26.04.2010 - Die Gedächtniskirche "Sweti Alexander Newski" mit einem Fassungsvermögen von knapp 5000 Menschen und seinen genau 12 Eingangstüren soll das charakteristische Leitmotiv der Chess Tigers Berichterstattung in der Zeit bis zum 13.Mai werden. Bitte nehmen Sie, liebe Leser, die tägliche Auswahl nicht so ernst, wenn die Türen deutlich machen, wie die Situation aus Anands Sicht bewertet wird. Hauptsächlich durch die prunkvolle Schönheit der einzelnen Türen sowie durch die Schlichtheit mit dem teilweisen Verfall der anderen Türen, möchten wir durchaus auf den symbolisierten Gemütszustand des Chess Tigers Ehrenmitglied Vishy hinweisen. Natürlich muss man aus Sicht der bulgarischen Veranstalter und der Topalov -Delegation um Tausendsassa Silvio Danailov das genau entgegengesetzt interpretieren. Die Matchsituation so zu betrachten, wie es die Gruppe Karat oder später Peter Maffay ausdrückte in seinem berühmten Song: "Über sieben Brücken musst Du gehn ..." erscheint hier die sinnbildliche Erklärung um das Team Anand: "Durch zwölf Türen musst Du gehen ...". Die erste Tür zu durchschreiten war nicht so einfach. Schauen wir später, wie es ihm erging, als er versuchte in der zweiten Partie ins Match zurückzukommen. mehr über das Drama der 1.Partie
19.04.2010 - Am heutigen Montag wurde im Sitzungsaal 1 im Gebäude der Sparkasse Dortmund um 11 Uhr die Auftakt-Pressekonferenz für das diesjährige Sparkassen Chess-Meeting abgehalten. Neben der Vorstellung der Spieler wurden auch gleich die Paarungen für das zehnrundige GM-Turnier, welches mit einem aktuellen Schnitt von 2734 die Kategorie 20 erfüllt, ausgelost. Um das Turnier spannender zu machen, haben Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe und Turnierdirektor Stefan Koth beschlossen, die Regelungen für Remise extrem zu verschärfen. So ist es den Spielern gänzlich untersagt, ein Remis anzubieten. Sie müssen so lange spielen, bis die Stellung theoretisch remis ist oder eine dreifache Stellungswiederholung erzwungen ist. Was hart klingt, wird in der Praxis schwer umzusetzen sein, denn wer würde es schon wagen, beispielsweise dem neunfachen Turniersieger Vladimir Kramnik zum Weiterspielen zu zwingen? Dennoch, in der Vergangenheit wurde sich allenthalben über die Friedfertigkeit beim Chess-Meeting beschwert und nun haben die Veranstalter reagiert. Warten wir ab, wie die Spieler das umsetzen. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie der folgenden Presseerklärung. Zur Presseerklärung Offizielle Turnierseite
25.03.2010 - Bevor wir die Sieger ehren, ein Bravo an die Organisation des 19. Amber Chess Tournament 2010 für die gelungene Schlussrunde! Kurzerhand änderte man die Reihenfolge der Paarungen so ab, dass die drei möglichen Gesamtsieger Magnus Carlsen, Vassily Ivanchuk und Vladimir Kramnik in einer Gruppe spielten. So konnte keiner behaupten, dass die Konkurrenz dadurch einen Vorteil gehabt habe, das sie schon vor ihrer Partie wusste, welches Ergebnis zu erreichen nötig war. Dass es letztlich zwei Sieger in der Gesamtwertung wurden, darf sich zu einem beachtlichen Anteil Carlsen selbst zuschreiben. Der Norweger stellte nämlich in der Blindpartie in einem zwar leicht schlechteren aber haltbaren Endspiel gegen Alexander Grischuk einzügig die Dame ein. Parallel holte Ivanchuk gegen Boris Gelfand den nötigen halben Zähler, um wieder die geteilte Führung zu erreichen. Doch auch ohne diesen glücklichen Umstand hätte Grischuk souverän die Blindschachwertung gewonnen. In der letzten Schnellschachrunde dann, machten die Führenden nochmals deutlich, warum sie es mehr als die anderen verdient hatten, die diesjährige Ausgabe des Melody Ambers zu gewinnen. Mit überzeugenden Siegen beendeten beide das Turnier. Somit darf sich Magnus Carlsen zum ersten und Vassily Ivanchuk nach seinem Premieren-Sieg 1992 zum zweiten Mal in die lange Siegerliste dieses einmaligen Events eintragen. Doch irgendwie war es auch für Ivanchuk eine Premiere, denn 1992 wurde das Turnier zum ersten und einzigen Mal ohne Blindschach gespielt. Wir freuen uns schon auf das 20. Jubiläum in 2011! Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
TopTurniere Alles kein Problem! Silvio Danailov mit erstem, zaghaftem Säbelrasseln vor der WM
22.03.2010 - Dass das mit Spannung erwartete WM-Duell nicht erst am 23. April mit dem ersten Zug beginnen würde, ist klar. Seit Monaten tüfteln beide Kontrahenten mit ihrem persönlichen und teils geheimen Stab die besten Eröffnungen, Strategien und möglichen Szenarien aus und greifen dabei ganz sicher auch auf die besten Computer und Schachprogramme zurück, die jemals für eine WM-Vorbereitung zur Verfügung standen. Sollten sich sowohl der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand als auch sein Herausforderer Veselin Topalov mal zum kommenden Match geäußert haben, dann stets mit dem nötigen Respekt für den Gegner – kleinere, harmlose Sticheleien eingeschlossen. Doch jetzt scheint Silvio Danailov in seiner Funktion als Organisator und Manager von Topalov allmählich die Stimmung aufheizen zu wollen, anders lassen sich seine jüngsten Statements jedenfalls nicht erklären. Grund einer absurden und teils sehr unsachlich geführten Diskussion auf der bekannten Schachnachrichten-Seite Chessvibes.com ist die Tatsache, dass Vishy Anand nicht unter der so genannten Sofia-Regel spielen möchte und Topalov ihn – laut Danailov – dazu zwingen wird, indem der Bulgare keine Remisangebote annehmen wird und während der Partie auch nicht mit dem Inder sprechen will. Hier geht's weiter ...
21.03.2010 - Nach acht von elf Runden hat Vassily Ivanchuk beim 19. Amber Chess Tournament 2010 seine Spitzenposition festigen können. Der Ukrainer kam zwar gegen Leinier Dominguez nicht über zwei Remisen hinaus, doch die ärgste Konkurrenz aus Norwegen hatte erneut keinen guten Tag erwischt und so liegt Ivanchuk nun mit einem vollen Zähler in Führung. Magnus Carlsen musste gegen Vladimir Kramnik antreten und nach einer klaren Niederlage im Blindschach, hatte Kramnik in der Schnellpartie bereits drei Bauern mehr, bevor Carlsen nochmals alle Kräfte bündelte und tatsächlich noch ein Remis erreichte. Damit bleibt er auf dem alleinigen zweiten Rang vor seinem heutigen Gegner und Boris Gelfand. Letzterer trennte sich mit zwei Unentschieden 1:1 von Levon Aronian. Auch Alexander Grischuk kann noch auf einen Gesamtsieg hoffen. Der russische Landesmeister konnte 1,5 Punkte gegen Sergey Karjakin erzielen und liegt nun mit diesem direkt hinter Gelfand und Kramnik. Das Duell zwischen Vugar Gashimov und Jan Smeets endete erneut mit einer Niederlage für den Niederländer. Ein Remis gestattete ihm sein Gegner, was Smeets reichte, um hauchdünn vor dem letztplatzierten Dominguez zu bleiben. Ohne Remisen kamen dagegen Peter Svidler und Ruslan Ponomariov aus. Zuerst schlug der St. Petersburger im Blindschach zu, doch Pono rächte sich in der Schnellschachpartie. Am Montag haben alle Beteiligten ihren zweiten und letzten Ruhetag. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
20.03.2010 - Wer geglaubt hat, das 19. Amber Chess Tournament 2010 würde nun zur Carlsen Show werden, sieht sich nach der siebten Runde eines Besseren belehrt. Noch ist es nicht so, dass den Gegnern des Norwegers die Knie schlottern, wenn sie gegen diesen spielen müssen. Das beste Beispiel dafür lieferte Vugar Gashimov, denn der Aserbaidschaner schlug Carlsen zunächst in der Blindpartie und beinahe wäre ihm das auch noch im Schnellschach gewonnen, doch dort entkam die Nummer 1 der Weltrangliste letztlich ins Remis. Übrigens das erste Remis im gesamten Turnierverlauf für Carlsen! Prompt ließ sich Vassily Ivanchuk nicht lumpen und übernahm mit seinem 1,5:0,5 gegen Alexander Grischuk gerne wieder die alleinige Führung in der Gesamtwertung. Das einzige 2:0 des Tages erzielte Sergey Karjakin gegen Ruslan Ponomariov und schob sich somit zu Boris Gelfand auf den dritten Rang vor. Der Israeli besiegte Jan Smeets mit 1,5:0,5. Und während Peter Svidler mit etwas Fortune mit dem gleichen Ergebnis gegen Leinier Dominguez die Oberhand behielt, endete lediglich das Duell zwischen Vladimir Kramnik und Levon Aronian unentschieden. Nachdem die russische Nummer 1 gegen die armenische Nummer 1 im Blindschach siegte, revanchierte sich Letzterer postwendend in der Schnellpartie. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
19.03.2010 - Gleich drei bemerkenswerte Neuigkeiten haben sich in der sechsten Runde des 19. Amber Chess Tournament 2010 zugetragen. Den Anfang machte der bisher sieglose Jan Smeets. Die niederländische Nummer 2 konnte seine Blindpartie gegen einen zu riskant spielenden Vladimir Kramnik gewinnen. Der Russe fand dann allerdings, dass er nun großzügig genug gewesen sei, und ließ seinem Bezwinger in der Schnellpartie nicht den Hauch einer Chance. Und auch Sergey Karjakin konnte zum ersten Mal im laufenden Turnier richtig groß auftrumpfen. Dem gebürtigen Ukrainer gelang gegen das nun alleinige Schlusslicht Leinier Dominguez ein Doppelsieg, welcher zugleich auch seinen bisher einzigen Mini Match-Erfolg darstellt. Und last but not least wird das Turnier erstmalig alleine von dem Spieler angeführt, der nach Meinung eines Großteils der Schachgesellschaft von nun an jedes Top Turnier gewinnen und bald schon Weltmeister sein wird, Magnus Carlsen! Der Norweger traf mit Boris Gelfand auf einen Gegner, der auch heute gar nicht schlecht aufgelegt war, doch die Nummer 1 der Weltrangliste war mal wieder das entscheidende Quäntchen besser und siegte erneut mit 2:0. Parallel konnte der bisherige Führende Vassily Ivanchuk nicht Schritt halten und muss sich nach den beiden Unentschieden gegen Landsmann Ruslan Ponomariov aktuell mit Rang 2 begnügen. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
18.03.2010 - Vassily Ivanchuk ist auch nach fünf Runden beim 19. Amber Chess Tournament 2010 der einzige ungeschlagene Spieler. Heute sicherte er sich an seinem 41. Geburtstag mit 1,5 Punkten gegen Schlusslicht Jan Smeets wieder die alleinige Führung in der Gesamtwertung, denn Magnus Carlsen konnte zwar die Blindpartie gegen Sergey Karjakin gewinnen, doch in der Schnellpartie wurde er ausgespielt und verlor. Da Boris Gelfand gegen Leinier Dominguez seinen bereits dritten Doppelsieg landen konnte, muss Carlsen den zweiten Rang mit dem Israeli teilen. Gut erholt von seiner Doppelnull gegen Gelfand zeigte sich heute Vladimir Kramnik. Der Russe hatte keine nennenswerte Probleme, zwei Siege gegen Ruslan Ponomariov zu landen und liegt aktuell auf dem alleinigen vierten Rang. Völlig ohne Fortune ist indes Vorjahressieger Levon Aronian. Peter Svidler schlug den Armenier klar mit 2:0 und rangiert nun ebenso wie Alexander Grischuk einen halben Zähler hinter Kramnik. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
17.03.2010 - Er war "nur" an 35 gesetzt, doch nach elf langen Runden ist er die souveräne Nummer 1, Ian Nepomniachtchi - 19 Jahre junge und nicht erst seit dieser Europameisterschaft Kandidat für eine Elo deutlich über 2700, welche einen automatisch zu einem so genannten Top GM macht. Der junge Russe hat mit sensationellen 9 aus 11 Punkten und einer Performance von 2868 im kroatischen Rijeka den EM-Titel geholt und das auch, weil er selbst in der Schlussrunde gegen Vladimir Akopian auf Sieg spielte, statt sich mit einem Remis den Tiebreak zu sichern. Um noch Chancen auf einen World Cup-Platz (die ersten 22) zu haben, hätte Arkadij Naiditsch heute mit Schwarz gegen den tschechischen GM Jiri Stocek gewinnen müssen, doch dem Deutschen gelang nur ein Remis und so ist er auf Rang 41 an der Qualifikation gescheitert. Gestern als spannendes Finale angekündigt, hielt das Spitzenduell zwischen Viktorija Cmilyte und Pia Cramling bei der EM der Frauen genau das, was es versprochen hatte. Das bessere Ende für sich hatte letztlich Cramling und so kürte sich die erfahrene Schwedin zur von jetzt an amtierenden Europameisterin. Als Trostpflaster bleibt Cmilyte die Silbermedaille. Mit einem Sieg in der letzten Runde verabschiedet sich Elisabeth Pähtz als 28. von Rijeka. Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite Alle Ergebnisse bei Chess-Results.com
16.03.2010 - Da bei der laufenden 11. Europameisterschaft in der zehnten von elf Runden an den sieben Top-Brettern nicht eine Partie entschieden wurde, ändert sich natürlich auch nichts an der Spitze. Demzufolge führt weiterhin Ian Nepomniachtchi mit 8 Punkten vor einem achtköpfigen Verfolgerfeld mit jeweils 7,5 Punkten. Sollte Nepo in der Schlussrunde gegen Vladimir Akopian mit Weiß ein Remis erreichen, ist er sicher im Tie-Break um Gold, aber vielleicht lässt es der junge Russe ja gar nicht erst darauf ankommen und macht mit einem Sieg alles klar. Arkadij Naiditsch hat keine Chance mehr auf eine Medaille, dafür war das Remis gegen den Tschechen Zbynek Hracek zu wenig, doch die wichtige Qualifikation für den World Cup kann er noch schaffen. Dazu müsste er es allerdings unter die ersten 22 schaffen. Bei der Frauen-EM wird es zu einem waschechten Finale kommen. Viktorija Cmilyte hat als Führende zwar einen halben Punkt mehr als die Zweitplatzierte Pia Cramling, doch die beiden werden in der letzten Runde aufeinandertreffen und so die Goldmedaille unter sich ausmachen. Keine Verbesserung in der Tabelle konnte Elisabeth Pähtz erreichen. Die Deutsche kam gegen die Russin Svetlana Matveeva nicht über ein Remis hinaus und liegt auf Rang 39. Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite Alle Ergebnisse bei Chess-Results.com
16.03.2010 - Nachdem Magnus Carlsen in der ersten Runde des 19. Amber Chess Tournament 2010 gegen Vassily Ivanchuk einen kräftigen 0:2-Dämpfer kassiert hat, scheint der Norweger wie ausgewechselt. In der heutigen vierten Runde gelang ihm gegen Jan Smeets sein dritter Doppelsieg in Serie. Und so hat sich Carlsen mit diesem Hattrick innerhalb von drei Runden vom letzten auf den ersten Rang bugsiert. Teilen muss er diesen allerdings noch. Ivanchuk zeigte nämlich ebenfalls eine starke Leistung, indem er Levon Aronian mit 1,5:0,5 besiegte. Der Armenier seinerseits dürfte sich somit endgültig von der Hoffnung gelöst haben, seinen Triumph vom Vorjahr wiederholen zu können. Freundlicher ist diesbezüglich die Aussicht von Boris Gelfand nach dessen glattem 2:0 gegen Vladimir Kramnik. Mit dem gleichen Ergebnis schlug Alexander Grischuk den Kubaner Leinier Dominguez und befindet sich so zusammen mit Gelfand in Lauerstellung hinter den Führenden. Morgen dürfen sich die Stars erholen, bevor es am Donnerstag mit Runde 5 weitergeht. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
16.03.2010 - Einen Führungswechsel gibt es von der laufenden 11. Europäischen Einzelmeisterschaft im kroatischen Rijeka zu vermelden. Im Spitzenduell konnte Ian Nepomniachtchi den bis dahin führenden Baadur Jobava schlagen und sich zwei Runden vor dem Ende die alleinige Führung sichern. Nur mal zum Vergleich: In Deutschland ist es eine Sensation, wenn ein 18-jähriger Deutscher Meister wird, Russlands Nepomniachtchi ist lediglich ein Jahr älter und spielt bereits um den Europameistertitel ... Natürlich wäre ein Triumph bei der EM für Nepo nach dem Gewinn des Aeroflot Open 2008 und des riesigen ORDIX Open bei der Chess Classic Mainz 2008 der größte Erfolg seiner noch jungen Karriere, aber die Verfolger sind ihm hart auf den Fersen. Auch Arkadij Naiditsch ist mit einem Zähler Rückstand und aktuell Rang 16 noch beziehungsweise wieder in Schlagdistanz. Auch bei den Frauen hat es Veränderungen an der Spitze gegeben. In der achten Runde war Viktorija Cmilyte mit Monika Socko gleichgezogen, im gestrigen Spitzenduell konnte sie die Polin dann besiegen und so die alleinige Führung übernehmen. Elisabeth Pähtz schlug in der neunten Runde die Ukrainerin Tatiana Kostiuk und belegt jetzt Rang 38. Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite Alle Ergebnisse bei Chess-Results.com
15.03.2010 - Mit einem Schwarzsieg in der Blindpartie und einem sicheren Weißremis gegen Sergey Karjakin hat sich Vassily Ivanchuk beim 19. Amber Chess Tournament 2010 nach drei Runden an die Spitze der Gesamtwertung gesetzt. Doch mit riesigen Schritten ist ihm besonders Magnus Carlsen auf den Fersen. Mit einem erneuten Doppelpack - dieses Mal gegen Peter Svidler - schiebt sich der Norweger nach einem verpatzten Start immer näher heran. Auch Levon Aronian ist bisher nicht so recht in Tritt gekommen, doch mit viel Einfallsreichtum und auch etwas Fortune konnte der Vorjahressieger heute Jan Smeets mit 2:0 besiegen. Einen ebenfalls positiver Score gelang Vladimir Kramnik im Duell mit Vugar Gashimov. In der Blindpartie wurde der Punkt nach zwischenzeitlich deutlichem Vorteil für Gashimov noch geteilt, aber in der Schnellpartie konnte die russische Nummer 1 dann gewinnen. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
15.03.2010 - Während in Georgien ein regierungsnaher TV-Sender das eigene Volk mit der unglaublichen Falschmeldung schockierte, russische Truppen würden das Land überfallen und Präsident Saakaschwili sei getötet worden, hat der aktuell beste Schachspieler des Landes, Baadur Jobava, bei der 11. Europäischen Einzelmeisterschaft nach acht von elf Runden die alleinige Führung übernommen. Offenbar mit Nerven aus Stahl ausgestattet schlug Jobava den ungarischen Spitzenspieler Zoltan Almasi und hat drei Runden vor dem Ende die beste Chance, sich den Titel zu sichern. Die Meute der Verfolger ist jedoch lang und wird sicherlich alles daran setzen, ihn noch abzufangen. Bester Deutscher ist auf Rang 18 und mit 1,5 Punkten Rückstand auf den Führenden Arkadij Naiditsch. Bei den Frauen hat sich Viktorija Cmilyte zu Monika Socko an die Tabellenspitze gesellt. Elisabeth Pähtz hat derweil auf Rang 54 ganze zwei Zähler Rückstand und keine realistische Chance auf eine Medaille. Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite Alle Ergebnisse bei Chess-Results.com
14.03.2010 - Der zweite Tag beim 19. Amber Chess Tournament 2010 hat nicht an der ukrainischen Doppelführung rütteln können. Sowohl Vassily Ivanchuk als auch Ruslan Ponomariov genügte es heute, ihre beiden Partien gegen Peter Svidler beziehungsweise Alexander Grischuk zu remisieren, um den Platz an der Sonne in der Gesamtwertung zu behalten. Herausragen konnten lediglich Magnus Carlsen und Boris Gelfand. Der Norweger konnte nach seiner gestrigen Doppelnull heute zwei Siege gegen Levon Aronian landen und der Israeli tat es ihm im Duell gegen Vugar Gashimov gleich. Insgesamt war die zweite Runde mit insgesamt sieben Unentschieden deutlich friedlicher als die gestrige. Ergebnisse, Tabellen & Partien ... Offizielle Turnierseite
TopTurniere FAZ: "Die Technologie des Weltmeisters" Von Brötchen holenden Sekundanten, sich irrenden Schachprogrammen und wie man an die Schach-DNA eines Spielers gelangt
05.03.2010 - Am Mittwoch in der Tagesszeitung und gestern dann auch auf der Internetseite der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ist ein unterhaltsamer Artikel von Alexander Armbruster erschienen, der auf die Vorbereitung Vishy Anands für sein WM-Match gegen Veselin Topalov eingeht. Der Autor - seines Zeichens selbst ein Fidemeister - hebt nicht nur die Wichtigkeit von (geheimen) Sekundanten, starken Schachprogrammen und gewaltigen Datenbanken hervor, er beschreibt auch, was der Spieler selbst zu leisten hat und erklärt, was heutzutage eine Weltmeisterschaft mit einem industriellen Projekt gemein hat. Sehr lesenswert! Zum Artikel ...
24.02.2010 - Als Alexander Grischuk in der letzten Runde des XXVII Torneo Internacional de Ajedrez “Ciudad de Linares” nach 32 Zügen in völlig ausgeglichener Lage gegen Francisco Vallejo remisierte, sah er wie der knappe Wertungssieger aus, denn Veselin Topalov hatte sich aus einer Gewinnstellung heraus gegen Boris Gelfand in ein remisliches Turmendspiel manövriert. Während allenthalben bereits die Regeln für einen Gleichstand an der Tabellenspitze diskutiert wurden, die Grischuk zum Sieger gemacht hätten, zeigte der Bulgare eine ausgezeichnete Endspielleistung und nutze dabei auch einige ungenaue Züge seines Gegners gnadenlos. Und tatsächlich, der WM-Kandidat konnte beweisen, dass eben doch nicht alle Turmendspiele remis sind! Nach 62 Zügen musste Gelfand das Handtuch werfen und durfte Topalov als Erster zum verdienten Triumph gratulieren. Die Führung in der Weltrangliste wird er aber wohl dennoch nicht schaffen. Erste inoffizielle Hochrechnungen besagen, dass er haarscharf (vermutlich um 1 Punkt) hinter Magnus Carlsen bleiben wird. Dritter in Linares wurde der einzige ungeschlagene Teilnehmer, Levon Aronian. Nach neun Unentschieden in Serie konnte der Armenier heute gegen Vugar Gashimov doch noch einen Sieg erzielen. Letzterer teilt sich somit den vierten bis sechsten Rang mit Gelfand und Vallejo. Zahlen, Fakten & Partien ... Offizielle Turnierseite (Spanisch)
23.02.2010 - In der neunten Runde des XXVII Torneo Internacional de Ajedrez “Ciudad de Linares” hat Alexander (Sasha ist die Koseform) Grischuk ein kleines Kunststück vollbracht, indem er im Spitzenduell gegen Veselin Topalov siegte. Damit ist der Vorjahressieger vor der morgigen Schlussrunde nun punktgleich mit dem bulgarischen WM-Herausforderer an der Spitze. Während dort heftig um den Turniersieg gerungen wurde, bemühten sich die Geschlagenen redlich, nicht mehr zu tun als unbedingt nötig. Auf die Spitze trieben es Vugar Gashimov und Francisco Vallejo Pons, denn sie tauschten so geschickt alles ab, dass sie exakt nach den vorgeschriebenen 30 Zügen ein totremises Läuferendspiel auf dem Brett hatten. Natürlich reichte man sich umgehend die Hände zum Feierabend. Etwas länger aber auch nicht wirklich spannend verlief das Duell zwischen Boris Gelfand und Levon Aronian. Nach 40 Zügen hatte man sich ein reines Schwerfigurenendspiel mit jeweils sieben Bauern gebastelt, welches keiner Seite Aussichten auf Vorteil bot. Morgen wird die letzte Runde - wie gewohnt um 16 Uhr - ausgetragen. Während Topalov mit Weiß auf den supersoliden Gelfand trifft, wird Grischuk trotz der schwarzen Steine hoffentlich versuchen, gegen Vallejo voll zu punkten.
Zahlen, Fakten & Partien ... Offizielle Turnierseite (Spanisch)
20.02.2010 - Nach der heutigen siebten Runde beim XXVII Torneo Internacional de Ajedrez “Ciudad de Linares” hat sich an der Reihenfolge in der Tabelle nichts geändert. Alle drei Partien endeten remis. Für das erste Resultat sorgten Vugar Gashimov und Veselin Topalov. Früh mit einer Neuerung des Aserbaidschaners konfrontiert, hatte die potentielle Nummer 1 der Weltrangliste in der Berliner Verteidigung im Spanier einige bange Momente zu überstehen, doch unter dem Strich kann man von einem gerechten Remis nach 42 Zügen reden. Einige Zeit später sah es so aus, als könne Francisco Vallejo mit Schwarz gegen Levon Aronian gewinnen, doch dieser verteidigte sich so zäh, dass der Spanier nach 48 Zügen und trotz besserer Stellung lieber die Punktteilung anbot, welche der Armenier natürlich akzeptierte. Noch länger dauerte das Duell zwischen Boris Gelfand und Alexander Grischuk. Der Israeli erspielte sich ein vorteilhaftes Doppelturmendspiel und verlangte seinem russischen Opponenten alles ab, doch letztlich konnte sich dieser das dritte Remis des Tages sichern. Zahlen, Fakten & Partien ... Offizielle Turnierseite (Spanisch)
19.02.2010 - Nach sechs von zehn Runden scheint beim XXVII Torneo Internacional de Ajedrez “Ciudad de Linares” 2010 der Drops gelutscht. Veselin Topalov traf heute auf seinen Sekundanten Francisco Vallejo und nach einer heftigen Eröffnungsschlacht landete er - wie gestern schon gegen Grischuk - in einer Verluststellung. Doch die berühmte Duplizität der Ereignisse schlug zu, indem "Paco" ebenfalls in haarsträubende Zeitnot geriet und von seinem Chef ohne Gnade über die Uhr gehoben wurde. Bei nur noch vier Sekunden für vier Züge brach der Spanier in mittlerweile ausgeglichener Stellung zusammen und stellte einen ganzen Turm ein. Über die wirkliche Brillanz Topalovs streiten indes die Experten. Während viele ihn voll Überschwang für seine Risikobereitschaft loben, warnen nicht wenige, dass für ihn gegen Weltmeister Vishy Anand im April mit einer ähnlicher Spielweise kein Blumentopf zu gewinnen sein wird. Es sei, wie es sei, mit diesem erneuten Sieg wird sich der Bulgare für den Augenblick mit circa 2815 in der Live Top List - sobald diese aktualisiert wurde - an Magnus Carlsen vorbei wieder an die Spitze der Weltrangliste setzen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die beiden anderen Partien unentschieden endeten. Somit führt der WM-Kandidat vier Runden vor dem Ende mit 1,5 Punkten Vorsprung.
Die längste Partie des Tages spielten Alexander Grischuk und Levon Aronian. Als dem Armenier die Lage zu prekär wurde, opferte er eine Qualität im Bestreben, sich danach eine Festung zu bauen oder wahlweise ein Endspiel mit Leichtfigur gegen Turm anzustreben. Nach 101 Zügen stellte sein russischer Gegner die Bemühungen schließlich ein und besiegelte das Remis.
Im Vergleich zu den beschriebenen Begegnungen war die zwischen Vugar Gashimov und Boris Gelfand Baldrian pur. Es wurde Russisch gespielt, getauscht, was das Brett hergab und beinahe schien es, als hätten beide sogar Probleme, die vorgeschriebenen 30 Züge zu spielen. Letztlich wurden es immerhin 37, bevor man sich die Hände zum Friedensschluss reichte. Zahlen, Fakten & Partien ... Offizielle Turnierseite (Spanisch)