TopTurniere Morelia / Linares 2007 - Morozevich mit erstem Sieg Alle anderen Begegnungen remis
04.03.2007 - Die rote Laterne abgeben, das war Alexander Morozevich nach der 9. Runde in Linares zwar nicht vergönnt, aber immerhin konnte er gegen Peter Leko seinen ersten Sieg verbuchen. Weiterhin in der Führungsposition befinden sich Vishy Anand und Magnus Carlsen, da die drei restlichen Partien allesamt zwar ausgekämpft aber dennoch friedlich endeten. Schade ist, dass es einem bisher nicht gerade leicht gemacht wird, die Partien live im Internet zu verfolgen. Da fragt man sich schon, ob es in Linares vielleicht ein neuerliches Kabelproblem gibt...
Dass die
Technik während einer Schachveranstaltung mal überlastet sein und
ausfallen kann, das weiß jeder, der selbst schon mit der Materie in
Kontakt war. Nuancen entscheiden oft über eine professionelle
Übertragung oder das Scheitern dieser, aber in der Regel hat man als
Turnierorganisation ausreichend Experten vor Ort, die das Problem
erkennen und beheben. Aber im spanischen Linares scheint man
ausgerechnet daran, sowie an einer Turnierseite, die man zumindest mit
einer schnellen DSL-Verbindung halbwegs zügig aufrufen kann, gespart zu
haben. Wenn sogar die findigen Übertragungsprofis von ChessBase die
Live-Präsentation der Partien des aktuell laufenden Top Turniers auf dem
Fritz-Server abbrechen, weil von der offiziellen Seite keinerlei Infos
sprich Züge mehr kommen, will das schon was heißen! Man bedenke, dass
wir von "langsamen" Schach sprechen! Andere Veranstalter übertragen
Blitz- und Schnellpartien!!
Endlich wurde sein originelles Spiel belohnt - Alexander Morozevich
Kommen wir
zu den Ereignissen der 9. Runde. Seine beste Leistung bisher bot
Alexander Morozevich gegen Peter Leko. Bereits im 15. Zug leistete sich
Leko mit Sh5? einen positionellen Lapsus, den Moro postwendend für ein
thematisches Qualitätsopfer nutzte. Fortan herrschte in der schwarzen
Königsstellung dauerhaft Tag der offenen Tür, was der Russe glänzend für
seinen ersten vollen Punkt zu nutzen wusste. Die schnellste und
anspruchloseste Partie lieferten Magnus Carlsen und Levon Aronian. 26
Züge lang folgten sie der Remispartie Topalov - Leko aus der dritten
Runde in Morelia, legten als Garnierung noch zwei belanglose Züge drauf
und gönnten sich damit einen weiteren Ruhetag. Mehr Action ward an den
anderen Brettern geboten. Gegen Peter Svidlers 1.e4 antwortete Vishy
Anand solide mit Russisch, doch sein Mannschaftskollege beim
Bundesligisten OSC Baden-Baden fand einen Weg, sich einen beachtlichen
Vorteil zu sichern. Letztlich verteidigte sich der Inder jedoch gut
genug, um ins Remis zu entkommen. Damit bleibt Svidler ungeschlagen der
Remiskönig. Mit 77 Zügen lieferten sich Veselin Topalov und Vassily
Ivanchuk die längste Schlacht des Tages. Und beinahe wäre die Nr. 1 der
Weltrangliste erneut unter die Räder gekommen, wenn in wahrscheinlicher Gewinnstellung
Ivanchuk aber bei knapper Zeit nicht lieber das Remis forciert hätte.