TopTurniere Gata Kamsky (USA) gewinnt World Cup in Sibirien Nur die anstehende Fide-politische Qualifikation von Veselin Topalov verhindert den gerechten 2.Anlauf auf den WM-Titel, den Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik in 2008 austragen wollen
18.12.2007 - Gata Kamsky ist einer der coolsten Weltklassespieler, die weit unter ihrem tatsächlichen Leistungsvermögen von den Kollegen und den Schachliebhabern eingestuft wird. Tatsächlich ist er aber ein nervenstarker freundlicher Typ, der sich den Weg unter die Top10-Spieler ab dem 1.Januar 2008 gebahnt hat. Wer auf dem 7-stufigen Weg, Gegner wie Adly, Avrukh, Georgiev, Svidler, Ponomariov, Carlsen und Shirov ausschaltet, hat den Sieg wahrlich verdient. Dass da drei OSC Baden-Baden Cracks dabei waren, schmerzt ein wenig, aber im Sportsmenship gilt nur eine Regel: der Sieger ist der Sieger, ist der Sieger, ist der Sieger. In dem finalen 4-Partien-Kampf in Khanty-Mansiysk gegen den Baden-Badener Bundesligaspieler Alexei Shirov spielte Gata bestes "Kurz-Match-Schach", um den "Hexer von Riga" auszuschalten. Oder hatte nur jeder der vor dem an Nr.11 gesetzten Amerikaner russischer Provinenz, Angst, bzw. erschien ihnen ein Match gegen Veselin Topalov als "Mission impossible"? Der in Sofia beliebte Gata Kamsky passt sicher exzellent in das "Startup"-Programm des umstrittenen Topalov-Manager Silvio Danailov beim nächsten Angriff mit einem weiteren "schmutzigen" Zweikampf auf den WM-Titel, den Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik gegen Ende des Jahres 2008 austragen wollen. Dass das Privileg, der Bulgaren den Khanty-Mansiysk Sieger zu spielen, durch "Nichts", aber auch "Garnichts" zu rechtfertigen ist, ist der liberalen Schachwelt klar.
Die finale Pressekonferenz des World Cup Khanty-Mansiysk 2007 v.l.n.r: Alexei Shirov (80.000 $) - Fide: Balgaev - Gata Kamsky (120.000 $)
Zum ersten Mal bei der Chess Classic 2007 im Tiger-Shirt USA-Bürger Gata Kamsky mit viel Spaß, sehr ernst dreinschauend, bei der Sache
Übersicht der World Cup Preisgelder - Preisfonds 1.600.000,-$
Sieger 120.000,- US $ Zweiter 80.000,- US $ 3.-4. 50.000,- US $ 5.-8. 35.000,- US $ 9.-16. 25.000,- US $ 17.-32. 16.000,- US $ 33.-64. 10.000,- US $ 65.-128. 6.000,- US $
Die Mini-Wettkämpfe mit 2 Normalschach-Partien, dann 2 Schnellschach-Partien, dann 2 Blitzschach-Partien und am Schluss ein "Sudden death" haben einen besonderen Charakter. Manche Teilnehmer versuchen in den langsamen Partien Kraft zu sparen, um dann im Stechen alle Kräfte zu mobilisieren. Oder die weniger guten "Schnellschacher und Blitzer" versuchen es genau anders herum. Im Finale wurde nach zwei Ruhetagen ein kleiner Wettkampf über 4 Partien ausgetragen und Kamsky dominierte diesen Wettkampf und gewann mit einem Sieg in der zweiten Partie und konnte die scharfen Angriffe von Alekei Shirov (ESP) den Partien 3 und 4 locker abwehren.
Der komplette Terminplan des World Cups mit Status Quo
24.11.07 Runde 1 - Partie 1 (beendet)
25.11.07 Runde 1 - Partie 2 (beendet)
26.11.07 Stechen (beendet)
27.11.07 Runde 2 - Partie 1 (beendet)
28.11.07 Runde 2 - Partie 2 (beendet)
29.11.07 Stechen (beendet)
30.11.07 Runde 3 - Partie 1 (beendet)
01.12.07 Runde 3 - Partie 2 (beendet)
02.12.07 Stechen (beendet)
03.12.07 Runde 4 - Partie 1 (beendet)
04.12.07 Runde 4 - Partie 2 (beendet)
05.12.07 Stechen (beendet)
06.12.07 Runde 5 - Partie 1 (beendet)
07.12.07 Runde 5 - Partie 2 (beendet)
08.12.07 Stechen (beendet)
09.12.07 Runde 6 - Partie 1 (beendet)
10.12.07 Runde 6 - Partie 2 (beendet)
11.12.07 Stechen (beendet)
12.12.07 Freier Tag
13.12.07 Runde 7 - Partie 1 (beendet)
14.12.07 Runde 7 - Partie 2 (beendet)
15.12.07 Runde 7 - Partie 3 (beendet)
16.12.07 Runde 7 - Partie 4 (beendet)
17.12.07 Stechen
Eine marginale Verbesserung der Fide-Bedingungen gegenüber dem 98/99-Zyklus kann man mit viel Wohlwollen beim Weltverband feststellen, Gata Kamsky muss nicht sofort zum 6-Partien-Match gegen Veselin Topalov nach Sofia reisen, wogegen der Sieger von Groningen damals, Vishy Anand, unmittelbar sein 6-Partien WM-Kampf in Lausanne gegen Anatoly Karpov austragen musste. Der eine war müde vom 28-tägigen Qualifikations-Marathon in Holland und der andere frisch ausgeruht vom Urlaub in der Schweiz.