TopTurniere Chess-Meeting 2007 - Kramnik und Anand punkten voll Donnerstag ist der letzte Ruhetag!
27.06.2007 - Vladimir Kramnik hat in der vierten Runde des Sparkassen Chess-Meetings 2007 einen wichtigen Schritt gen Titelverteidigung gemacht. Er besiegte Magnus Carlsen mit scheinbar leichter Hand. Unmittelbar auf den Fersen folgen ihm Vishy Anand und Evgeny Alekseev. Ersterer schlug in der längsten Partie des Tages Arkadij Naiditsch, während Alekseev gegen Peter Leko standhielt und remisierte. Zwischen Boris Gelfand und und Shakhriyar Mamedyarov gab es ebenfalls ein Unentschieden. Am Donnerstag dürfen sich die Spieler nochmals ausruhen, bevor am Freitag das letzte Turnierdrittel startet.
Was
Vladimir Kramnik mit Magnus Carlsen in der vierten Runde des Sparkassen Chess-Meetings anstellte, kann man durchaus als "kurzen Prozess"
bezeichnen. Gespielt wurde mit Katalanisch eine Leib- und Magenvariante
des Weltmeisters, die in diesem Jahr schon des Öfteren zur Diskussion
stand, doch der Norweger meinte, recht früh die bekannten Pfade
verlassen zu müssen. Hoffte er, seinen Gegner in unbekannten Gewässern
besser trotzen zu können? Wenn ja, dann liegt der Fehler schon in der
Vorbereitung auf diese Partie, denn Kramnik zerriss den schwarzen Plan
quasi in der Luft und zwang Carlsen zur Aufgabe nach 30 Zügen.
Kann für sich den nächsten Sieg auf dem Weg zur Titelverteidigung notieren - Vladimir Kramnik
Heute
spielte in der Partie zwischen Vishy Anand und Arkadij Naiditsch die Nr.
1 der Setzliste gegen den Letzten. Es gab also nichts zu deuteln, Anand
würde alles versuchen, den Deutschen zu besiegen. Natürlich wird der
Vorsitzende der Chess Tigers, Hans-Walter Schmitt, behaupten, dass
seine heutige Anwesenheit beim Chess-Meeting seinem Freund Vishy
zum Sieg verholfen hat, doch ein Wenig wird auch der unbedingte
Siegeswillen des Inders sein Übriges dazu beigetragen haben, dass dieser
nach einer spannenden Partie den ersten vollen Punkt für sich verbuchen
kann. Geschickt strickte er mit Turm und Springer ein Mattnetz um den
schwarzen König. Arkadij fand zwar einen Weg aus der Schlinge, aber
dabei gewann Vishy zu guter Letzt dessen Läufer und damit die Partie.
Der erste volle Punkt ist geschafft - Vishy Anand
Ganz nach
Wunsch lief es für Evgeny Alekseev gegen Peter Leko. Letzterer
entschloss sich, dem angenommenen Damengambit eine Chance zu geben, doch
sein russischer Gegner kannte sich bestens aus und stand zu keiner Phase
der Partie auch nur einen Deut schlechter. Und wer will es ihm verübeln,
dass er gegen jeden der Top-Spieler erstmal das Remis anstrebt? Bis zum
21. Zug wurde bereits bekannte Theorie gespielt, was direkt in ein
Endspiel mündete, welches für Schwarz haltbar ist, aber kaum mehr
verspricht. Bis zum 34. Zug zeigten die beiden Profis den Zuschauern vor
Ort (und mit sinnlosen 15 Minuten Verspätung den Fans im Internet), wie
man diese Stellung spielt, dann reichte man sich die Hände zum
Friedensschluss. Ebenfalls remis endete die Partie zwischen Boris
Gelfand und Shakhriyar Mamedyarov. Letzterer versuchte sich als
Schwarzer in der Modernen Verteidigung und hatte vielleicht eine
Überraschung vorbereitet, doch der Israeli wollte das gar nicht erst
herausfinden und wich früh von seiner eigenen Partie aus dem Jahre 2005
gegen Azmaiparashvili ab. Es entstand eine sehr verzwickte Stellung, in
der Weiß wohl besser stand, doch etwas Verwertbares konnte Gelfand
nicht aus dem Hut zaubern. Nach 32 Zügen einigte man sich letztlich auf
das Remis.
Morgen ist
der zweite Ruhetag in Dortmund, bevor es am Freitag dann in die fünfte
Runde geht.