TopTurniere XX Magistral Ciudad de León - Anand siegt im Finale
08.07.2007 - Viswanathan Anand ist und bleibt das Maß der Dinge im internationalen Schnellschach. Im Finale des XX Magistral Ciudad de León war der indische Schnellschachweltmeister selbst für die Nr. 2 der Weltrangliste eine Nummer zu groß. Mit 3:1 besiegte Vishy den Bulgaren Veselin Topalov und sendet damit zugleich das unmissverständliche Zeichen an seine kommenden Gegner bei den Mainzer Chess Classic, dass er bestens in Form ist. Levon Aronian, Etienne Bacrot und Rustam Kasimdzhanov werden sich etwas einfallen lassen müssen, um dem besten Schnellschachspieler der Welt irgendwie beikommen zu können.
Anands
Strategie für das Finale gegen Topalov war so einfach wie auch effektiv:
mit Schwarz remisieren und mit Weiß dann die Entscheidung herbeiführen!
In der ersten Partie hatte der Bulgare den Anzugsvorteil auf seiner
Seite, doch gegen Vishys Spanier wollte nicht mehr als ein eher
symbolischer Vorteil gelingen. In der zweiten Partie durfte dann Anand
den ersten Zug machen und dominierte das Geschehen recht bald.
Schließlich sah sich Topalov zu einem Qualitätsopfer genötigt, doch
retten vermochte er die schlechte Stellung damit auch nicht mehr. In der
dritten Partie wurde wieder Spanisch diskutiert, Topalov versuchte
erneut einen Sturm auf den schwarzen König, doch wieder kam nicht mehr
als ein laues Lüftchen auf. Als sich ein ungleichfarbiges Läuferendspiel
ankündigte, einigte man sich auf das Remis. Somit war Topalov in der
vierten Partie zum Siegen verdammt, doch mit den schwarzen Steinen und
dann noch gegen Anand, das haben schon viele vor ihm versucht und sind
gescheitert. Wie in der zweiten Partie wurde Sizilianisch gespielt, und
wiederum bewies Vishy, dass er beim Schach Eiswasser statt Blut in den
Venen haben muss. Obwohl er nur noch einen halben Punkt zum Turniersieg
benötigte, gab er einen Springer. Dafür erhielt er zwar drei verbundene
Freibauern am Damenflügel, aber Stellungen mit ungleichem Material enden
selten friedlich. Diese Variante muss er also mit klarer Gewinnabsicht
gespielt haben, und so wundert es nicht, dass er seinem deutlich
schlechter stehenden Gegner kein Remis anbot, wie es unter Meistern oft
üblich ist. Nach 29 Zügen musste Topalov die Waffen strecken und Anand
zum souveränen Match-Sieg gratulieren. Den Mut zum Risiko den Vishy
besonders in der letzten Partie gezeigt hat, sollte Jugendspielern und den Meistern von morgen als Lehrbeispiel dienen. Die
Nr. 1 der Welt steht für aktives und innovatives Schach, was Anand nicht
zuletzt damit beweisen wird, dass er bei den Chess Classic Mainz 2007
zum ersten Mal in seiner Karriere Chess960 spielt. Mit Freude und
auch Stolz gratulieren die Chess Tigers Ihrem Ehrenmitglied und Freund,
Viswanathan Anand zu einer beeindruckenden Leistung! Wir freuen uns
schon auf Mainz!