TopTurniere Sparkassen Chess-Meeting 2007 - Keine Entscheidungen 4 Remise in der dritten Runde
26.06.2007 - Die einen mochten nicht so recht, die anderen mühten sich redlich, doch unter dem Strich hat die dritte Runde beim Sparkassen Chess-Meeting 2007 nur vier mal mehr und mal weniger ausgekämpfte Remise anzubieten. Somit ändert sich natürlich auch nichts in der Tabelle. Vladimir Kramnik und Evgeny Alekseev führen vor einer 4-köpfigen Verfolgergruppe, und das Tabellenende zieren Arkadij Naiditsch und Boris Gelfand. Bemerkenswert ist, dass bisher drei Weiß-Siegen null Schwarz-Siege gegenüberstehen. Bleibt die Hoffnung, dass in der morgigen vierten Runde etwas mehr Pfiff drin ist.
Die erste
beendete Partie der dritten Runde war die zwischen Boris Gelfand und
Vishy Anand. Der Inder testete den Anti-Meraner des Israeli, der am Sonntag übrigens seinen 39. Geburtstag feierte, mit einem
vermutlich neuen 13. Zug, doch mehr als Ausgleich vermochte er nicht
auszumachen. Daher einigte man sich nach bereits 21. Zügen darauf, den
Punkt zu teilen und den anderen Partien noch etwas zuzuschauen. Etwas
mehr Bedenkzeit aber dennoch nicht mehr Züge benötigten Shakhriyar
Mamedyarov und Vladimir Kramnik in ihrem Dameninder, um zu der
Erkenntnis zu gelangen, dass heute kein guter Tag für einen langen Kampf
ist. Vielleicht wurde es ja bei der gestrigen Geburtstagsfeier Kramnik
etwas später, und nach der Niederlage gegen Alekseev wird Shak, mit dem
konsolidierenden Remis gegen den Weltmeister sicherlich zufrieden sein.
Nach Dortmund werden wir den Aserbaidschaner zusammen mit Landsmann
Teimour Radjabov übrigens das nächste Mal bereits im August
wieder in Deutschland sehen, wenn er den zweiten Anlauf startet, bei der
Chess Classic Mainz das
ORDIX oder/und das FiNet Open zu gewinnen.
Einer der junger Wilden, dem die Zukunft im Weltschach gehören könnte - Shakhriyar "Shak" Mamedyarov
Nach wie
vor versuchen die Gegner von Arkadij Naiditsch dem Deutschen mit selten
gespielten Nebenvarianten beizukommen. Heute war Peter Leko mit den
weißen Steinen an der Reihe, und bereits nach 9 Zügen betrat man bisher
wenig erforschtes Terrain. Doch Naiditsch schlug sich wacker und
schaffte es, die Stellung immer im ungefähren Gleichgewicht zu halten.
Gen Ende der Partie konnte man sogar versucht sein, lieber die schwarzen
Steine haben zu wollen. Doch die Begegnung endete schließlich gerecht
nach 38 Zügen friedlich. Den längsten Atem in dieser insgesamt sehr
friedlichen dritten Runde musste Evgeny Alekseev als Schwarzer gegen
Magnus Carlsen beweisen. Zur Hälfte der 60-zügigen Partie landete man
bereits in einem Turmendspiel mit Mehrbauer für den Norweger, welches
jedoch recht remislich aussah. Doch Carlsen zwang seinen Gegner noch 30
Züge lang, die richtige Verteidigung zu finden, bevor er den Russen in
den verdienten Feierabend entließ.
Wehrt sich tapfer gegen die Weltelite - Arkadij Naiditsch