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Rublevsky und Bareev ebenfalls für Runde 2 qualifiziert
Tie-Breaks: Aronian - Carlsen; Adams - Shirov; Gelfand - Kasimdzhanov
02.06.2007 - Sergei Rublevsky und Evgeny Bareev haben es geschafft. Beiden reichte ein Remis in der sechsten Matchpartie gegen Ruslan Ponomariov bzw. Judit Polgar. In den Tie-Break um den Einzug in die entscheidende Qualifikationsrunde muss Levon Aronian gegen Magnus Carlsen sowie Michael Adams gegen Alexei Shirov und Boris Gelfand gegen Rustam Kasimdzhanov. Die endgültige Entscheidung, wer denn Riesenschritt gen Weltmeisterschaft in Mexiko machen darf, wird am Sonntag fallen. Sowohl die offizielle Turnierseite als auch ChessBase übertragen ab 13 Uhr wieder live.

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Dass sich Judit Polgar nach dem gestrigen Sieg nochmal mit aller Macht ins Zeug legen würde, war klar. Mit den schwarzen Steinen spielte sie in der Eröffnung ein interessantes Bauernopfer und brachte Evgeny Bareev tatsächlich mächtig ins Grübeln. Doch der Russe behielt einen kühlen Kopf und schaffte es, den schwarzen Vorteil in erträglichen Grenzen zu halten. Wie schon das ganze Match über, gelang es der Ungarin in der Folge nicht, die besten Züge zu finden und so neigte sich die Waagschale nach und nach sogar zu Gunsten von Bareev. Er nagelte den schwarzen Monarchen an die eigene Grundlinie und drohte, sogar nach mehr als nur dem nötigen halben Punkt zu streben. Da nahm eine sicherlich enttäuschte Judit Polgar lieber das angebotene Remis. Evgeny Bareev wird nun auf Peter Leko treffen, der mit Sicherheit schon längst an dem nötigen Repertoire gegen den ehemaligen Top 10-Spieler arbeiten wird.

Auf den ersten Blick mutet es seltsam an, dass Sergei Rublevsky bereits nach 19 Zügen zum benötigten Remis gegen Ruslan Ponomariov kam, aber schaut man genauer hin, erkennt man, dass Pono in der Endstellung einfach keine andere Wahl als die Zugwiederholung hatte. Weiß kann die Dame hin und her jagen, wogegen es für Schwarz keine vernünftige Verteidigung gibt. Damit zieht Sergei Rublevsky in die zweite Qualifikationsrunde ein, wo er es mit Alexander Grischuk wird aufnehmen müssen. Wer der Favorit ist, steht außer Frage, doch der Russische Landesmeister von 2005 ist durchaus in der Lage, Grischuk zu schlagen. Zumal Letzterer neben dem Schach auch immer öfter am Pokertisch gesehen wird.

Es gab für Alexei Shirov heute kein Vertun - er musste gewinnen! Entsprechend versuchte sich Michael Adams mit der soliden Russischen Verteidigung, aber ob das wirklich eine gute Wahl war, kann wohl nur der Brite selbst beurteilen. Fakt ist, dass sich Shirov im Laufe der Partie einen dauerhaften Vorteil erspielte, den er zunächst in einen und dann zwei Mehrbauern, und zu guter Letzt in einem Sieg verwandelte. Mit diesem Last-Minute-Triumph rettete sich der Hexer von Riga in den Tie-Break, in welchem die Karten nochmals völlig neu gemischt werden. Vielleicht ein kleiner Vorteil für den in Spanien lebenden Letten, der allgemein als Taktikmonster gefürchtet wird.

Das Match zwischen Levon Aronian und Magnus Carlsen war mit Sicherheit das Highlight der ersten Kandidatenkämpfe in Elista, und es ist noch nicht vorbei! Zwar knetete der armenische Chess960-Weltmeister ordentlich auf dem norwegischen Jahrhundertalent herum und hatte zwischenzeitlich durch den Mehrbauer vielleicht sogar einen gewinnträchtigen Vorteil, aber Carlsen wehrte sich mit Händen und Füßen und wurde dafür gerecht belohnt. Als Aronian unverhofft im 45. Zug eine Remiswendung erlaubte, griff sein Gegner erfreut zu. Wie für das Match so ist Aronian auch für den Tie-Break der Favorit, aber Carlsen hat wieder einmal bewiesen, dass er zur Weltspitze gehört und wird für die Verlängerung hochgradig motiviert sein.

Auch die sechste Partie zwischen Boris Gelfand und Rustam Kasimdzhanov endete mit einem Unentschieden. Bei ihrem Remis nach nur 21 Zügen bewiesen beide alles andere als Risikobereitschaft - beinahe schien es, als habe man sich bereits im Vorfeld auf den Tie-Break geeinigt. Wer der Gegner von Gata Kamsky in der letzten Qualifikationsrunde sein wird, klärt sich also erst am Sonntag. Möglicherweise ist Kasim leicht favorisiert, da er das Schnellschach besonders liebt, wie er beispielsweise im vergangenen Jahr mit seinem Sieg beim ORDIX Open der Chess Classic Mainz bewiesen hat. In diesem Jahr wird er mit Anand, Aronian und Bacrot die Main Events (also traditionelles Schach und Chess960) der Chess Classic Mainz spielen.

Tie-Break-Regeln für die Kandidatenkämpfe

Nach erneuter Farbauslosung werden zunächst vier Schnellpartien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug gespielt. Endet dieses Match ebenfalls ausgeglichen, folgen nach neuerlicher Farbauslosung zwei Blitzpartien mit einer Bedenkzeit von 5 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug. Sollte dann noch immer keine Entscheidung gefallen sein, muss eine Sudden Death-Partie gespielt werden. Das Los entscheidet, wer die Wahl der Farben hat. Weiß erhält 6 Minuten und Schwarz 5 Minuten. Es wird ohne additive Zeit gespielt, und Weiß muss gewinnen. Endet die Partie remis, ist Schwarz in der nächsten Runde.

1

Magnus Carlsen 2693

0 ½ 1 0 1 ½ 3

Levon Aronian 2759

1 ½ 0 1 0 ½ 3

2

Peter Leko 2738

½ 1 1 1 X X

Mikhail Gurevich 2635

½ 0 0 0 X X ½

3

Ruslan Ponomariov 2717

½ ½ 0 ½ ½ ½

Sergei Rublevsky 2680

½ ½ 1 ½ ½ ½

4

Boris Gelfand 2733

½ ½ ½ ½ ½ ½ 3

Rustam Kasimdzhanov 2677

½ ½ ½ ½ ½ ½ 3

5

Gata Kamsky 2705

½ 1 1 1 X X

Etienne Bacrot 2709

½ 0 0 0 X X ½

6

Alexander Grischuk 2717

1 ½ ½ 1 ½ X

Vladimir Malakhov 2679

0 ½ ½ 0 ½ X

7

Judit Polgar 2727

½ 0 ½ 0 1 ½

Evgeny Bareev 2643

½ 1 ½ 1 0 ½

8

Michael Adams 2734

½ ½ ½ 1 ½ 0 3

Alexei Shirov 2699

½ ½ ½ 0 ½ 1 3

Der Sieger aus Match 1 spielt in der zweiten Qualifikationsrunde gegen den Sieger aus Match 8, der Sieger aus Match 2 gegen den Sieger aus Match 7 etc.

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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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