TopTurniere Monaco 2007 R6 - Kramnik wieder vorne weg
24.03.2007 - Nur drei der zwölf Partien der sechsten Runde des 16. Melody Amber Blindfold and Rapid Chess Tournament fanden einen Sieger. Das klingt zwar zunächst nicht so berauschend, aber bis auf eine Partie gab es kein sinnloses Geschiebe sondern allerhand schwer umkämpfte Schlachten. Die Nutznießer sind besonders Vladimir Kramnik und Peter Leko. Kramnik, weil er nun wieder mit einem halben Punkt der alleinige Führende in der Gesamtwertung ist und Leko, weil er die einzige Schnellpartie des Tages gewann.
Mit vielen Ups
und Downs in Monaco -
Teimour Radjabov
Wie
schon in der fünften Runde sieht das Ergebnis der Blindschachsession in
der sechsten Runde recht friedlich aus. Doch bis auf die Partie zwischen
Vassily Ivanchuk und Peter Svidler, die nach nur enttäuschenden 19 Zügen
remis gegeben wurde, obwohl noch mehr als genug Potential für Überseher
vorhanden war, waren die anderen durchaus interessant. Die beiden einzigen
Gewinner sind Teimour Radjabov, der Francisco Vallejos Holländer
zerpflückte und - wer sonst - Vladimir Kramnik. Der russische Weltmeister
schlug mit Levon Aronian einen seiner ärgsten Verfolger in der
Gesamtwertung und schickt sich mit 5.5/6 nach wie vor an, Morozevichs
9.5/11 anzupeilen. Alle anderen Begegnungen endeten unentschieden, doch
zumindest bei Alexander Morozevich gegen Boris Gelfand hätte das nicht
sein müssen. Der Israeli mit weißrussischen Wurzeln hatte zwischenzeitlich
zwei Bauern mehr, aber Moro ließ einfach nicht locker und erkämpfte und
verdiente sich das Remis nach 65 Zügen redlich. Dagegen sieht es so aus,
als wäre zwischen Vishy Anand und Mannschaftskollege Magnus Carlsen die
Remisbreite nie ernsthaft überschritten worden. Der Norweger wählte den
klassischen Sizilianer gegen den Vishy nicht zu viel riskierte und in dem
er nach 29 Zügen das Remis offerierte, welches Carlsen akzeptierte. Damit
führt Vladimir Kramnik die Blindschachwertung mit 1.5 Punkten Vorsprung
vor Vassily Ivanchuk, Peter Svidler und Boris Gelfand an.
Nutzte die Remisflut zu einem Sieg! -
Peter Leko
In
der Schnellschachsession endeten fünf der sechs Begegnungen remis, aber
man sollte festhalten, das keine der Remispartien weniger als 49 Züge
dauerte! Zu gerne hätte beispielsweise Levon Aronian dem Weltmeister die
Niederlage in der Blindpartie heimgezahlt, und er schien auch gar nicht so
weit entfernt davon, aber letztlich rettete sich Vladimir Kramnik nach 77
Zügen ins Remis. Boris Gelfand hatte gegen Alexander Morozevich wieder
eine vorteilhafte Stellung musste aber nach 58 Zügen einsehen, dass sein
Gegner einen aufmerksamen Schutzengel an seiner Seite hatte. Absolut
gewinnverdächtig war auch die Stellung von Peter Svidler gegen Vassily
Ivanchuk, aber - Sie ahnen es bereits - der Ukrainer entkam ins Remis.
Nicht anders das Bild bei Magnus Carlsen und Vishy Anand, allerdings war
es hier der Nachziehende, der sich 49 Züge lang mühte, seinen Gegner zu
bezwingen, daran aber ebenfalls scheiterte. Halbwegs ausgeglichen verlief
nur die Begegnung zwischen Francisco Vallejo und Teimour Radjabov. Der
Aserbaidschaner erspielte sich zwar einen leichten Vorteil, aber auch nie
mehr. Nutzen aus der Remisflut zog jemand, der besonders in letzter Zeit
mehr als selten durch Siege auffiel, nämlich Peter Leko. Er widerlegte das
Spiel von Loek van Wely mit leichter Hand, hatte nach 19 Zügen deutlichen
Vorteil und nach 31 Zügen die Partie gewonnen. Heute kommt es unter
anderem zum Duell der Spitzenbretter des OSC Baden-Baden, wenn Vishy Anand
und Peter Svidler die Klingen kreuzen.