18.02.2009 - World Chess Challenge 2009 in Sofia (BUL): Topalov mit eindrucksvollem Schwarzsieg gegen Kamsky +++ Aeroflot Open in Moskau (RUS): Überwiegend friedliche 2. Runde +++ Nancy (FRA): Keine entschiedene Partie in Runde 4 im A-Turnier +++ 2. Pfalz Open in Neustadt a. d. Weinstraße (GER): Führungsgruppe dank Remisflaute an den Spitzenbrettern wieder aufgestockt +++ Bad Homburg (GER): XII. Rhein-Main-Open im Juni
Sofia (BUL) - Nach einer interessanten Erstrundenpartie, hielt auch die zweite Partie im Challenger-Match zwischen Gata Kamsky und Veselin Topalov die Zuschauer in Atem. Scheinbar überrascht von Topalovs Berliner Verteidigung im Spanier verbrauchte der Amerikaner schon früh unglaublich viel Zeit, um in die Partie zu finden. Nach 15 Zügen hatte Kamsky lediglich noch 13 Minuten übrig und einen geopferten Bauer weniger, während seinem Gegner komfortable 90 Minuten blieben. Prompt ergaben sich für Topalov aussichtsreiche Möglichkeiten, und als Kamsky bei immer knapper werdender Zeit den Übergang in ein spielbares Endspiel witterte, verpasste ihm der Bulgare die Keule 21...Tc7!! wonach es für Weiß nur die Wahl zwischen einer schlechten oder ganz schlechten Stellung gab. Nahezu ohne Zeit auf der Uhr geriet Kamsky rasch in die ganz schlechte Variante und musste nach 32 Zügen das Handtuch werfen. Beiden Akteuren steht am Donnerstag der erste Ruhetag zur Verfügung, bevor es am Freitag dann in Runde 3 geht. Homepage World Chess Challenge/Partien (PGN)
Gata Kamsky 2725
½
0
½
Veselin Topalov 2796
½
1
1½
Moskau (RUS) - Die zweite Runde beim Aeroflot Open brachte eine Vielzahl an Remisen. Allen voran teilte an Brett 1 Arkadij Naiditsch (2693) mit den schwarzen Steinen spielend den Punkt mit Konstantin Landa (2626). Wenn man bei so einem Feld von Überraschungen reden kann, dann gab es heuer derer zwei. Zum Einen unterlag der Sieger des kürzlich ausgetragenen Moskau Opens Alexander Onischuk (2659) mit Weiß seinem Kontrahenten Igor Kurnosov (2602) und auch das Wunderkind von den Philippinen Wesley So (2627) musste gegen Pavel Ponkratov (2557) die bittere Pille der Niederlage schlucken. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Turnierseite nebst Live-Übertragung - wie so oft bei russischen Veranstaltungen - mehr schlecht als recht funktioniert und zeitweise hoffnungslos überlastet scheint. Eines der stärksten Open-Turniere hat eine der schwächsten und unübersichtlichsten Turnierseiten, doch bevor mir jetzt der Gashahn abgedreht wird: Das erlesene Feld tröstet über solche Ärgernisse hinweg, und vielleicht hat man auch dieses Problem bis 2010 dann im Griff.
Homepage Aeroflot-Open
Nancy (FRA) - Nach der Doppelrunde gestern wurde heute beim 7. Festival international d'échecs nur eine Runde gespielt, da anschließend ein Schnellturnier für Kinder ausgetragen wurde. Dass es keine entschiedene Partie im A-Turnier gab, lag nicht am mangelnden Willen der Akteure. Jede Partie wurde mehr oder weniger ausgespielt, doch es konnte sich schlicht keiner gegen seinen Kontrahenten durchsetzen. Somit ändert sich auch nichts in der Tabelle und unser deutscher Vertreter Georg Meier ist nach wie vor aussichtsreich platziert. Homepage 7. Festival international d'échecs 2009
Neustadt a. d. Weinstraße - Da die bisher Führenden beim 2. Pfalz Open allesamt nicht über ein Remis hinauskamen, ergab sich für die zahlreichen Verfolger die Chance, sich wieder in die Führungsgruppe einzureihen. Yuriy Drozdovskyy (2607), Leonid Milov (2539), Valentin Iotov (2556), Stefan Macak (2527) und Nikita Maiorov (2524) ist es gelungen mit Siegen, vor der morgigen 6. Runde mit Sergei Tiviakov (2684), Tomasz Markowski (2605) und Vladislav Borovikov (2582) gleichzuziehen. Die besten deutschen Vertreter in der Pfalz, Thomas Luther (2536) und Sebastian Bogner (2467) sind mit 4/5 ebenfalls noch sehr gut dabei, wobei ein deutscher Sieger in Neustadt a. d. Weinstraße angesichts der Klasse der Konkurrenz eher unwahrscheinlich scheint.
Homepage 2. Pfalz Open
Bad Homburg - Es ist zwar noch etwas Zeit, bis das XII. Rhein-Main-Open in der Kurstadt Bad Homburg stattfindet, doch da 5 Tage Schachspielen gut geplant sein wollen, kündigen wir es bereits heute schon an. Turnierchef Jürgen Roser ist ein erfahrener Organisator diverser Schachveranstaltungen im Bad Homburger Kurhaus, weshalb sowohl ein angenehmes Ambiente als auch ein reibungsloser Ablauf schon vorweg garantiert sind. Gespielt werden vom 10. bis 14. Juni 7 Runden Schweizer System mit ELO-/DWZ-Auswertung und einer stattlichen Anzahl an Preisen. Das Besondere am Preissystem: Selbst, wenn das Turnier für Sie absolut nicht so laufen will, wie Sie es bräuchten, um in die Preisränge zu kommen, könnten Sie am Ende dennoch lächelnd den Landgraf-Friedrich-Saal verlassen, denn es gibt Lucky Wins! Wer auch immer auf Platz 44, 66 oder 88 landet, erhält einen schönen Sachpreis. Homepage Rhein-Main-Open
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