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OSC Baden-Baden mit starkem Team in Solingen
Meisterkandidat Nr.1 auf dem Weg zum Titel - noch 6 x Live in den letzten Kämpfen
20.02.2008 - Wenige konnten es vorausahnen, aber keiner durfte es wissen, dass der Titelverteidiger aus Baden-Baden in fast stärkster Besetzung antreten würde. Mit Peter Svidler, Alexei Shirov, Magnus Carlsen und Etienne Bacrot waren vier 2700er-Riesen an den ersten vier Bretter am Werk und hinten war die Besetzung mit Liviu-Dieter Nisipeanu, Pentala Harikrishna, Peter Heine Nielsen und Philipp Schlosser auch nicht von schlechten Eltern. Doch die Weisheit im Fussball: "Geld schießt keine Tore", ist auch in gewisserer Weise im Bundesligaschach anwendtbar: "Elo allein macht keine Punkte". Teamgeist, Kampfkraft und Solidität sind die wichtigsten Argumente für den Erfolg, natürlich kommt dann auch noch oft Fortune dazu. "Neunmal Pech mag neunmal Pech sein - zehnmal Pech ist Unvermögen oder neunmal Glück mag neunmal Glück sein - zehnmal Glück ist Können!": schön, wie der Volksmund den Nagel auf den Kopf trifft.

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Am Freitagabend wurde in der Stadt Baden-Baden die Ehrung der besten Sportler und Mannschaften vorgenommen. Das badische Tagblatt veranstaltet Jahr für Jahr diese Auszeichnungen und vergab den Titel beste Mannschaft des Jahres zum ersten Mal an einen Schachverein. Der Mannschaftsführer Sven Noppes konnte in Gegenwart des Sponsors Grenkeleasing AG, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Grenke und des Baden-Badener Stammspielers Großmeister Philipp Schlosser, den Pokal entgegennehmen und in der Nacht mit nach Solingen bringen. Die traditionelle freitägliche Zusammenkunft der Mannschaft mit gemeinsamen Abendessen war aber gleichermassen gesichert, da der Autor dieser Zeilen nebst Fotograf der Bilder das Bundesliga-Geschäft auch gut versteht und als geschickter Motivator mit klarer Handschrift gilt.

Die Mannschaft des Jahres 2007 in Baden-Baden
der OSC Baden-Baden auf dem Weg zum Hattrick
Wettbewerbdurchführung: das Badische Tagblatt
v.l.n.r.: Bacrot, Shirov, Harikrishna, Carlsen, Nisipeanu, Schlosser, Heine, Svidler, MF Noppes

Der Franzose Etienne Bacrot
das 9-zügige Remis im Slaven gegen Alexander Naumann passte nicht ins Konzept des Baden-Badener Mannschaftsführers Sven Noppes

Der zweimalige deutsche Meister OSC Baden-Baden ging den Wettkampf gegen die SG Aljechin Solingen nicht mit der notwendigen Sorgfalt an. War doch klar, dass der mit einer fiebriger Virusinfektion kämpfende Anand-Sekundant Peter Heine Nielsen jederzeit die Option hatte "Remis zu machen", konnte es einfach nicht sein, dass der sonst so zuverlässige Bacrot ein schnelles Remis gegen den zirka 150 Elo-Punkte leichteren Naumann machte und der Spitzenspieler Peter Svidler ein zweischneidigen Königsangriff riskierte. Dass hätte auch schief gehen können. In den Partien Nikolic-Shirov, Carlsen-Jussupow, Nisipeanu-Hoffmann und Ragger-Harikrishna hatten die Badener nichts und Svidler stand gegen den jungen Holländer Stellwagen einfach auf Verlust. Nur der kranke Peter Heine Nielsen zeigte gegen den Holländer Ernst eine unwiderstehliche Weißpartie. Am 8.Brett hatte der nervenstarke Philipp Schlosser das bessere Spiel mit Schwarz gegen Wegerle und es kam wie es kommen sollte. Alle Partien remis, das erste Brett verloren und die letzten beiden Bretter gewonnen. Die Baden-Badener Insider wissen natürlich die drohende Gefahr eines Wettkampfverlustes einzuschätzen, aber nie käme den begleitenden Betreuern in den Sinn ihr Pokerface zu verlieren. Angst, Zittern, Vorwürfe und Verzweiflung gibt es innerhalb der Mannschaft nicht, auch nicht, wenn man einmal einen Wettkampf verlieren sollte.

Beim Abendessen wird die Gemütsverfassung gepflegt, die Schachseele poliert und diesmal stand die strenge Erörterung den Verhaltenskodex bei Remisofferten. Etienne's Begründung wir schlicht unwiderlegbar: "Er hätte sich mit der falschen Farbe vorbereitet" Dem jungen Familienvater wurde plausibel klar gemacht am nächsten Tag kein Remis zu akzeptieren vor dem 79.Zug, welches mit einem guten Rotwein beim Italiener in Haan besiegelt wurde. Und was macht der Burche am nächsten Tag, er zwingt den Solinger Ralf Appel im 79.Zug eines Modernen Benoni zur Aufgabe - Großmeister in spe, Ralf Appel hat die dritte GM-Norm in der Bundesliga geschaft, eine Elo von 2529 und damit den GM-Titel in der Tasche, - und konnte die Niederlage in der langen Schlacht gut verschmerzen. Der Russe Peter Svidler gegen den Ukrainer Pavel Eljanov und der Rumäne Nisipeanu gegen Holzke machten im Kampf OSC Baden-Baden gegen SV Wattenscheid remis und die anderen Bretter wurden von den Oosern locker gewonnen, sodass am Ende ein Ergebnis von 7:1 zu Buche stand, was keinesfalls zu hoch ausfiel.

Rekonvaleszent Peter Heine Nielsen und der Baden-Baden lebende Philipp Schlosser waren mit zwei Siegen an den Brettern 7 und 8 wieder einmal die Matchwinner. Da der SV Mühlheim-Nord gegen die Aktionäre aus Bindlach 2 Mannschaftspunkte hergeben musste, hat sich der schon komfortabele Vorsprung der Kurstädter aus Baden auf 5 Mannschaftspunkte und 8,5 Brettpunkte erhöht. Aber noch kann der Sekt nicht kalt gestellt werden, weil noch einige dicke Brocken folgen werden, an denen der OSC Baden-Baden nicht aus dem vollen schöpfen kann, weil die Superturniere in Morelia/Linares, Monaco und der neue Grand Prix der Fide im April in Baku ansteht mit Teilnahmen der 2700er Spieler. Konkret spielen im spanischen Linares Anand, Shirov und Carlsen, usw., aber man kann guter Dinge sein beim Blick auf das Restprogramm, weil sich gezeigt hat, dass auch die untere Hälfte der Mannschaft ausgezeichnet punkten kann, aber gespielt muss noch in Eppingen, Trier und dann zu Hause in Baden-Baden werden.

SC Eppingen - OSC Baden-Baden / 8.März in Eppingen
OSC Baden-Baden - TV Tegernsee / 9.März in Eppingen

OSC Baden-Baden - SF Katernberg / 5.April in Trier
SV Mühlheim-Nord - OSC Baden-Baden / 6.April in Trier

OSC Baden-Baden - TSV Bindlach Aktionär / 19.April in Baden-Baden
SV Erfurter SK - OSC Baden-Baden / 20.April in Baden-Baden

Sollten die Baden-Badener Spieler den Titel oder zumindest einen der drei ersten Plätze belegen, wäre ein neuer Anlauf im europäischen Team Cup im Oktober 2008 denkbar, obwohl zeitgleich dann der Spitzenspieler der Badener und amtierende Weltmeister Viswanathan Anand in Bonn seinen WM-Titel gegen Kramnik verteidigen will und damit nicht zur Verfügung stehen würde. Die Bundesliga lebt natürlich nicht nur vom Kampf um die Spitzenplätze, sondern der Abstiegskampf scheint an Dramatik diese Saison nichts vermissen zu lassen, was das Gemüt des Fans positiv strapaziert und das Herz höher schlagen lässt, als die ersten Runden am Anfang der Saison. Die sechs letzten Runden haben es naturgemäss wirklich in sich - freuen wir uns darauf. Eine gute Gelegenheit sich bei den Heimkämpfen vor Ort zu treffen oder bei den Live-Übertragungen der Veranstalter - nächstes Jahr werden alle Wettkämpfe der Bundesliga live übertragen, so der Beschluss des neuen Bundesligavereins. Das Angebot des Kommentators der Nation, Großmeister Klaus Bischoff, auf der ChessBase Seite ein bisschen Schachatmosphäre zu saugen, steht natürlich auch zur Verfügung für 10 Dukaten (1 Euro) pro Spieltag.

Bilder vom Bundesliga-Wochenende in Solingen

Peter Svidler gegen Pavel Eljanov remis
hier bei der ausgiebigen Analyse

Alexei Shirov 1,5 aus 2 Partien

Peter Svidler - nur 0,5 aus 2 Partien

"Wiki" Magnus Carlsen - 1,5 aus 2 Partien

Brett 1 & 2 vom OSC: Alexei Shirov und Peter Svidler warten auf ihre Gegner
Im Hintergrund Brett 3 & 4: Etienne Bacrot und Magnus Carlsen

Pentala Harikrishna 1,5 aus 2 Partien

Liviu-Dieter Nisipeanu - zwei Remis 1,0 aus 2 Partien

Philipp Schlosser - optimal 2,0 aus 2 Partien

Peter Heine Nielsen - optimal 2,0 aus 2 Partien
prominenter Zuschauer - Artur Jussupow

Bundesligaschach: Schnappschüsse und Personen

Artur Jussupow
Solinger Bundesligaspieler & Professor der Chess Tigers Universität

Herbert Scheidt
der Macher in Solingen

Für alle Fälle: die Kirche in der Nähe, wenn mal Beten wichtig wird

Der Tatort: Schachspielen in der Sparkasse

Nicht ganz unwichtig in der Schachbundesliga
Mäzene, Sponsoren oder Goldesel

Ein bekannter Mäzen in Solingen - Evertz

Die Evertzgroup

Ergebnistafel mit Sponsorenlogo Immobilien Scheidt

Live-Übertragung auf www.schach.com
Axel Fritz sorgt für das Fenster zur Welt

dekorierte Schaufenster in Haan - Thema Schach

Impressionen aus Turniersaal und Analyseraum

Magnus Carlsen gegen Alexander Rustemov beim Blitzen
prominente Spieler auch im ICC - Internet Chess Club

Kobus gegen Ernst -
Blick in den Spielsaal im Sparkassengebäude

Spitzenbretter OSC Baden-Baden: Shirov und Svidler

Holzke gegen Nisipeanu

Hans-Walter Schmitt

Published by HWS

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