TopTurniere Chess World Cup - Khanty-Mansiysk - 2.Runde Drei deutsche Spieler in der 2.Runde - Naiditsch, Baramidze und Gustafsson
27.11.2007 - Der Weltcup in Khanty-Mansiysk ist bereits vier Tage unterwegs. Im eisigkalten, näheren Sibirien brachte David Baramidze das Kunststück fertig den Ex-Vize Weltmeister und Internet-Lautsprecher Nigel Short aus England im Schnellschach-Tiebreak zu eliminieren. Im Knockout-System der 128 Spieler werden zuerst 2 Partien mit Fide-Bedenkzeit (90min/+30s pro Zug), dann 2 Schnellschach-Partien, danach 2 Blitzschachpartien und schließlich eine "Sudden death" Partie gespielt, in der Weiß gewinnen muss, um weiter zu kommen - Schwarz genügt ein Remis. Heute wurde die Aufgabe schon schwerer für unsere Jungs: Levon Aronian traf auf Jan Gustafsson, Magnus Carlsen auf Arkadij Naiditsch und David Baramidze auf den Cubaner Lenier Dominguez Perez. Alle drei Aufgaben scheinen unlösbar, aber kämpfen Jungs, kämpfen. Laufende Updates und Ergebnismeldungen gibt es hier! Oder "Live" anschauen auf der Veranstalterseite.
Rein statistisch betrachtet geht es erst ab der zweiten Runde - lassen wir die erste als Aufwärmveranstaltung im kalten Sibirien gelten - richtig ans Eingemachte. Dass diese Betrachtungsweise nicht ganz fair ist, ist natürlich allen Insidern klar, weil die Kontinentalmeister- oder qualifizierte sich eher in der ersten Runde mehr oder weniger ihrem mangelndem Leistungsvermögen geschuldet, verabschieden müssen. Ein richtiger Großmeister, bzw. WM-Kandidat fängt ja erst bei Elo 2600 an, Großkopferte behaupten ja bei Elo 2700 und noch radikalere Ansichten würden es gerne sehen, wenn nur die ersten 7 der Weltrangliste als Kandidaten mit Weltmeister Viswanathan Anand - wie in San Luis 2005 und Mexiko-City 2007 praktiziert - 2009 um den Titel spielen würden. Da müssten man schon eine Elo von 2752 Mamedyarov, je 2755 Morozevich und Leko, 2769 Topalov, 2785, Kramnik, 2787 Ivanchuk und 2801 Anand haben, aber da Anand Weltmeister ist, käme noch Radjabov mit 2742 dazu.
Bei der nationale Verteilung der letzten 64 Spieler treffen die 3 deutschen Großmeister allein auf 16 Russen, wobei es gleich vier innerrussische Duelle in der 2 Runde gibt. Starke Kontingente haben auch China mit 6, die Ukraine mit 4 und dann kommen schon die gleichstarken Nationen wie die USA und Frankreich die 3 Kandidaten im Rennen haben. 2 Spieler haben Azerbaijan, Polen, Armenien, Spanien, Israel, Niederlande, Bulgarien und Rumänien im Rennen. Je ein Spieler kommt aus Kroatien, Türkei, England, Norwegen, Iran, Bangladesh, Ungarn, Cuba, Czech Republic, Bosnia-Heregovina, Indien, Uzbekistan und Slovenien. Von dieser Seite gesehen, gar nicht so schlecht für Deutschland. Wenn einer der drei Deutschen diese Runde überlebt, wäre das eine große Leistung, ja fast einer Sensation gleichzusetzen.
Faustdicke Überraschungen gab es in der Auftaktrunde zur zweiten Runde schon zu bestaunen. So unterlag der Weltmeister von 2002-2003, Ruslan Ponomariov, mit Weiß gegen Hao Wang aus China, der Baden-Badener Francisco Vallejo Pons unterlag ebenso mit Weiß Ernesto Inarkiev aus Elista / Russland. Mit Weiß schug Bartlomiej Macieja einen der Hauptfavoriten, nämlich Teimur Radjabov aus Azerbaijan.
Die beste deutsche Vorstellung gab der ebenfalls für den OSC Baden-Baden spielende Arkadij Naiditsch gegen seinen Mannschaftskollegen Magnus Carlsen ab, indem er mit den schwarzen Steinen die Partie zum Remis gestalten konnte. David Baramidze von den Aktionären Bindlach erzielte ein Remis mit Weiß gegen den viel höher eingestuften Cubaner Lenier Dominguez Perez. "Good Gusti" Jan Gustafsson vom Hamburger SK hatte auch nach langem Nachdenken im 17.Zug der Neuerung b3 von Levon Aronian nichts Nachhaltiges entgegenzusetzen und musste die "Null" quittieren. Aber Morgen kommt der Rückkampf und da ist auch noch einiges möglich.
Chess World Cup Khanty-Mansiysk - 2.Runde - 1.Partie