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Leko und Kamsky fast durch
Halbzeit in der ersten Runde der Kandidaten-Matches
30.05.2007 - Die deutlichste Führung nach drei gespielten Partien haben sich Peter Leko und Gata Kamsky in ihren Matches erarbeitet. Beide haben beachtliche zwei Punkte Vorsprung und dürfen sich schon fast auf die zweite Runde der WM-Qualifikation freuen. Als Highlight gilt die Begegnung zwischen Levon Aronian und Magnus Carlsen, und Letzterer konnte nach der Niederlage in der ersten Partie nun zurückschlagen. Damit ist er Norweger der bisher einzige, der nach einem Verlust mit einem Sieg antwortete. Am heutigen Mittwoch haben die Spieler ihren verdienten Ruhetag, bevor es morgen dann in entscheidende zweite Matchhälfte geht.

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Die kürzeste Partie des dritten Spieltages legten Michael Adams und Alexei Shirov aufs Parkett. Den Königsangriff des Briten wehrte der Wahlspanier mit den schwarzen Steinen routiniert zum Dauerschach nach 26 Zügen ab. Da bisher zwischen den beiden Weltklassespielern noch kein Tröpfchen Blut geflossen ist - was besonders bei Shirov etwas verwundert -, ist noch keinerlei Tendenz absehbar, wer in die zweite Qualifikationsrunde einziehen wird.

Das nächste Remis des Tages entstand zwischen Alexander Grischuk und Vladimir Malakhov. Mit Weiß holte Ersterer nichts Zählbares heraus und so wickelte er rasch in ein Remisendspiel ab, um Schlimmeres zu verhindern. Schließlich führt er mit einem Zähler, und so ist sein Landsmann für die zweite Matchhälfte in der Bringschuld.

Boris Gelfand geriet nach einer wohl eher fragwürdigen Neuerung in der Botwinnik-Variante des Damengambits gegen den FIDE-Weltmeister von 2004, Rustam Kasimdzhanov, zwar mächtig unter Druck, doch am Rande der Niederlage balancierte er sich schließlich zu einer verdienten Punktteilung. Wie bei Adams und Shirov hat keiner der beiden bisher eine ernsthafte Schwäche offenbart, was viel Spannung für die restlichen drei Partien verspricht.

Ebenfalls friedlich endete die Partie zwischen Judit Polgar und Evgeny Bareev. Die Ungarin versuchte alles, um die Niederlage in der zweiten Partie wettzumachen, und beinahe hätte es auch geklappt, doch Bareev konnte das schlechte Turmendspiel letzten Endes doch halten und geht damit mit einem Zähler Vorsprung in die zweite Hälfte des Matches. Sicherlich ein gutes Polster, doch er wird sich darüber im Klaren sein, dass seine Gegnerin alles daran setzen wird, was in ihrer Macht steht, um das Match noch für sich zu entscheiden.

Am Rande des Abgrunds steht bereits Etienne Bacrot. Sobald Gata Kamsky die Eröffnung überstanden hat, scheint er dem Franzosen deutlich überlegen. Dieses Mal schnappte sich Kamsky ohne nennenswerte Gegenwehr einen Bauer, den er trotz ramponierter Bauernstruktur technisch sauber verwertete. Dass Bacrot offenbar allergrößte Probleme mit seiner Zeiteinteilung hat trägt sein Übriges dazu bei, dass der Amerikaner nunmehr mit zwei Zählern führt und die zweite Matchhälfte mit großer Gelassenheit angehen kann.

Nach seinem spanischen Reinfall in der ersten Partie griff Magnus Carlsen gegen Levon Aronian zu 1.Sf3 nebst englischem Aufbau und traf damit voll ins Schwarze. Erst ruinierte er die schwarze Bauernstruktur am Königsflügel, bildete nach dem Tausch der Damen einen gefährlichen Freibauer im Zentrum und nutzte anschließend beides zu einem feinen und vollauf verdienten Sieg im Turmendspiel. Damit ist Carlsen zurück im Match und darf weiter davon träumen, noch in diesem Jahr Weltmeister zu werden. Doch sein Gegner ist kein Geringerer als die Nr. 5 der Weltrangliste, der Linares-Sieger von 2006, Co-Sieger 2007 in Wijk aan Zee, Bezwinger von Weltmeister Vladimir Kramnik in einem Schnellschach-Match und nicht zuletzt der amtierende Chess960-Weltmeister. Das wird noch ein harter Ritt für Norwegens WM-Hoffnung.

So gut wie gegessen ist der Brei für Peter Leko in seinem Duell mit Mikhail Gurevich. In der ersten Partie hatte sich der Ungar noch die Zähne an dem Franzosen des Wahltürken ausgebissen, aber nun war dieser fällig. Entscheidend war, dass sich Leko fürs Endspiel einen Freibauer auf dem Damenflügel erarbeiten konnte, dem sein Gegner nichts entgegenzusetzen hatte. Einige computerisierte Fans sahen zwar immer wieder mal Mängel in Lekos' Verwertung seines Vorteils, doch aus menschlicher Sicht lieferte die Nr. 8 der Weltrangliste eine sehr starke Leistung ab und erhöhte seine Führung auf beinahe schon entscheidende zwei Punkte.

Beinahe eine Seeschlange haben heute Ruslan Ponomariov und Sergei Rublevsky produziert. In Fachkreisen gelten Damenendspiele auch mit einem Bauer mehr als nahezu ungewinnbar, doch nach 92 Zügen hatte es Rublevsky gegen den FIDE-Weltmeister von 2002 geschafft und geht damit kurz vor der Halbzeit in Führung. Wenn Pono nochmals den Thron besteigen möchte, muss ihm etwas möglichst rasch etwas einfallen, wie er Rublevsky beikommen kann.

1

Magnus Carlsen 2693

0 ½ 1

Levon Aronian 2759

1 ½ 0

2

Peter Leko 2738

½ 1 1

Mikhail Gurevich 2635

½ 0 0 ½

3

Ruslan Ponomariov 2717

½ ½ 0 1

Sergei Rublevsky 2680

½ ½ 1 2

4

Boris Gelfand 2733

½ ½ ½

Rustam Kasimdzhanov 2677

½ ½ ½

5

Gata Kamsky 2705

½ 1 1

Etienne Bacrot 2709

½ 0 0 ½

6

Alexander Grischuk 2717

1 ½ ½ 2

Vladimir Malakhov 2679

0 ½ ½ 1

7

Judit Polgar 2727

½ 0 ½ 1

Evgeny Bareev 2643

½ 1 ½ 2

8

Michael Adams 2734

½ ½ ½

Alexei Shirov 2699

½ ½ ½

Der Sieger aus Match 1 spielt in der zweiten Qualifikationsrunde gegen den Sieger aus Match 8, der Sieger aus Match 2 gegen den Sieger aus Match 7 etc.

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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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