Nachrichten FIDE gibt Details zum geplanten WM-Zyklus bekannt... ...und Veselin Topalov erhält erneut Sonderprivilegien
25.06.2007 - Nach ihrer Sitzung des Präsidiums in Estlands Hauptstadt Tallinn gab die FIDE einen Fünfjahresplan für den WM-Zyklus bekannt. Demnach soll der 2006 entthronte Weltmeister Veselin Topalov schon 2008 die Chance erhalten, sich mindestens für ein WM-Match zu qualifizieren oder direkt eins bekommen. Je nach dem, wer in Mexiko gewinnt. Wie genau das funktionieren soll, erklärt am besten die Grafik von ChessBase-Redakteur Frederic Friedel auf der nächsten Seite. Fest steht, falls das alles wirklich so kommen sollte, dass Topalovs Manager Silvio Danailov mal wieder listig das Maximum für sich und seinen Schützling bei der FIDE herausgekitzelt hat. Dabei hat er scheinbar wieder den Nachteil gegenüber Carsten Hensel, dem Manager von Weltmeister Vladimir Kramnik, ausgeglichen. Die Nr. 1 der Welt, Vishy Anand, und seine anderen Top-10 Kollegen erhalten niemals eine doppelte Chance vom Weltschachverband!
Zwei
Szenarien gilt es, bei dem vorgestellten WM-Zyklus zu beachten:
Vladimir
Kramnik gewinnt die WM in Mexiko
In diesem
Fall wird es 2008 ein WM-Match zwischen Kramnik und Topalov
geben, während der Sieger des World-Cups aus Khanty Mansiysk (23.
November - 16. Dezember 2007) bis 2009 auf
das Ergebnis dieses Matches wartet, um dann ein WM-Match gegen einen der
beiden zu bekommen.
Vladimir Kramnik
gewinnt die WM in Mexiko nicht
Heute feiert der Weltmeister Vladimir Kramnik, Ehrenmitglied der Chess Tigers, seinen 32. Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch, Vlady!
Sollte das
eintreten, wird es 2008 ein WM-Match zwischen dem neuen Weltmeister und
Vladimir Kramnik geben. Doch wie passt da Topalov hinein? Wie
selbstverständlich muss dann der World-Cup-Sieger aus Khanty Mansiysk
gegen ihn ein Match spielen. Der Sieger darf dann 2009 den Weltmeister
herausfordern.
Scheinbar
hat man seitens der FIDE und des bulgarischen Schachverbandes damit ein
wasserdichtes System gebastelt, doch das Boot könnte schon untergehen, bevor es
überhaupt richtig zu Wasser gelassen wurde. Was ist, wenn der Sieger der WM in
Mexiko tatsächlich nicht Kramnik heißt und sich dann weigert, gleich
wieder ein WM-Match gegen eben jenen Kramnik zu spielen? Immerhin hat er diesen
gerade in einem WM-Turnier hinter sich gelassen, und nun soll
ausgerechnet der frisch entthronte Weltmeister sofort wieder ran dürfen?
Oder was ist, wenn der World-Cup-Sieger die berechtigte Frage stellt,
warum er in dem einen Fall automatisch für ein WM-Match qualifiziert
ist, auf das er sich laaaange vorbereiten kann, und im anderen Fall
muss er zunächst gegen Topalov ran. Mal davon abgesehen, dass Silvio
Danailov für seinen Topi sehr listig aber nicht weniger offenkundig mal
wieder die dicksten Kartoffeln eingeheimst hat - von seinem quasi
nebenbei eingeschleusten Grand Prix mal ganz zu schweigen -, macht der
neue WM-Zyklus schon an der Basis einen maroden Eindruck. Wahrscheinlich
hofft man nicht zum ersten Mal, dass sich Teimour Radjabov beim
World-Cup durchsetzt, und gleichzeitig Vladimir Kramnik seinen Titel
nicht verteidigen kann. Dann müsste nur noch der neue Weltmeister
parieren, denn ein Match zwischen Topalov und Radjabov war ja nach der
geplanten Titelverteidigung des Bulgaren beim berüchtigten
Toiletten-Match 2006 ohnehin bereits so gut wie besiegelt. Verfrüht,
wie wir heute wissen, doch die Verhandlungen mit Radjabov, den wir
übrigens auch in Mainz bei der diesjährigen Chess Classic sehen werden,
würden sich bestimmt leichter gestalten, als beispielsweise mit einem Alexei Shirov (ebenfalls in Mainz am Start)
oder einem Michael Adams.
Der WM-Zyklus bis 2013 - erstellt von Frederic Friedel
(ChessBase)
War sichtlich zufrieden mit der Präsidiumssitzung der FIDE - die bulgarische
Delegation: v. l. n. r. Stefan Sergiev (Präsident des bulgarischen
Schachverbandes, die Dolmetscherin, Vesela Letcheva (Ministerin für
Sport in Bulgarien) und zu guter Letzt der Manager von Veselin
Topalov und Vize-Präsident des bulgarischen Schachverbandes, Silvio
Danailov