TopTurniere Elista 2007: Die Ruhe nach dem Sturm - 4 mal Remis Zweimal nach lauem Lüftchen und zweimal nach stürmischem Orkan
08.06.2007 - Nach einer damenindischen Mega-Schlacht trennten sich der angriffslustige Alexei Shirov und Levon Aronian remis. Damit konnte der Armenier seinen +1 Vorsprung halten. Die blutleeren Remis zwischen Bareev und Leko nach 15 Zügen, beziehungsweise Grischuk und Rublevsky nach 18 Zügen sind eher der Matchtaktik geschuldet und für das Schach keine Werbung gewesen. Die letzte Partie zwischen Gelfand und Kamsky endete ebenfalls remis, allerdings nach großartiger Verteidigung vom schwarzspielenden Amerikaner.
Da haben wir Sie wieder, die altbewährte und in der Matchpraxis immer und immer wieder die Zuschauer frustrierende Match-Taktik, bestes Beispiel: Kasparov - Kramnik, WM-Match, London 2000! Der Weißspielende hat eine unglückliche Niederlage, wie Bareev in der 1.Runde erlitten und möchte sich psychologisch ein wenig erholen und der andere in Führungliegende erzielt mit Schwarz ein gutes Ergebnis. 15 Züge Slavische Verteidigung ohne einen eigenen Zug zu machen, Hände schütteln, Zuschauer vor Ort and am Live-Übertragungsgerät sprachlos alleine lassen und ab nach Hause, vorbereiten auf die nächste Partie. Dabei gibt der Weißspieler einfach sein "Aufschlagrecht" an den Gegner zurück. Nein, nein, das wollen wir Zuschauer nicht. Wir wollen Matches wie Aronian gegen Carsen sehen.
In der 2.Partie gab es zwischen Rublevsky und Grischuk quasi eine Kopie der zuerst beendeten Remispartie, abweichend war nur, dass die Schottische Partie auf der Tagesordnung stand.
Der Spanier mit lettischer Herkunft, Alexei Shirov, ging seinen Gegner Levon Aronian mit dem ungewöhnlichen, aber supermodernen g4-System im Dameninder an. Nach einigen scharfen Scharmützel endete die Partie nach zwischenzeitlichem Qualitätsopfer von Weiß, mit folgendem Damentausch für Turm, Leichtfigur und Bauer im 46.Zug mit forcierter Zugwiederholung. Der schwarzspielende Armenier sah keine Möglichkeiten Fortschritte zu erzielen - eine großartige Partie des "Hexers II aus Riga" mit ebenso großartiger Verteidigung vom armenischen Zauberer. Diese Remis lieben die Schachfans.
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Die Partie zwischen Boris Gelfand und Gata Kamsky endete ebenso nach großartigem - ja sogar meisterhaft filigranem Kampf - nach 52 Zügen gerecht remis! Der Amerikaner Gata Kamsky verteidigte ohne erkennbare Schwierigkeiten mit der Slavischen Variante des abgelehnten Damengambits die schwarze Stellung. Mit Zähigkeit wird er wohl der alles überragenden Solidität des Spiels von Boris Gelfand strategisch entgegentreten. Die Beiden werden sich nach alter sowietischer Art belauern und möglicherweise nach 6 Remis auf den Tiebreak setzen, so wie es der Israeli schon gegen den Fide-Weltmeister von 2004, Rustam Kasimdzhanov machte und dann locker gewann.
Kleine Prognose für die folgende Runde
Morgen wird die 3.Runde gespielt und dann kommt der Ruhetag bevor die Klingen noch einmal scharfgewetzt in den letzten 3 Runden eingesetzt werden. Die mit +1 führenden Aronian, Grischuk und Leko können jeweils mit den weißen Steinen hart aufschlagen, um ein As zu erzielen oder mit viel Effet butterweich servieren, um den Status Quo mit +1 einfach nur zu halten. Mal sehen, wer welche Matchtaktik anwendet.