TopTurniere Der Adler und die Schlangen Mexiko-Stadt wird zum ultimativen Höhepunkt der Schachwelt
11.09.2007 - Bedrückend ist der Gedanke, dass nach San Luis, der unwürdigen Schlammschlacht in Elista und der jetzigen ehrenvollen Schachweltmeisterschaft der qualifizierten acht Spieler an historischer Stätte in Mexiko-Stadt mit einem freien Sponsor, bald wieder die politischen Ränkespiele der "Schacherer" um die Titelmatches wieder Einzug halten werden. Den Verlierern - in Elista: Veselin Topalov und hier in Mexiko: "eventuell" Vladimir Kramnik - die Privilegien ohne Qualifikationen, Matches um die WM oder um das Recht des Kandidaten einzuräumen, wirkt zynisch aber verständlich, wenn es darum geht die Machtposition der Fide gegen die freien Turnierveranstalter auf der Welt abzusichern.
Die Kandidaten für den einzigen Titel des Weltmeister
Die qualifizierten Spieler für die Schach-Weltmeisterschaft in Mexiko City vom 12.September bis 1.Oktober 2007 von links oben nach rechts unten:
Viswanathan Anand, Indien, Elo 2792, (No1) / Vladimir Kramnik, Russland, Elo 2769, (No3) / Peter Leko, Ungarn, 2751 (No7) / Levon Aronian, Armenien, Elo 2750, (No8) / Alexander Morozevich, Russland, Elo 2758, (No5) / Peter Svidler Russland, Elo 2735 (No12) / Alexander Grischuk, Russland, Elo 2722, (No14) / Boris Gelfand, Israel, Elo 2733 (No13)
Die besten nicht qualifizierten Spieler für die Schach-Weltmeisterschaft in Mexiko City - alle die fehlen bis zur No14 der FIDE-Weltrangliste Juli/2007
Veselin Topalov, Bulgarien, Elo 2769, (No2) / Vassily Ivanchuk, Ukraine, Elo 2762, (No4) / Shakhriyar Mamedyarov, Azerbaijan, 2757, (No6) / Teimour Radjabov, Azerbaijan, Elo 2746, (No9) / Alexander Jakovenko, Russland, Elo 2735, (No10) / Alexei Shirov, Spanien, Elo 2735 (No11)
Bet and win Quoten - ein Euro Einsatz gewinnt?
Vladimir Kramnik 1 : 2,7 Viswanathan Anand 1 : 2,7 Levon Aronian 1 : 6,25 Peter Leko 1 : 10,0 Alexander Morozevich 1 : 10,0 Peter Svidler 1 : 26,0 Alexander Grischuk 1 : 31,0 Boris Gelfand 1 : 31,0
Die Flagge von Mexiko
Die Legende, Flagge Mexikos und die Symbolik
Die Flagge Mexikos ist eine Trikolore in den Farben grün, weiß und rot, welche die Farben der nationalen Befreiungsarmee von Mexiko sind. Die heutige Flagge wurde 1968 eingeführt. Das Aussehen beruht aber auf der Flagge die erstmals am 2. November 1821 gehisst wurde. Das Wappen Mexikos wurde zwei Jahre später in der Mitte der Flagge hinzugefügt. Es stellt eine Legende um die Gründung der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán im Jahr 1325 dar (an gleicher Stelle befindet sich heute die mexikanische Hauptstadt Mexiko-Stadt). Das Wappen wurde im Lauf der Geschichte mehrmals geändert. Diese Modifikationen wurden in der Flagge übernommen.
Im Zentrum der Flagge: der Adler und die Schlange
Das Wappen beruht auf einer aztekischen Legende über die Gründung von Tenochtitlán. Dieser zufolge suchte das damals noch nomadisch lebende Volk der Azteken nach einem Zeichen, das den genauen Ort ihrer zu gründenden Hauptstadt anzeigte. Der Gott Huitzilopochtli hatte ihnen aufgetragen, einen Adler zu finden, der auf einem Kaktus sitzend eine Schlange verschlingt. Dieser Kaktus sollte auf einem Felsen inmitten eines Sees wachsen. Nach zweihundertjähriger Wanderung fanden sie das versprochene Zeichen auf einer kleinen Insel, im morastigen Texcoco. Hier gründeten sie ihre neue Hauptstadt Tenochtitlán, das heutige Mexiko-Stadt. Das aktuelle Wappen wurde 1968 von Francisco Eppens Helguera neu gestaltet und vom Präsidenten Gustavo Diaz Ordaz eingeführt.
Niemand auf der Welt wird die aztekische Legende in irgendeine Verbindung mit der Schachwelt, deren Organisation, der Zeit und der Findung der Stätte suchen, wo der Mittelpunkt der Schachwelt hingehört oder deren Strategie und Macht auszugehen hat. Niemand aus der Welt des Schachs wird den Mut haben diese Symbolik auf die momentane Situation zu übertragen, noch die Chuzpe haben, wer die Rolle des Adlers oder die der Schlange zu übernehmen hat. Trotzdem befremdet keinesfalls der Gedanke, dass die symbolhafte Legende der Azteken leicht auf die heutige Situation im Schach mit ihrem Herumirren an die Schach-Weltorganisation und deren Gefolgschaft zu übertragen ist. Möge der Kaktus auf dem Felsen im See bald den richtigen Adler mit dem Verschlingen der falschen Schlangen bringen.
Warum dieses WM-System nicht wiederholen?
Vielen Schachenthusiasten lieben es die Schach-Weltmeister auswendig von Steinitz bis Kramnik aufzuzählen: Steinitz, Lasker, Capablanca, Aljechin, Euwe, Botvinnik, Smyslov, Tal, Petrosian, Spassky, Fischer, Karpov, Kasparov und Kramnik. Dies zeigt doch einfach, dass in mehr als 120 Jahren von 1886 bis 2007 nicht viel los war, oder? Dass die Fide-Weltmeister von 1993 - 2005 Karpov, Kalifman, Anand, Ponomariov und Kasimdzhanov und der Turnierweltmeister Topalov nicht ins Schema passen, stört kaum jemand. Das von Kasparov und Short angezettelte Durcheinander bekommt da einfach seinen Stellenwert aberkannt und wird von ihm selbst als den größter Fehler seiner Laufbahn bei der Professionalisierung des Schachs gegeißelt. Doch nach San Luis, der Titelvereinigung Kramnik gegen Topalov, wäre jetzt mit Abschluss des WM-Turniers in Mexiko der große Wurf möglich!
Ohne die unerquicklichen zufallsgesteuerten Qualifikationssysteme im Weltpokal Khanty-Mansyisk oder die neuen Kontinentalsysteme der FIDE oder Global Chess mühsam zu etablieren an den entlegensten Orten der Welt, wäre die Möglichkeit gegeben, die besten sieben Spieler der Welt alle zwei Jahre mit dem amtierenden Weltmeister in einem Achtersystem - Turnier oder KO-System ist eine untergeordnete Frage - um den Titel spielen zu lassen. Die FIDE-Oberen wollen aber nicht die Entfaltung der freien Wirtschaftskräfte durch Sponsoren zur Blüte bringen, sondern versuchen die Verlierer von Mexiko in der Qualifikationsmühle der FIDE-Zufallsturniere zu gängeln, weil sie für diese nur durch den Zwang, dass es der einzige Weg ist, sich für einen weiteren Titelkampf zu qualifizieren. Warum lässt die Schachwelt sich die Chance entgehen, die großen Major-Turniere der Welt, wie Wijk aan Zee, Morelia, Linares, Dortmund, Moskau, usw., große und wichtige Open, sich nicht zu Weltranglisten-Beschaffungsturniere weiter zu entwickeln, die im Zwei-Jahres-Rhythmus dann die besten sieben Spieler ermitteln. Würde der 1.Juli 2007 der Stichtag sein und jetzt so gespielt werden mit: Anand, Topalov, Kramnik, Ivanchuk, Morozevich, Mamedyarov, Leko und Aronian! Wäre das nicht viel fairer, nicht viel besser, nicht viel hochklassischer, als Vladimir Kramnik und Veselin Topalov ein unfaires Match zu geben und die Verlierer von Mexiko durch die sibirische Hölle zu schicken für den nächsten WM-Zyklus? Wer es nicht schafft unter die ersten Acht der Welt vorzustoßen, hat es aus unserer Sicht nicht verdient ein WM-Match zu bekommen oder gar zu spielen. Die hirnverbrannte Idee der Fide-Oberen, jedem Bewerber über ELO 2700, der die Summe von einer Million Dollar aufbringt, ein WM-Match zu geben ohne jegliche sportliche Qualifikation, verleiht dem WM-Titel den Nimbus des "Käuflichen" oder "Unsportlichen", die Schachfreunde aus Elista bastelten weiter am "Entwertungssystem des Weltmeistertitels"! Die Verantwortlichen, die dafür plädieren, schneller als alle zwei Jahre um den Weltmeistertitel spielen zu lassen, treiben den Marktwert des WM-Titels kontinuierlich nach unten - wer gegen den Markt und deren Kunden handelt, sollte seinen Stuhl im Sinne des Schachs räumen. Die beste Lösung ist klar: alle zwei Jahre spielen die besten Spieler der Welt um den höchsten Titel im Schach - den Weltmeistertitel.