TopTurniere Elista 2007: Aronian, Grischuk und Leko gewinnen Das 2.Quartett für die Weltmeisterschaft in Mexiko City wird in Elista gesucht
06.06.2007 - Der Chess960-Weltmeister Levon Aronian (Armenien) überlistete den "Zauberer II von Riga " Alexei Shirov (Spanien) im ominösen 40.Zug und ging mit 1:0 in den kurzen 6-Partien-Zweikämpfen in Führung. Peter Leko (Ungarn) erspielte etwas glücklich seinen Weißsieg gegen Evgeny Bareev (Russland), souverän erledigte Alexander Grischuk (Russland) seine Aufgabe gegen Landsmann Sergey Rublevsky (Russland). Nur Gata Kamsky (USA) und Boris Gelfand (Israel) rauchten am ersten Spieltag der finalen Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft in Mexiko - 12.September bis 1.Oktober 2007 - die Friedenspfeife. Als 1.Quartett für Mexiko ist ja bekanntlich Weltmeister Vladimir Kramnik, der Weltranglistenerste Viswanathan Anand, und der 3. und 4. der letzten WM in St.Luis (Argentinen) Peter Svidler und Alexander Morozevich qualifiziert.
Evgeny Bareev zelebrierte ein weiteres Mal die Caro-Kann-Verteidigung vorzüglich! Gegen einen Theoriehengst aus den Top-10, wie Peter Leko es ist, gar nicht so einfach. Er hatte schon das Traummatch zwischen den führenden ungarischen Spielern durch seinen überraschenden Sieg gegen Judit Polgar mit dieser Verteidigung verhindert. Allerdings in Zeitnot verzockte er die gute Stellung im 30.Zug - Damentausch hätte wahrscheinlich leicht Remis gemacht -, aber Ld6 war des "Übemutes" neben dem Läuferopfer auf g3 doch des Guten zu viel.
Spiel auf ein Tor war das Thema in der Sizilianischen Verteidigung, Scheveninger Machart zwischen den beiden Russen Grischuk und Rublevsky. Mit konstant erhöhten weißen Druckspiel brach dann "Rubelchen" zwischen dem 30. und 35.Zug völlig zusammen. Alexander Grischuk - der Pokerkönig - ist offensichtlich auch ohne intensives Schachtraining in der Lage Hochleistungsschach zu spielen. Es gilt in Fachkreisen nach dem Sieg über Malakhov als sicher, dass sein Weg das Finale in Mexiko zu erreichen, als äußerst günstig eingeschätzt wird, aber Vorsicht: "Hochmut kommt vor dem Fall".
Levon Aronian ging seinen Gegner mit dem ungewöhnlichen, wohl etwas Shirov überraschenden 3.e4 im angenommenen Damengambit an. Alexei antwortete mit dem prinzipiellen 3. ... e5 und bekam mit zunehmender Spieldauer eine fast ausgeglichene Stellung. Doch der vom Carlsen-Wettkampf gestählte Schnellschach- und Chess960-Guru Levon Aronian bearbeitete den Baden-Badener Bundesligaspieler Shirov derart filigran, sodass er nach dem 40.Zug den König umlegen musste.
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Die Partie zwischen Gata Kamsky und dem überaus solide agierende Israeli weißrussischer Herkunft wurde mit Zugwiederholung zum Remis gebracht. Die Sizilianische Verteidung - Najdorf System - ist für überragende Schärfe bekannt, aber in der Auftaktpartie zwischen den Beiden war kein Pfeffer drin. Also gerecht remis!
Tie-Break-Regeln für die Kandidatenkämpfe
Kleine Regelkunde für den Fall, dass die Zweikämpfe 3:3 ausgehen: nach erneuter Farbauslosung werden zunächst vier Schnellpartien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug gespielt. Endet dieses Match ebenfalls ausgeglichen, folgen nach neuerlicher Farbauslosung zwei Blitzpartien mit einer Bedenkzeit von 5 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug. Sollte dann noch immer keine Entscheidung gefallen sein, muss eine Sudden Death-Partie gespielt werden. Das Los entscheidet, wer die Wahl der Farben hat. Weiß erhält 6 Minuten und Schwarz 5 Minuten. Es wird ohne additive Zeit gespielt, und Weiß muss gewinnen. Endet die Partie remis, ist Schwarz in der nächsten Runde.