Nachrichten GM Klaus Bischoff führt bei der Deutschen Comeback des sich auf Kommentierung spezialisierten Nationalspielers
21.02.2008 - Vor den zwei letzten Runden bei der Deutschen Einzelmeisterschaft der Herren in Bad Wörrishofen, die alljährlich ausgetragen wird, führt der in Frankfurt lebende Franke Klaus Bischoff dank der besten Wertung mit 5,5 Punkten aus 7 Partien. Seine diesjährige Pause von der Schachbundesliga und seine Konzentration auf das Kommentieren von Weltklasseturnieren wie Dortmund und Mainz, beziehungsweise in der Schachbundesliga scheint seiner Spielstärke keinen Abbruch getan zu haben. Mit Siegen gegen Oswald Gschnitzer, Janis Wehner, Jakob Meister und Arik Braun sowie den Remis gegen die GM Kollegen Leonid Kritz, Daniel Fridman und Vitaly Kunin aus Hessen steht er bei +4.
Sollte er morgen mit Schwarz gegen den Hamburger Nationalspieler Jan Gustafsson bestehen und übermorgen bei normaler Auslosung Weiß bekommen, dann ist alles für den Chess Classic Kommentator möglich. Insgesamt 46 Teilnehmer, die zum größten Teil aus den Landesmeisterschaften der Verbände qualifiziert sind, messen sich mit den Kaderspielern der deutschen Nationalmannschaft, sowie einigen vom Veranstalter aus Bad Wörrishofen nominierten einheimischen Spielern. 11 Großmeister bei 31 Fide-Titelträgern ringen mit 15 Titellosen im 9-rundigen Schweizer System, um den Titel des deutschen Schachmeisters 2008. Ursprünglich sollte auch der deutsche Spitzenspieler und Titelverteidiger von 2007, Arkardij Naiditsch vom deutschen Mannschaftsmeister OSC Baden-Baden mitspielen, aber er hat sich wohl oder übel für das noch schwerere Aeroflot Open in Moskau entschieden, an dem nur Spieler teilnehmen dürfen mit einer Elo-Zahl über 2550 - ein wirklicher Coup von Bundestrainer Uwe Bönsch seinen Spitzenspieler bei der Olympiade im eigenen Lande noch härter, als bei der DEM fordern zu lassen, um ihn zu fördern.
GM Ivan Sokolov - GM Klaus Bischoff Bei der Chess Classic im Kampf mit dem holländischen Spitzenspieler
Klaus Bischoff (Elo 2537) ist an Nr. 10 gesetzt und hat einige schwere Brocken in der Startrangliste vor sich: die Großmeister Daniel Fridman (Elo 2627), Jan Gustafsson (2607), Leonid Kritz (2592), David Baramidze (2582), Rainer Buhmann (2570), Felix Levin (2563), Arkardij Rotstein (2548), Alexander Naumann (2541) und Vitaly Kunin (2538). Sollte er wirklich morgen gegen Jan Gustafsson mit Schwarz einen guten Tag erwischen, ist in der Schlussrunde mit Weiß spielend alles möglich. Dass der erfahrene Bischoff das kann hat er in vielen Nationalmannschaftseinsätzen bewiesen, aber ob er ins deutsche Olympiateam für Dresden noch vorstoßen würde, wenn er Deutscher Meister 2008 werden würde, wagen alle Insider zu bezweifeln. Klaus muss sich aber nicht ausgebremst wissen, denn in diesem Falle könnte er als Kommentator sicher mitwirken. Man stelle sich dies nur einmal vor in anderen Sportarten, der deutsche Meister im Turnen, im Florettfechten, über 100m oder im Gewichtheben dürfte nicht im Olympiajahr mit zu den olympischen Spielen im eigenen Lande. Aber hoffentlich stellt sich garnicht die Frage bei der Nominierung der deutschen Olympiamannschaft, denn als Leistungskriterium soll ja nicht Elo oder Erfahrung, sondern Jugend und Unbekümmertheit an erster Stelle stehen. Kein Nationaltrainer im Fussball, Handball oder Feldhockey würde so handeln, sondern immer einen "Mix" anstreben. Der Schachbundestrainer Uwe Bönsch scheint aber völlig andere Vorstellungen von Teamzusammensetzungen und deren Dynamik zu haben.