Nachrichten Chess Tigers trotzen dem amtierenden Deutschen Meister Traditionelles Mannschaftssimultan des OSC Baden-Baden wurde zum Fest der Organisatoren - Schaulaufen der Meister!
29.07.2007 - Der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister OSC Baden-Baden, sogar Triple-Meister der Saison 2006/2007, trat angeführt von der Nr.1 der Welt, Viswanathan Anand (Indien) mit Etienne Bacrot (Nr.1 Frankreich), Francesco Vallejo Pons (Nr.2 Spanien hinter Shirov), Arkadij Naiditsch (Nr.1 Deutschland), Rustem Dautov, Fabian Döttling, Andreas Schenk, Ilia Mutschnik und dem deutschen Jugendmeister Frederick Beck an. 133 Schachspieler aus nah und fern waren gekommen, um das Team des Mannschaftsführer Sven Noppes herauszufordern, aber auch gleichzeitig zu huldigen. Die Chess Tigers schickten einige ihrer Organisatoren der kommenden Chess Classic Mainz ins Rennen: Hans-Walter Schmitt, Hans-Dieter Post und Daniel Pohlke - Ehrenmitglied Anand spielte ja leider auf der anderen Seite mit.
Eintrag in das "Goldene Buch" der Stadt Baden-Baden
Der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Baden-Baden war angenehme Pflicht des amtierenden Deutschen Schach-Mannschaftsmeisters, der so en passant auch noch die Deutsche Pokalmeisterschaft und die Deutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft mitnahm. Den Hattrick mit der Titelverteidigung in der nächsten Saison zu schaffen und den Europa Cup in der Türkei im Oktober zu gewinnen sind die nächsten Ziele. Dass Baden-Baden eine lange Tradition im Schachturniergeschehen aufzuzeigen hat, weiß jeder nur all zu gut, es gilt aber auch diese zu pflegen und vielleicht mit Hilfe von OB Gerstner und Leasing-Unternehmer Grenke mit neuen starken Turnieren wieder zu beleben.
Der schachbegeisterte Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner im Gespräch mit dem Grenkeleasing Vorsitzenden Wolfgang Grenke nachdem sich der Meister in das goldene Buch der Stadt Baden-Baden eingetragen hatte
Das Highlight der Saison - Mannschaftssimultan des OSC, offen für Alle!
Aus der Region, aus der Nation, aus der Schweiz, aus Frankreich und sogar aus Berlin nahmen Schachfans des OSC an dem speziellen Simultan teil. Speziell deshalb, weil die Spitzenspieler des OSC Baden-Baden hintereinander ihre Züge spielen, so müssen Strategie und Taktik der Vorgänger erkannt werden. Amateur gegen Weltspitze – und das kostenlos: Der OSC Baden-Baden macht’s jedes Jahr möglich mit einem Mannschafts-Simultan in der Trinkhalle, die ans berühmte Kurhaus mit Casino grenzt. Die Idee des generösen Sponsors Wolfgang Grenke zog dieses Jahr wieder mehr Amateure an und der Juli eignet sich besonders gut, um die Mannschaft der nächsten Saison vorzustellen. Das dieses Spektakel ähnlich viel Aufmerksamkeit erregt, wie ein Bundesligawettkampf, kommt den Schachpromotoren in Baden-Baden sehr gelegen. Dieses Jahr haben sogar die pfiffigen Baden-Badener das Ehepaar Anand entdeckt, um in ganz Indien für ihre schöne Stadt touristisch zu werben.
Geschäftsführerin für Kur & Touristik Brigitte Görtz-Meissner und Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner haben die Nr.1 der Weltrangliste Vishy Anand mit Ehefrau Aruna entdeckt, um in Indien für Baden-Baden zu werben
Aber es geht auch um Schach, unter den Simultannehmern saß ein leibhaftiger Titelträger: der Internationale Meister Günther Beikert. Der frühere Baden-Badener wohnt noch immer in der Region und spielt in der nächsten Saison für den Vizemeister Hamburger SK. Beikert „schoss“ sich bereits warm. Sein Wunsch, dass Anand die Partie aufgibt, erfüllte sich zwar nicht – aber der ehemalige badische Meister gewann als einer von sieben Teilnehmern. Zudem profitierten auch Yakiv Katsnelson, Jurii Coblicov (beide SG Baden-Baden), Stefan Niessen (OSC Baden-Baden), Fritz Kolb (Caissa-Rochade Kuppenheim), Gerhard Alberts (Durmersheim) und der amtierende Vereinsmeister der Frankfurter Schachfreunde von 1921, Hans-Dieter Post von den sich manchmal widersprechenden Ideen der neun Simultangeber. „Zwei, drei Leute hatten nicht die Routine“, konstatierte Alberts nach seinem Erfolg in 22 Zügen. Er zeigte sich aber beeindruckt vom „Tiger von Madras“: „Wenn Anand da ist, zack, kommt der richtige Zug.“ Alberts gefiel außerdem „diese Atmosphäre, die man genießt. Es ist doch etwas Tolles, mit solchen Weltklassespielern zusammen zu sein“.
Der Vorsitzende Helmut Zanner vom OSC Baden-Baden hieß alle herzlich willkommen - dahinter ein Teil der hungrigen OSC Garde: Naiditsch, Vallejo Pons, Dautov, Anand und Bacrot - im Vordergrund an Brett 1: OSC Ehrenmitglied Dieter Schmidt.
Gastkommentar Hartmut Metz: als letzter Akteur beendete Hans-Dieter Post aus Oberursel das Simultan. Dautov kümmerte sich am Schluss unter den Augen von Bacrot um den Turnierleiter der Chess Classic Mainz – die Verluststellung konnte er indes nicht mehr abwenden. Posts „Chef“ Hans-Walter Schmitt, Organisator der Chess Classic, ertrotzte ein Remis – obwohl Ziehsohn Anand vor dem Auftakt des Simultans seine Kollegen auf dieses Duell besonders einstimmte: „Den müssen wir fertig machen. Alle anderen Partien sind egal“, machte der Tiger von Madras Stimmung. Leider konnte Daniel Pohlke seine gut vorgetragene Partie gegen die Asse nicht halten, sodass ein gerechtes Resultat mit 1,5 : 1,5 am Schluß zwischen dem Meister des Schachs und den Meistern der Organisation zu Buche stand.
An Brett 2 hatten die Jungs die Vorjahresniederlage gegen Wolfgang Grenke noch im Kopf - Hans-Walter Schmitt zelebrierte die Skandinavische Verteidigung
Taktisch unklug gingen die Asse auch am Brett daneben vor: Sie schlugen Wolfgang Grenke nach heroischer Gegenwehr. Der Sponsor nahm’s gelassen und zeigte sich angesichts der „Rekordbeteiligung“ mit der fünften Auflage des Mannschafts-Simultans äußerst zufrieden - die Crew um Organisator Christian Bossert hat wirklich einen einmaligen Event effektiv präsentiert.
Der amtierende Vereinsmeister der Schachfreunde 1921 Frankfurt ließ sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen - wer sagt denn eigentlich, dass Organisatoren nicht spielen können!
The man - Hans-Dieter Post!
Der ausgefuchste Organisator der Frankfurter Stadtmeisterschaft und der Hessischen Meisterschaften, sowie der Turniermanager des größten Schnellschach Opens der Welt analysiert seine Eindrücke ganz bescheiden unemotional:
Die Eröffnung habe ich ganz gut überwunden, geholfen hat natürlich, das alle Partien noch liefen und Trompowsky nicht jedermanns Geschmack ist. Ich selbst spiele ein ähnliches System, allerdings auch lieber mit Weiß.
Das Qualitätsopfer habe ich schon etwa bei der ersten Abtauschorgie kommen sehen. Irgendwie hat mir das da schon gefallen, aber ich hätte nicht gedacht, das es auch passieren würde, und die Stellung sich tatsächlich auch so spielen lassen würde. Das war der wichtigste Zug für mich in der Partie, es bringt ein Ungleichgewicht in die Stellung, die im Vorübergehen schlecht zu beurteilen ist.
Ab hier überlegten die Spieler länger.
Naiditsch zog dann 27. Kg1 und ab da habe ich bereits auf einen Sieg gehofft.
Ein Remisangebot lehnte Dautov oder Döttling kurz zuvor ab. Alle auf der anderen Seite waren sehr sehr zuversichtlich, was mich sehr irritierte!
Mein Bauernopfer im Endspiel war für mich der schönste Zug der Partie, nachdem Schenk die Stellung mit b5 zuvor versiegelt zu haben glaubte.
Der Deutsche Jugendmeister trat im 38.Zug ans Brett, stellte eine schlechte Stellung fest und stellte gleich eine böse Falle (Bauernschnapp und Matt in Einem mitten auf dem Brett!). Danach wollte ich die Partie nicht mehr verlieren, und auch kein Remis mehr.
Ab dem 45. Zug etwa haben die andern die Partie schon aufgegeben, Vishy redete schon auf Rustem ein, doch der war bekannt ehrgeizig und quälte mich noch (beinahe mit Erfolg) weitere 17 Züge.
Mit 51. Bd4 lasse ich den Gewinn tatsächlich aus den Händen gleiten, was Rustem aber nicht sieht, und spiele dann endlich den Stiefel korrekt zu Ende; betete zwischendurch immer wieder, das ich nicht durch einen dämlichen Fingerfehler alles noch versaue.
Unter Anbetracht meiner persönlichen Spielstärke, dem Niveau der Gegner und meiner bisherigen Leistungen meine sicherlich beste Partie!
Die Oos ist kein reißender Strom, wenn sie am Sitz des Schachzentrums Baden-Baden ab 2008 der Lichtenthaler Allee Nr.8 vorbei fließt - aber Sie nimmt ruhig Stufe um Stufe im Südwesten Deutschlands!
Wolfgang Grenke - Unternehmensstrategen können auch Schachmacher sein! - wenn Sie denn wollen!
... und brauchen Nachwuchs! - Olga Weis, OSC Baden-Baden
... und brauchen Familien mit Nachwuchs! - Julia und Moritz Bossert
... und brauchen Macher mit Organisationspower! - Christian Bossert - Himmel sei Dank!