander Grischuk. In der heutigen 6. Runde führte der Russe gegen den bisher mit ihm führenden Levon Aronian die weißen Steine und fügte dem Armenier dessen erste Niederlage zu. Grischuk wählte die Botwinnik-Variante im Damengambit, die Aronian im 15. Zug mit der kurzen Rochade vermutlich nicht gerade verbessert hat für die Nachziehenden, doch das sollte nicht der Grund für die Niederlage sein. Zwar erspielte sich Grischuk ein leichtes Übergewicht, doch erst der schwere Fehler des Schwarzen im 38 Zug brachte Weiß den vollen Punkt. Einen nicht minder beachtlichen Triumph feierte Magnus Carlsen gegen Viswanathan Anand. Im Anti-Meraner unternahm der Weltmeister mit 11...Df5 einen ungewöhnlichen Versuch, Ausgleich zu erzielen, doch an dem mindestens leichten weißen Vorteil konnte er damit nicht rütteln. Aber der der wahre Grund für die Niederlage des Inders liegt im späteren Endspiel verborgen. Anand gab einen Bauer, um den gegnerischen König mit Turm und Springer einzukreisen, doch es gab scheinbar keine ausreichenden Drohungen. Den technischen Part löste der Norweger meisterhaft, sodass er nach 77 Zügen den weltmeisterlichen Glückwunsch in Empfang nehmen durfte. Wang Yue und Teimour Radjabov wiederholten im Kellerduell ihren Königsinder vom Corus Chess Tournament diesen Jahres bis zum 13. Zug, bevor der Aserbaidschaner auswich und der Chinese daraufhin einen neuen Zug brachte. Beim Pokern würde man sagen, Teimour hat geraist, Wang kam mit dem Re-Raise, doch am Ende gab es doch nur einen Split Pot = Remis. Etwas schwerer nachzuvollziehen ist das Remis zwischen Vassily Ivanchuk und Leinier Domingeuz. Der Ukrainer ging in der Englischen Eröffnung früh unbekannte Wege, und kassierte später einen Bauer. Doch der knapper werdenden Zeit geschuldet oder vielleicht aus Mangel an Frische nach der langen gestrigen Partie fand Ivanchuk keinen für ihn überzeugenden Plan, seinen Vorteil zu verwerten (Programme wollen den e-Bauer laufen lassen) und so gab er nach 47 Zügen nach und akzeptierte die Punktteilung.
Moskau (RUS) - Zwei Spieler haben mit 6,5/9 das diesjährige Aeroflot Open in Moskau beendet und dürfen sich somit als die Sieger fühlen. Da die offizielle Seite trotz der Punktgleichheit Etienne Bacrot auf Platz 1 vor Alexander Moiseenko führt, ist davon auszugehen, dass der Franzose - per Tiebreak? - zum Sieger erklärt wurde und damit die Einladung zum Sparkassen Chess Meeting 2009 in Dortmund (03. - 12.07.) erhalten dürfte. Verdient hätte er es nach seinem sehenswerten Endspurt, der in den heutigen Sieg gegen den nach der 8. Runde führenden Arman Pashikian gipfelte. Doch auch der Ukrainer Moiseenko hat natürlich ein tolles Turnier gespielt und den Sieg nicht minder verdient. Beste Dame des Turniers wurde die Russin IM Tatiana Kosintseva mit 5,5 Punkten und dem geteilten 10. Rang, was ihr neben dem Preisgeld auch noch eine GM-Norm bescherte. Sicherlich nicht zufrieden aber dennoch leicht versöhnt dürfte Arkadij Naiditsch auf dem geteilten 19 Rang mit 5 Punkten sein. Immerhin holte er nach der Doppelnull in Runde 5 und 6 noch 2,5 aus den letzten 3 Runden. Bis auf den von Shakhriyar Mamedyarov verursachten Eklat kann man sicherlich von einem gelungenen Aeroflot 2009 sprechen. Lediglich die Webpräsenz muss als schlicht unterirdisch bezeichnet werden. Morgen findet noch ein großes Blitzturnier statt, an welchem angeblich auch Mamedyarov teilnehmen wird. Hoffentlich steht keiner seiner Gegner zwischendurch auf!
Homepage Aeroflot Open
Am kommenden Wochenende geht die Schachbundesliga weiter, und ihr Redakteur IM Georgios Souleidis gibt Ihnen in der Folge einen ausführlichen Ausblick zu den Duellen nebst allen wichtigen Daten zu den Spielorten, Eintrittspreisen und Rahmenveranstaltungen. In Eppingen treten am 12. und 13. Spieltag mit Baden-Baden, Eppingen und Bremen drei der zur Zeit besten Teams der Liga und der Aufsteiger Emsdetten an. Diese Mannschaften werden zwei Tage vor den Kämpfen ihre
Aufstellungen bekannt geben und damit für ein Novum in der Geschichte der Schachbundesliga sorgen.
In Tegernsee kommt es am Samstag zum vorentscheidenden Duell um die
Vizemeisterschaft zwischen dem Gastgeber und dem SV Mülheim-Nord.
Nachdem das Ergebnis des Kampfes SC Kreuzberg - TV Tegernsee "am grünen
Tisch" revidiert wurde, steht der Münchner Vorortklub vier Spieltage vor
Schluss auf dem dritten Platz und hat von den an der Spitze platzierten
Teams das vermeintlich leichteste Restprogramm. Bei einem Sieg oder
sogar einem Unentschieden winkt Platz zwei in der Endabrechnung. Für
Tegernsee, das seine letzte Saison in der Schachbundesliga bestreitet,
wäre es nach zehn Jahren Zugehörigkeit ein schöner Abschluss. Mülheim
dagegen muss unbedingt gewinnen, um die anvisierte Qualifikation für den
Europacup zu schaffen. Bayern München hat am Samstag die letzte Chance
im Abstiegskampf für ein wenig mehr Spannung zu sorgen. Ein Sieg gegen
die favorisierten Katernberger ist allerdings Voraussetzung, um den
Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen zu verkürzen. In den
Sonntags-Paarungen gehen Mülheim gegen München und Tegernsee gegen
Katernberg als klare Favoriten ins Rennen.
Spielort: Hotel zur Post, Lindenplatz 7, 83707 Bad Wiessee
Samstag, 28. Februar, 14 Uhr, 12. Runde
TV Tegernsee - SV Mülheim-Nord
Bayern München - SF Katernberg
Sonntag, 1. März, 10 Uhr, 13. Runde
SV Mülheim-Nord - Bayern München
SF Katernberg - TV Tegernsee
Sonstiges:
Eintritt frei!
Solingen steht vier Spieltage vor Schluss auf einem hervorragenden
vierten Platz. Um aber am Ende den Sprung "aufsTreppchen" zu schaffen,
müssen gegen Kreuzberg und Dresden zwei Siege her, denn am letzten
Bundesligawochenende tritt man gegen Baden-Baden und Eppingen an.
Kreuzberg, das eine sehr gute Saison spielt, könnte ein Stolperstein
sein. Bei den Berlinern wird am Wochenende, falls sie spielen, das
Hauptaugenmerk auf Atila Figura und Steve Berger liegen, denn beide
Akteure haben eine gute Chance auf eine IM-Norm. Der ausgeglichenste
Kampf ist zwischen den Tabellennachbarn Kreuzberg und Wattenscheid zu
erwarten. Der Tabellenletzte Dresden ist in in der Klingenstadt der
Underdog, wird aber alles daran setzen endlich den ersten Punktgewinn
der Saison zu ergattern.
Spielort: Stadtsparkasse, Kölner Straße 72, 42651 Solingen
Sonstiges:
Eintritt frei!; Am Sonntag findet der Zweitligakampf SG Solingen II - SV Koblenz im
gleichen Gebäude statt.
In Eppingen finden am Wochenende die Spitzenkämpfe der
Schachbundesliga statt. Bevor es am Sonntag zum mit viel Spannung
erwarteten Kampf zwischen Baden-Baden und Bremen kommt, tritt das Team
von der Weser am Samstag gegen den Gastgeber an, der nach einer bislang
fast optimal verlaufenen Saison den zweiten Tabellenplatz einnimmt. Das
Feld wird durch den Auftsteiger Emsdetten komplettiert, der im Kraichgau
als klarer Außenseiter ins Rennen geht, mit Anish Giri aber den zur Zeit
jüngsten Großmeister der Welt in seinen Reihen hat. Die Vorraussetzungen
für eine Bundesligapremiere könnten unter diesen Umständen kaum besser
sein: Alle Teams haben sich im Vorfeld darauf geeinigt, ihre
Aufstellungen zwei Tage vor den Kämpfen bekannt zu geben. Diese werden
am Donnerstag-Abend den 26. Februar auf der Webseite der
Schachbundesliga veröffentlicht. Dies ist ein Service für alle
Schachfans, die sich somit frühzeitig informieren können, welche
Großmeister in der Hardwaldhalle antreten werden. Man kann jetzt schon
davon ausgehen, dass der Kampf Baden-Baden - Bremen einer der
hochkarätigsten Kämpfe in der Geschichte der Schachbundesliga werden wird.
Spielort: Hardwaldhalle, Berliner Ring 18/1, 75031 Eppingen
Sonstiges:
Eintritt 3,- € (ein alkoholfreies Getränk ist darin inbegriffen.); Übertragung aller Partien in einem separaten Raum; Am Samstagnachmittag findet am Rande des Matchs ein "Sponsorenempfang" statt, zu dem sich u. a. der CDU-Landesgeschäftsführer und MdB Thomas Strobl angekündigt hat.; Am Sonntag findet in der Hardwaldhalle die Oberliga-Begegnung Eppingen 2 gegen den Aufstiegsaspiranten in die 2. BL Süd, SC Viernheim, statt.
In Hamburg darf man gespannt sein, ob die SG Trier in den Duellen
gegen Hamburg und Berlin seine letzte Chance suchen wird den Abstieg
doch noch zu vermeiden. Bei zwei Siegen wäre plötzlich wieder alles
drin, denn am letzten Spielwochenende tritt man noch gegen München an.
Der Rest der Teams, insbesondere Hamburg, kann es eigentlich recht
locker angehen lassen. Berlin und Remagen können theoretisch noch
absteigen, doch der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist eigentlich zu
groß. Nach ihrem Duell am Sonntag könnte zumindest eines dieser Teams
auf der sicheren Seite stehen.
Spielort: Kasino der Signal-Iduna, Kapstadtring 8, 22297 Hamburg
Samstag, 28. Februar, 14 Uhr, 12. Runde
Hamburger SK - SC Remagen
SF Berlin - SG Turm Trier
Sonntag, 1. März, 10 Uhr, 13. Runde
SC Remagen - SF Berlin
SG Turm Trier - Hamburger SK
Liveübertragung und Live-Ticker
Ab dem jeweiligen Spieltag werden über die Webseite der Schachbundesliga - Schachbundesliga.de - die Liveübertragungen aus den vier Spielorten freigeschaltet. Dann können Sie mit einem Klick auf den Spielort zu den jeweiligen Partien gelangen. Die Kommentare von den jeweiligen Spielorten sind direkt über diese Webseite einsehbar.
Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de